Wie viel Strom darf die Leitung dauerhaft führen? Mit Verlegeart A1 bis E, Umgebungstemperatur und Häufung — und der Prüfung, ob deine geplante Absicherung dazu passt.
Die Strombelastbarkeit begrenzt, wie viel Strom eine Leitung dauerhaft führen darf, ohne dass die Isolierung zu heiß wird. Bei PVC liegt die zulässige Leitertemperatur bei 70 °C. Die Tabellenwerte gelten für 30 °C Umgebungstemperatur und einen einzeln verlegten Stromkreis. Weicht die Situation ab, wird mit Faktoren umgerechnet:
Dieselbe 2,5-mm²-Leitung darf frei auf einer Pritsche deutlich mehr Strom führen als eingeputzt in einer wärmegedämmten Wand — die Wärme muss ja irgendwo hin. Vor dem Aufdimensionieren lohnt der Blick, ob die Leitung nicht anders verlegt werden kann.
Neun gebündelte Stromkreise auf einer Trasse halbieren die Belastbarkeit praktisch. Sind nicht alle gleichzeitig voll belastet, darf mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor gerechnet werden — das ist aber eine Planungsentscheidung, die begründet und dokumentiert gehört.
Der Betriebsstrom muss kleiner sein als der Nennstrom der Sicherung, und dieser wiederum kleiner als die zulässige Belastbarkeit der Leitung.
Abgebildet sind Kupferleitungen mit PVC-Isolierung bis 120 mm². Für Gummi, VPE (90 °C), Aluminium, Erdverlegung (Verlegeart D) oder größere Querschnitte sind die Originaltabellen der Norm heranzuziehen.
Du sollst in der Halle eine neue Werkbank mit eigenem B16-Automaten anfahren. Die Zuleitung NYM-J 5×2,5 mm² soll im Installationsrohr auf der Wand laufen (Verlegeart B2, 3 belastete Adern), auf der Trasse liegen schon drei weitere belastete Stromkreise, und im Sommer hat die Halle gut 35 °C.
Die 2,5 mm² reichen hier nicht — erst 4 mm² tragen den B16-Automaten. Bei der Leitungslänge lohnt danach der Blick auf den Spannungsfall; ob die Abschaltbedingung erfüllt ist, bestätigt am Ende immer die Messung durch die Elektrofachkraft.
Als Richtwert nach VDE 0298-4 (Kupfer, PVC, drei belastete Adern, Verlegeart B1): 15,5 A bei 1,5 mm², 21 A bei 2,5 mm² und 28 A bei 4 mm². Frei in Luft (E) sind es 18,5, 25 und 34 A, als Mantelleitung in der gedämmten Wand (A2) nur 13, 17,5 und 23 A — ohne Verlegeart ist die Frage nicht seriös zu beantworten.
B1 heißt: einzelne Adern im Elektrorohr auf oder in der Wand. B2 ist dasselbe Rohr, aber mit Mantelleitung wie NYM darin — durch den zusätzlichen Mantel kühlt sie schlechter, die Werte liegen etwas niedriger. C steht für Verlegung direkt auf der Wand oder unter Putz ohne Rohr, E für frei in Luft mit Abstand, etwa auf der Kabelpritsche.
Weil sich nebeneinanderliegende belastete Leitungen gegenseitig aufheizen: Jede gibt ihre Verlustwärme an dieselbe Umgebung ab, und die mittleren Leitungen im Bündel werden ihre Wärme kaum noch los. Schon zwei gehäufte Stromkreise kosten 20 Prozent Belastbarkeit (Faktor 0,80), vier Stromkreise 35 Prozent (Faktor 0,65). Gezählt wird dabei, was gleichzeitig unter Last steht — nicht jede Leitung auf der Trasse.
Für die zwei häufigsten Fälle in der Praxis — Mantelleitung im Rohr (B2) und Verlegung direkt auf oder unter Putz (C) — gelten bei drei belasteten Adern folgende Richtwerte nach VDE 0298-4 (Kupfer, PVC, 30 °C, ein Stromkreis). Bei Häufung oder höherer Umgebungstemperatur rechnest du sie mit den Faktoren aus dem Rechner oben herunter.
| Querschnitt | Iz bei B2 | Iz bei C |
|---|---|---|
| 1,5 mm² | 15 A | 17,5 A |
| 2,5 mm² | 20 A | 24 A |
| 4 mm² | 27 A | 32 A |
| 6 mm² | 34 A | 41 A |
| 10 mm² | 46 A | 57 A |
| 16 mm² | 62 A | 76 A |
Der Rechenweg erscheint, sobald alle Pflichtfelder gefüllt sind.
Mit „Neue Übung" bekommst du eine Zufallsaufgabe mit nachprüfbarer Lösung.
Normstand: DIN VDE 0298-4 — Tabellenwerte gegen Ausgabe 2023-06 zu verifizieren — Ausgaben und Quellenstatus im Norm- und Quellenregister.
Status: Rechnerische Orientierung — das Ergebnis bewertet nur das genannte rechnerische Einzelkriterium und ersetzt weder Messung noch Planung durch eine Elektrofachkraft.