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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Installationszonen in Wohnräumen und die Bereiche im Bad

Kurz gesagt: Unsichtbar verlegte Leitungen gehören in Wohnräumen in feste Installationszonen nach DIN 18015-3: waagerecht 15 bis 45 cm unter der Decke und 15 bis 45 cm über dem Fußboden, senkrecht 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Ecken. Außerhalb der Zonen sind nur senkrechte Leitungen zu einem Betriebsmittel erlaubt. Im Bad gelten zusätzlich die Bereiche 0, 1 und 2: Im Bereich 0 (in der Wanne) keine Installationsgeräte für 230 V, im Bereich 1 keine Steckdosen, im Bereich 2 keine 230-V-Steckdosen, und alle Stromkreise im Raum laufen über einen RCD mit höchstens 30 mA.

Warum es Installationszonen gibt

Wer später ein Bild aufhängt oder ein Regal dübelt, soll keine Leitung in der Wand treffen. Deshalb legt DIN 18015-3 fest, wo unsichtbar verlegte Leitungen in Wohnräumen laufen dürfen. Das Tabellenbuch Elektrotechnik (Cornelsen) zeigt die Zonen auf S. 144, Stand DIN 18015-3:2016-09. Diese Ausgabe ist laut DIN Media die aktuelle.

Die Zonen an der Wand

Fenster Tür Schloss oben 15–45 cm unten 15–45 cm Mitte 100–130 cm Zonen 10–30 cm neben Fenster, Tür und Ecke

Prinzipbild nach dem Tabellenbuch S. 144: farbig die Installationszonen, gestrichelt die mittlere Zone (nur für Räume mit Arbeitsflächen, z. B. Küche). Der Kasten neben der Tür ist ein Schalter in der Vorzugshöhe 105 cm, der Kasten unten eine Steckdose in 30 cm. Die senkrechte Zone an der Tür liegt auf der Schlossseite. Nicht für jede Wand maßstäblich.

Nr.ZoneLage laut Tabellenbuch S. 144
1senkrecht an Fenstern und Türen10 bis 30 cm neben der Rohbaukante
2senkrecht an Ecken10 bis 30 cm von der Rohbauecke
3waagerecht oben15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung
4waagerecht unten15 bis 45 cm über dem Fußboden
5auf oder unter der Decke20 bis 50 cm von der Wand
6im Türdurchgang15 bis 45 cm von der Wand
7waagerecht auf der Wand100 bis 130 cm über dem Fußboden, nur für Räume mit Arbeitsflächen festgelegt, z. B. Küchen

Dazu nennt das Tabellenbuch vier Regeln:

  • Außerhalb der Zonen sind nur senkrechte Leitungen zu einem Betriebsmittel erlaubt, also etwa von der oberen Zone hinunter zum Schalter.
  • Bei Standard-Türen gibt es die senkrechte Zone nur auf der Schlossseite.
  • Bei schrägen Wänden laufen die senkrechten Zonen parallel zu den Wandecken und Schrägen.
  • Sichtbar verlegte Leitungen dürfen auch anders verlegt werden.

Als Vorzugshöhen zeigt das Bild im Buch 105 cm über dem Fußboden für Schalter und 30 cm für Steckdosen. Liegt ein Schalter so in der senkrechten Zone neben der Tür, findet man seine Leitung auch ohne Plan.

Trotzdem vorher prüfen: Die Zonen helfen beim Planen und Suchen. Ob eine Wand wirklich frei ist, weiß man erst mit Plan oder Leitungssucher, denn nicht jede Anlage ist nach der Norm verlegt, vor allem ältere nicht.

Wie viele Steckdosen braucht ein Raum?

Das Tabellenbuch druckt auf S. 145 die Ausstattungswerte nach RAL-RG 678:2010-11 ab. Der Ausstattungswert 1 ist dort als Mindestausstattung nach DIN 18015-2 bezeichnet. Ein Auszug:

RaumSteckdosen allgemeinBeleuchtungs­anschlüsse
Küche52
Kochnische31
Bad22
WC11
Hausarbeitsraum31
Wohnzimmer bis 20 m² / über 20 m²4 / 52 / 3
Esszimmer31
Schlaf-, Kinder-, Arbeitszimmer bis 20 m² / über 20 m²4 / 51 / 2
Flur bis 3 m / über 3 m1 / 11 / 2
Hobbyraum31
Keller, Abstellraum11

Steckdosen an Betten und Arbeitsflächen mindestens als Doppelsteckdose, sie zählen in der Tabelle aber nur einfach. Dazu kommen je nach Raum Anschlüsse für Telefon und Daten, Radio und TV, Kühlgerät, Dunstabzug und Lüfter.

Wohnflächebis 50 m²50 bis 75 m²75 bis 100 m²100 bis 125 m²über 125 m²
Beleuchtungs- und Steckdosenstromkreise mindestens34567

Zusätzlich bekommen Elektroherd, Backofen, Mikrowelle, Geschirrspüler, Waschmaschine, Wäschetrockner und Warmwassergerät eigene Stromkreise (S. 145).

