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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Wallbox anschließen – Leitung, Schutz, RCD

Kurz gesagt: Jeder Ladepunkt braucht einen Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA: entweder einen RCD Typ B oder einen RCD Typ A bzw. F zusammen mit einer Fehlergleichstrom-Erkennung (RDC-DD) nach IEC 62955. So steht es in der FAQ der DKE zu DIN VDE 0100-722. Die Leitung bemisst du für den maximalen Ladestrom als Dauerlast, mit allen drei Kriterien. Angemeldet wird die Wallbox immer beim Netzbetreiber, über 12 kVA muss er zustimmen.

Fehlerstromschutz: Welcher RCD gehört an den Ladepunkt?

Den Stromkreis vom Verteiler bis zum Ladepunkt regelt DIN VDE 0100-722. Was dort zum Fehlerstromschutz gilt, erklärt die DKE in einer FAQ-Liste zur Norm (Stand 03.12.2025). Für jeden Anschlusspunkt, also die Steckdose (etwa Typ 2) oder die Fahrzeugkupplung am Ladekabel, gilt danach:

  • Zusätzlicher Schutz durch einen RCD mit höchstens 30 mA für jeden einzelnen Anschlusspunkt (FAQ, Frage 4).
  • Entweder ein RCD Typ B
  • oder ein RCD Typ A oder Typ F zusammen mit einer Fehlergleichstrom-Erkennung (RDC-DD) nach IEC 62955 (FAQ, Frage 6).

Ein Typ B ist also nicht grundsätzlich Pflicht (FAQ, Frage 1). Der Typ B erfasst zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, ein Typ A oder F schafft das erst mit der Gleichfehlerstrom-Erkennung dazu. Manche Wallboxen haben eine solche Erkennung eingebaut, auch die DKE-FAQ geht davon aus (Fragen 4 und 7). Ob deine sie hat, steht im Datenblatt. Spannungsabhängige RCD nach IEC 61008-2-2 sind nicht zulässig (FAQ, Frage 2).

Ist der RCD in der Wallbox selbst eingebaut, ist der zusätzliche Schutz für den Ladepunkt damit erfüllt (FAQ, Frage 7). Die Leitung zur Wallbox gehört aber zur festen Installation: Für ihren Fehlerschutz nach DIN VDE 0100-410 kann trotzdem ein RCD in der Unterverteilung nötig sein. Die RCD-Typen im Überblick zeigt der Rechner RCD & Schleifenimpedanz.

Leitung bemessen: Laden ist Dauerlast

Ein Auto lädt über Stunden mit vollem Strom. Das Tabellenbuch Elektrotechnik (Cornelsen, S. 129) sagt deshalb: mit dem maximalen Ladestrom und dem Gleichzeitigkeitsfaktor 1 rechnen. Aus der Ladeleistung ergibt sich der Strom je Außenleiter:

I = P / (√3 · U)  →  11 kW: 11000 W / (1,732 · 400 V) = 15,9 A  ·  22 kW: 22000 W / (1,732 · 400 V) = 31,8 A

Eine 11-kW-Wallbox lädt also mit 3 × 16 A, eine 22-kW-Wallbox mit 3 × 32 A. Welchen Ladestrom deine Wallbox wirklich zieht, steht in ihrem Datenblatt.

Eine Pauschalzahl für den Querschnitt gibt es nicht. Er hängt an der Länge, der Verlegeart, der Umgebungstemperatur, an anderen Leitungen im selben Rohr oder Kanal und an der Vorimpedanz des Netzes. Alle drei Kriterien (Belastbarkeit, Spannungsfall, Abschaltbedingung) rechnet der Leitungsassistent in einem Durchgang. Er hat eine Vorlage für Wallboxen mit 11 und 22 kW: Sie setzt Drehstrom, den Ladestrom und die Absicherung. Länge, Verlegeart und Vorimpedanz trägst du selbst ein.

