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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Elektro-Toolbox — RCD & Schleifenimpedanz
Berechnet am · Richtwert, kein prüffähiger Nachweis · https://erechner.alberssystems.de/rcd-schleife/
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Schleifenimpedanz und RCD-Messwerte einordnen

Beta

Die Schleifenimpedanz Zs ist der Widerstand der Fehlerschleife über Außenleiter und Schutzleiter. Sie entscheidet, ob ein Leitungsschutzschalter bei einem Körperschluss schnell genug auslöst.

Gemessene Schleifenimpedanz und RCD-Messwerte gegen die rechnerischen Grenzen halten — als ungeprüfte Orientierung mit zwei getrennten Bewertungsbereichen. Kein Prüf- oder Freigabenachweis.

VDE 0100-410 · EN 61008/61009
Ungeprüfte Orientierung – kein Prüf- oder Freigabenachweis. Diese Seite ordnet einzelne Messwerte rechnerisch ein. Messverfahren, Messunsicherheit, der passende RCD-Typ, die Staffelung in der Anlage, Netzsystem und Anlagenbedingungen bleiben unbewertet. Die normgerechte Prüfung und Bewertung gehört der Elektrofachkraft.
🌐 Bereich 1 · Schleifenimpedanz Zs
Ω
V
🔌 Bereich 2 · RCD-Messwerte (getrennt vom Zs-Bereich)
mA
Sinusförmiger Prüfstrom (Wechselstrom)
ms
Unverzögert bei 1 · IΔn: höchstens 300 ms
Einordnung der Einzelwerte — Ungeprüfte Orientierung, kein Prüf- oder Freigabenachweis
–
Mindestens einen Messwert eingeben
Was hier bewertet wird — und was ausdrücklich nicht
Zs(gemessen) ≤ ⅔ · U0 / Ia  ·  Auslösefenster: IΔn/2 < IΔ ≤ IΔn  ·  unverzögert t ≤ 300 / 150 / 40 ms bei 1 / 2 / 5 · IΔn

Schleifenimpedanz: Die Abschaltbedingung lautet Zs·Ia ≤ U0 (VDE 0100-410), mit dem oberen Auslösewert der Charakteristik. Gemessen wird aber bei Raumtemperatur, und im Fehlerfall erwärmen sich die Leiter, ihr Widerstand steigt. Deshalb muss der Messwert unter zwei Dritteln von U0/Ia liegen (DIN VDE 0100-600). Genau damit bewertet diese Seite. Die Messunsicherheit des Prüfgeräts ist darin nicht enthalten: Liegt der Wert knapp unter der Grenze, gehört sie zusätzlich betrachtet.

RCD: Ein intakter RCD löst zwischen dem halben und dem vollen Bemessungsdifferenzstrom aus. Wie schnell, hängt vom Prüfstrom und von der Ausführung ab. Die Grenzen bei sinusförmigem Prüfstrom:

PrüfstromUnverzögert (allgemein)Selektiv (S)
1 · IΔnhöchstens 300 ms130 bis 500 ms
2 · IΔnhöchstens 150 ms60 bis 200 ms
5 · IΔnhöchstens 40 ms50 bis 150 ms

Der selektive RCD hat zusätzlich eine Mindestzeit: Löst er schneller aus, ist er nicht mehr zeitverzögert, und der nachgeschaltete unverzögerte RCD verliert den Vorrang. Die Produktnormen EN 61008-1/61009-1 sind im Quellenregister mit Ausgabe und Beleg dokumentiert (Abschaltzeiten nach der Doepke-Info-Zeitung 07/2017). Mit pulsierendem Gleichfehlerstrom (Typ A) oder Gleichstrom (Typ B) gelten andere Prüfströme — diese Messungen bewertet die Seite nicht.