Die Bereiche im Bad

Für Räume mit Badewanne oder Dusche gilt DIN VDE 0100-701. Das Tabellenbuch fasst sie auf S. 147 zusammen, Stand Ausgabe 2008-10. Für den ganzen Raum gilt:

  • alle Stromkreise im Raum über einen RCD mit höchstens 30 mA,
  • zusätzlicher Schutzpotentialausgleich nur, wenn kein Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene vorliegt (mehr dazu bei Potentialausgleich und Erdung),
  • Stegleitungen und Leitungen, die andere Räume versorgen, im Bad mindestens 6 cm unter der Wandoberfläche.
Bereich 0 Bereich 1 Be- reich 2 225 cm 60 cm Wand · Wanne · Bereich 1 auch unter der Wanne
BereichWoNicht zulässigZulässig (Auswahl)Schutzart
0das Innere von Wanne oder DuschwanneInstallationsgeräte für 230 VSELV- und PELV-Stromkreise bis AC 12 V und DC 30 V, wenn der Hersteller sie für Bereich 0 zulässtmindestens IPX7
1über der Wanne bis 225 cm, auch unter der WanneSteckdosen und LeuchtenVerbindungs- und Anschlussdosen für Betriebsmittel der Bereiche 0 und 1, Wassererwärmer, Whirlpool-Einrichtungen, Duschpumpen, Handtuchtrockner, Abluftgeräte, SELV und PELV mit Basisschutz bis AC 25 V und DC 60 Vmindestens IPX4
260 cm breit neben Bereich 1 (Fadenmaß)230-V-SteckdosenVerbindungs- und Anschlussdosen für Betriebsmittel der Bereiche 0, 1 und 2, ortsfeste Leuchten, Wassererwärmer, Abluftgeräte, Rasiersteckdosen mit Trenntrafo, SELV und PELV mit Basisschutz bis AC 25 V und DC 60 V, Stromquellen für SELV und PELVmindestens IPX4

Beim abgemauerten Duschplatz ohne Wanne reicht Bereich 1 bis zur Höhe des Brausekopfs, mindestens aber 225 cm, und 120 cm um den Wasserauslass (S. 147). Einen Bereich 2 gibt es dort nicht: Die DKE erklärt in ihren Fragen und Antworten zur Ausgabe 2008-10, dass die Bereiche 1 und 2 bei Duschen ohne Wanne zu einem vergrößerten Bereich 1 zusammengefasst sind. Was IPX4 und IPX7 bedeuten, zeigt der Rechner IP-Schutzarten.

Neue Ausgabe beachten: Seit Juni 2025 gibt es DIN VDE 0100-701:2025-06 mit dem Titel „Orte mit Badewanne oder Dusche“. Sie ersetzt laut DIN Media die Ausgabe 2008-10, nach der das Tabellenbuch und diese Seite die Bereiche beschreiben. Der Text der neuen Ausgabe ist hier nicht ausgewertet. Vor dem Planen eines Bades den aktuellen Normtext oder die Fachkraft fragen.

Wie hoch liegt die obere Installationszone?

Laut Tabellenbuch (S. 144, DIN 18015-3:2016-09) 15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung. Die untere Zone liegt 15 bis 45 cm über dem Fußboden, die senkrechten Zonen 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Ecken.

Darf ich außerhalb der Installationszonen eine Leitung verlegen?

Unsichtbar nur senkrecht zu einem Betriebsmittel, etwa von der oberen Zone hinunter zu einem Schalter. Sichtbar verlegte Leitungen dürfen auch anders verlaufen.

Darf im Bad eine Steckdose im Bereich 2 sitzen?

Nach der Ausgabe 2008-10 sind im Bereich 2 keine 230-V-Steckdosen zulässig, wohl aber Rasiersteckdosen mit Trenntransformator. Im Bereich 1 sind Steckdosen gar nicht zulässig. Seit 2025 gibt es eine neue Ausgabe der Norm, vor dem Planen den aktuellen Stand prüfen.

Welche Schutzart brauchen Geräte in den Bereichen 1 und 2?

Laut Tabellenbuch mindestens IPX4, im Bereich 0 mindestens IPX7.

Wie viele Steckdosen braucht ein Wohnzimmer mindestens?

Beim Ausstattungswert 1, der Mindestausstattung, nennt das Tabellenbuch (S. 145) für ein Wohnzimmer bis 20 m² vier allgemeine Steckdosen und zwei Beleuchtungsanschlüsse, über 20 m² fünf und drei.

Wichtig: Alle Werte sind Richtwerte zur Vorplanung und Plausibilitätsprüfung. Maßgeblich sind die geltenden Normen, die Herstellerangaben und die Beurteilung durch eine Elektrofachkraft.
Aus der Praxis: erstellt von Felix Albers, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Betriebselektriker in der Industrie. Die Werte stammen aus den Rechnern und Tabellen dieser Seite. Veröffentlicht: · Stand: · Quellen & Normstand