Was bedeutet der goldene Ring am Widerstand?
Gold und Silber sind nie Ziffern
Die meisten Farben auf einem Widerstand stehen für eine Ziffer von 0 bis 9. Gold und Silber nicht: Sie kommen nur in zwei Rollen vor — als Multiplikator oder als Toleranzring. Die Zuordnung nach IEC 60062, wie sie auch der Rechner verwendet:
| Farbe | Ziffer | Als Multiplikator | Als Toleranzring |
|---|---|---|---|
| gold | — | × 0,1 | ± 5 % |
| silber | — | × 0,01 | ± 10 % |
Welche Rolle gilt, hängt allein an der Position des Rings. Bei vier Ringen ist die Reihenfolge Ziffer · Ziffer · Multiplikator · Toleranz, bei fünf Ringen kommt eine dritte Ziffer davor.
Gold am Ende: die Toleranz
Das ist der Normalfall. Ein Widerstand braun-schwarz-braun-gold hat 100 Ω mit ±5 % Toleranz — zulässig sind also 95 bis 105 Ω. Mit Silber statt Gold wären es ±10 %, also 90 bis 110 Ω. Vier Ringe mit Goldring findest du typischerweise an Kohleschichtwiderständen; Metallschichtwiderstände mit fünf Ringen haben ±1 % und enger — ein brauner Toleranzring steht dabei für ±1 %.
Ein Messwert innerhalb dieser Spanne ist kein Defekt: Ein 10-kΩ-Widerstand mit Goldring darf zwischen 9,5 und 10,5 kΩ liegen.
Gold in der Mitte: der Multiplikator ×0,1
Bei kleinen Werten unter 10 Ω reicht kein Multiplikator ab ×1 mehr. Dann steht Gold direkt nach den Ziffernringen und teilt den Wert durch zehn — Silber teilt durch hundert. Einige Beispiele, jeweils mit dem Rechner rückwärts ermittelt:
| Wert | Ringe (4 Ringe, ±5 %) | Rechnung |
|---|---|---|
| 4,7 Ω | gelb-violett-gold-gold | 47 × 0,1 |
| 2,2 Ω | rot-rot-gold-gold | 22 × 0,1 |
| 1 Ω | braun-schwarz-gold-gold | 10 × 0,1 |
| 0,47 Ω | gelb-violett-silber-gold | 47 × 0,01 |
| 0,1 Ω | braun-schwarz-silber-gold | 10 × 0,01 |
Zwei goldene Ringe hintereinander sind also kein Druckfehler: Der erste ist der Multiplikator, der zweite die Toleranz.
Bei fünf Ringen taucht Gold an vierter Stelle schon früher auf: 10 Ω ist braun-schwarz-schwarz-gold-braun, 47 Ω ist gelb-violett-schwarz-gold-braun. Drei Ziffern ergeben 100 bzw. 470, der Goldring macht daraus 10 bzw. 47 Ω, der braune Ring am Ende steht für ±1 %.
Gold verrät die Leserichtung
Gold und Silber kommen nie als erster Ring vor. Steht einer davon außen, hältst du den Widerstand verkehrt herum — der Toleranzring sitzt am Ende, meist mit etwas größerem Abstand zu den anderen. Das ist die schnellste Kontrolle, bevor du Farben in den Rechner tippst.
Alle Angaben sind Richtwerte zum Ablesen. Im Zweifel misst du den ausgebauten Widerstand spannungsfrei nach, statt dich nur auf die Farben zu verlassen.
Was bedeutet ein silberner Ring am Widerstand?
Am Ende ist Silber der Toleranzring und steht für ±10 %. Direkt nach den Ziffernringen ist Silber der Multiplikator ×0,01: gelb-violett-silber ergibt 47 × 0,01 = 0,47 Ω. Eine Ziffer ist Silber nie, genauso wenig wie Gold.
Was bedeuten zwei goldene Ringe am Widerstand?
Der erste goldene Ring ist der Multiplikator ×0,1, der zweite die Toleranz ±5 %. Ein Widerstand gelb-violett-gold-gold hat demnach 4,7 Ω, rot-rot-gold-gold 2,2 Ω und braun-schwarz-gold-gold 1 Ω — jeweils mit ±5 % Toleranz.
Auf welcher Seite ist der goldene Ring?
Der Toleranzring sitzt am Ende und steht meist mit etwas mehr Abstand zu den anderen Ringen. Von der anderen Seite beginnst du zu lesen. Weil Gold und Silber nie als erster Ring vorkommen, liest du verkehrt herum, sobald außen einer davon steht.
Warum steht bei 5 Ringen Gold an vierter Stelle?
An vierter Stelle sitzt beim 5-Ring-Code der Multiplikator. Gold bedeutet dort ×0,1, nicht die Toleranz: braun-schwarz-schwarz-gold-braun ist 100 × 0,1 = 10 Ω mit ±1 %. Die Toleranz steht in diesem Fall im braunen fünften Ring.