RCD-Typen

Der Typ sagt, welche Form von Fehlerstrom der RCD erkennt. Die Typen bauen aufeinander auf: Jeder erfasst alles, was der Typ eine Zeile darüber erfasst, und zusätzlich mehr.

TypErfasstTypischer Einsatz
ACnur sinusförmige Wechselfehlerströmein Deutschland nicht zulässig (DIN VDE 0100-530)
Azusätzlich pulsierende Gleichfehlerströmeüblicher Typ in Endstromkreisen
Fzusätzlich Fehlerströme mit MischfrequenzenGeräte mit einphasigem Frequenzumrichter (DIN EN 62423)
Bzusätzlich glatte Gleichfehlerströmedreiphasige Frequenzumrichter; Ladepunkte für E-Autos, dort alternativ Typ A mit 6-mA-Gleichstromerkennung (DIN VDE 0100-722)

S ist kein eigener Typ, sondern die zeitverzögerte Ausführung (zum Beispiel „Typ A S“ oder „Typ B S“). Ein selektiver RCD sitzt vor unverzögerten RCDs, damit bei einem Fehler nur der nächstgelegene auslöst.

Nicht bewertet: Messverfahren und -unsicherheit, ob der RCD-Typ zu den Verbrauchern passt, die Staffelung in der Anlage, Netzsystem, Berührungsspannung, Zustand der Anlage. Ein grünes Häkchen hier ist eine Rechenwert-Einordnung — mehr nicht.

Fragen aus der Praxis

Beispiel aus der Praxis

Wartung am Unterverteiler der Montagehalle: Der Steckdosenkreis hängt an einem C16, und dein Installationstester zeigt an der letzten Dose Zs = 1,1 Ω. Bevor du den Wert ins Protokoll überträgst, willst du wissen, wie viel Luft bis zur Grenze bleibt.

U0 / Ia = 230 V / (10 × 16 A) = 230 V / 160 A = 1,4375 Ω  ·  Grenze für den Messwert: ⅔ · 1,4375 Ω ≈ 0,958 Ω  ·  gemessen: 1,1 Ω

1,1 Ω liegt zwar unter 1,4375 Ω, aber über der Grenze für den Messwert. Im Fehlerfall wird die Leitung warm, ihr Widerstand steigt, und der Automat löst womöglich nicht mehr schnell genug magnetisch aus. Dieser Wert gehört nicht einfach ins Protokoll: Ursache suchen (Klemmstellen, Leitungslänge, Querschnitt) oder den Stromkreis anders absichern, etwa mit B statt C oder zusätzlich mit RCD. Die Bewertung bleibt Sache der Elektrofachkraft.

Welche Schleifenimpedanz ist bei B16 rechnerisch zulässig?

Rechnerisch 2,875 Ω: 230 V / (5 × 16 A) = 230/80 = 2,875 Ω. Siemens nennt in seinem Projektierungshandbuch gerundet 2,9 Ω. Für einen gemessenen Wert gilt aber nur zwei Drittel davon, also rund 1,9 Ω, weil kalt gemessen wird und die Leiter im Fehlerfall wärmer sind (DIN VDE 0100-600). Weitere Kombinationen aus Charakteristik und Nennstrom rechnet dir der Rechner zur Abschaltbedingung durch.

Bei welchem Strom muss ein 30-mA-RCD auslösen?

Oberhalb von 15 mA und spätestens bei 30 mA — das Auslösefenster liegt zwischen IΔn/2 und IΔn. Löst der RCD schon unter 15 mA aus, steckt oft Vorbelastung durch Ableitströme im Stromkreis dahinter; löst er bis 30 mA gar nicht aus, liegt der Wert außerhalb des Fensters — dann heißt es Fehlersuche statt Weiterklicken.

Wie schnell muss ein RCD auslösen?