Mehrere Wallboxen mit Lastmanagement dürfen laut DKE-FAQ an einer gemeinsamen Leitung hängen, solange nicht zurückgespeist wird. Die Leitung muss dann nach DIN VDE 0100-430 bemessen sein, und die Abschaltbedingung nach DIN VDE 0100-410 muss erfüllt sein (FAQ, Frage 4). Den RCD-Schutz braucht trotzdem jeder einzelne Anschlusspunkt.

Anmelden beim Netzbetreiber

Laut DKE-FAQ (Frage 5) ist nach VDE-AR-N 4100 für eine Ladeeinrichtung immer eine Anmeldung nach NAV nötig. Über 12 kVA muss der Netzbetreiber zustimmen. Eine 22-kW-Wallbox braucht also seine Zustimmung, eine 11-kW-Wallbox wird angemeldet. Zusätzlich gelten die Regeln deines Netzbetreibers.

Weitere Punkte aus dem Tabellenbuch

In den Installationshinweisen auf S. 129 nennt das Tabellenbuch außerdem:

  • Anschlusspunkte im Freien mindestens in Schutzart IP44. Was die Ziffern bedeuten, steht bei den IP-Schutzarten.
  • Ladeleitungen dürfen nicht verlängert werden.

Nach der Montage wird gemessen: Schleifenimpedanz, Auslösestrom und Auslösezeit des RCD. Die Grenzwerte dafür findest du im Rechner RCD & Schleifenimpedanz.

Brauche ich für die Wallbox immer einen RCD Typ B?

Nein. Nach der DKE-FAQ zu DIN VDE 0100-722 reicht auch ein RCD Typ A oder Typ F, wenn eine Fehlergleichstrom-Erkennung (RDC-DD) nach IEC 62955 dazukommt. Ob deine Wallbox sie eingebaut hat, steht im Datenblatt. Ohne diese Erkennung muss es ein Typ B sein. In jedem Fall gilt: höchstens 30 mA für jeden Anschlusspunkt.

Reicht der FI-Schalter in der Wallbox?

Für den zusätzlichen Schutz am Ladepunkt ja, wenn der eingebaute RCD die Anforderungen erfüllt (DKE-FAQ, Frage 7). Die Leitung von der Verteilung zur Wallbox ist aber Teil der festen Installation. Für ihren Fehlerschutz kann trotzdem ein RCD in der Unterverteilung nötig sein.

Muss ich eine 11-kW-Wallbox beim Netzbetreiber anmelden?

Ja. Laut DKE-FAQ ist nach VDE-AR-N 4100 jede Ladeeinrichtung anzumelden. Über 12 kVA, also zum Beispiel bei 22 kW, muss der Netzbetreiber zusätzlich zustimmen. Frag bei deinem Netzbetreiber nach, welches Formular er dafür nutzt.

Welcher Querschnitt für eine 11-kW-Wallbox?

Das hängt an Länge, Verlegeart, Häufung und Vorimpedanz. Eine Zahl ohne diese Angaben wäre geraten. Rechne mit 3 × 16 A als Dauerlast und lass alle drei Kriterien im Leitungsassistenten prüfen. Die Vorlage „Wallbox 11 kW“ trägt Strom und Netzart für dich ein.

Darf ich ein E-Auto an der Schuko-Steckdose laden?

Mit einem Ladekabel mit eingebauter Steuer- und Schutzeinrichtung (IC-CPD) ist das zulässig. Solche Stromkreise fallen aber nicht unter DIN VDE 0100-722, und Haushaltssteckdosen sind laut DKE-FAQ (Frage 8) nicht für regelmäßiges Dauerladen gedacht. Wer regelmäßig zu Hause lädt, plant deshalb besser einen eigenen Ladepunkt.

Wichtig: Alle Werte sind Richtwerte zur Vorplanung und Plausibilitätsprüfung. Maßgeblich sind die geltenden Normen, die Herstellerangaben und die Beurteilung durch eine Elektrofachkraft.
Aus der Praxis: erstellt von Felix Albers, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Betriebselektriker in der Industrie. Die Werte stammen aus den Rechnern und Tabellen dieser Seite. Veröffentlicht: · Stand: · Quellen & Normstand