Ein unverzögerter RCD muss bei IΔn nach höchstens 300 ms abschalten, bei 2 · IΔn nach 150 ms und bei 5 · IΔn nach 40 ms. Gängige Geräte liegen im Messprotokoll meist deutlich darunter. Für selektive RCDs (S) gilt ein Zeitfenster: bei IΔn 130 bis 500 ms, bei 2 · IΔn 60 bis 200 ms, bei 5 · IΔn 50 bis 150 ms. Die Werte stammen aus den Produktnormen EN 61008-1/61009-1. Belegt sind sie über die Doepke-Info-Zeitung 07/2017; Ausgaben und Beleg stehen im Quellenregister.

Welchen RCD-Typ brauche ich?

Das hängt davon ab, welche Fehlerströme die Verbraucher erzeugen können. Typ A ist der übliche Typ in Endstromkreisen. Geräte mit einphasigem Frequenzumrichter brauchen Typ F. Dreiphasige Frequenzumrichter können glatte Gleichfehlerströme erzeugen, die nur Typ B erfasst. Typ AC ist in Deutschland nicht zulässig (DIN VDE 0100-530). Die Angabe des Geräteherstellers geht vor, und die Auswahl gehört zur Planung durch die Elektrofachkraft.

Warum ersetzt der Rechner keine Prüfung nach VDE?

Weil eine Rechengrenze nichts über deine Anlage weiß. Eine Prüfung nach VDE 0100-600 bzw. 0105-100 heißt Besichtigen, Erproben, Messen — mit Bewertung und Dokumentation durch die Elektrofachkraft. Diese Seite liefert eine ungeprüfte Orientierung als Plausibilitätscheck; ob deine gemessene Zs überhaupt zur Leitung passt, rechnest du ergänzend über den Leitungswiderstand gegen. Den ganzen Ablauf der Erstprüfung, vom Besichtigen bis zur Funktionsprüfung, erklärt die Lernseite Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600.

Annahmen & Gültigkeitsbereich
  • Zs-Grenze aus U0/Ia mit dem oberen Auslösewert (B 5×, C 10×, D 20×); der Messwert muss unter 2/3 davon liegen, weil kalt gemessen wird und die Leiter sich im Fehlerfall erwärmen
  • Die Messunsicherheit des Prüfgeräts ist im Faktor 2/3 nicht enthalten
  • RCD-Bewertung: Auslösefenster IΔn/2 bis IΔn; Abschaltzeiten bei sinusförmigem Prüfstrom — unverzögert höchstens 300 / 150 / 40 ms bei 1 / 2 / 5 · IΔn, selektiv (S) 130–500 / 60–200 / 50–150 ms. Belegt über die Doepke-Info-Zeitung 07/2017, S. 2 (Quellenregister)
  • Prüfung mit pulsierendem Gleichfehlerstrom (Typ A) oder Gleichstrom (Typ B) hat andere Prüfströme und wird hier nicht bewertet
  • Messverfahren, Messunsicherheit, der passende RCD-Typ (AC/A/F/B), die Staffelung in der Anlage, Netzsystem und Anlagenzustand werden NICHT bewertet
  • Einzelne grüne Kriterien sind rechnerische Einordnungen — niemals ein Prüf- oder Freigabenachweis

Normstand: DIN VDE 0100-410:2018-10 (Zs·Ia ≤ U0) · DIN VDE 0100-600:2017-06 (Messwert ≤ 2/3 · U0/Ia) · DIN EN 60898-1:2025-08 (Ia) · DIN EN 61008-1:2018-03/61009-1:2023-08 (RCD-Fenster und Abschaltzeiten, belegt über Doepke) · DIN EN 62423:2023-12 (Typ F und B) · DIN VDE 0100-530:2018-06 (Typ AC in Deutschland nicht zulässig) — Ausgaben und Quellenstatus im Norm- und Quellenregister.

Status: Rechnerische Orientierung — das Ergebnis bewertet nur das genannte rechnerische Einzelkriterium und ersetzt weder Messung noch Planung durch eine Elektrofachkraft.

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