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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Wechselschaltung falsch angeschlossen

Die Lampe geht nur in manchen Schalterstellungen, ein Schalter tut nichts, oder sie geht nicht mehr aus. Manchmal scheint auch alles zu gehen, und trotzdem stimmt etwas nicht. Hier ist in der Wechselschaltung eine Ader falsch angeschlossen, wie es bei der Montage passiert. Prüf alle vier Stellungen von S1 und S2, miss an den Messpunkten und finde die Ader. Unterbrochene Leitungen übst du in der Fehlersuche an der Wechselschaltung.

Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.

Messen an Punkt:

So gehst du vor

  1. Fehler einbauen

    Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 6. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber eine Ader ist falsch angeschlossen. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung.

  2. Funktionsprüfung: alle vier Stellungen

    Schalte S1 und S2 durch alle vier Stellungen und schreib in eine Tabelle, wann die Lampe leuchtet. Ohne Fehler leuchtet sie in zwei Stellungen, und jeder Schalter schaltet sie um. Eine Stellung allein reicht nicht: Manche Fehler zeigen sich nur in einer der vier Stellungen, einer gar nicht.

  3. Messen und vergleichen

    Eine Prüfspitze liegt an N. Tippe im Plan auf einen Messpunkt oder auf seine Nummer unter dem Plan. Miss so in jeder Stellung die Punkte 1 bis 5 und vergleiche mit der Tabelle unten. Verdächtig ist jeder Wert, der nicht passt: beide Korrespondierenden mit Spannung, keine mit Spannung oder Spannung, wo keine sein darf.

  4. Eingrenzen

    Passt ein Wert nicht, sitzt irgendwo eine Ader an der falschen Klemme. Überleg, welche falsche Verbindung den Wert erklärt. Welche Punkte wirklich miteinander verbunden sind, zeigt dir der Durchgangsprüfer an der freigeschalteten Anlage (siehe unten).

  5. Auflösung ansehen

    Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.

So sieht die Tabelle ohne Fehler aus. In den Spalten 2, 3 und 4 steht, was die Messpunkte gegen N zeigen, in Volt. Punkt 1 zeigt in jeder Stellung 230 V, Punkt 5 immer 0 V.

StellungLampe234
beide in Grundstellungaus23000
nur S1 umgeschaltetan0230230
nur S2 umgeschaltetan2300230
beide umgeschaltetaus02300

An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht.

Umgeklemmt wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.

Die Messpunkte

  1. Hinter dem Leitungsschutzschalter F1

    Hier muss immer Spannung anliegen. Von hier gehört der Außenleiter an den gemeinsamen Anschluss von S1.

  2. Rechte Korrespondierende

    S1 legt den Außenleiter entweder auf die rechte oder auf die linke Korrespondierende. Ohne Fehler hat immer genau einer der beiden Punkte 2 und 3 Spannung, nie beide und nie keiner.

  3. Linke Korrespondierende

    Spannung liegt an, wenn S1 umgeschaltet ist.

  4. Schaltdraht vor der Lampe

    S2 legt eine der beiden Korrespondierenden auf den Schaltdraht. Spannung liegt hier nur an, wenn die Lampe leuchten soll.

  5. Neutralleiter hinter der Lampe

    Gegen N misst man hier immer 0 V. Zeigt Punkt 5 Spannung, ist der Neutralleiter unterbrochen oder mit dem Außenleiter vertauscht.

Im freigeschalteten Zustand prüfen

Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L und N gehen: Der Durchgangsprüfer zeigt, ob zwischen ihnen eine leitende Verbindung besteht. Die Schalter kannst du dabei weiter umlegen.

Steht dort „Durchgang über die Lampe E1“, führt der Weg nicht direkt von Punkt zu Punkt, sondern über das Leuchtmittel. Ein echter Durchgangsprüfer zeigt nicht an, worüber er Durchgang hat. Dreh deshalb das Leuchtmittel heraus oder klemm die Verbraucher ab, bevor du prüfst.

Ohne Fehler verbindet jeder Wechselschalter seinen gemeinsamen Anschluss mit genau einer Korrespondierenden. Zwischen 2 und 3 ist deshalb nie Durchgang. Steht S1 in Grundstellung, ist zwischen 1 und 2 Durchgang, umgeschaltet zwischen 1 und 3. Steht S2 in Grundstellung, ist zwischen 3 und 4 Durchgang, umgeschaltet zwischen 2 und 4.

Was du hier damit findest:

An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.

Auflösungen

Fehler 1: Auflösung

Beobachtung: Die Lampe leuchtet nur in einer der vier Stellungen: S1 in Grundstellung, S2 umgeschaltet.

Messung: Ist S1 umgeschaltet, zeigen Punkt 2 und Punkt 3 beide 0 V. Punkt 1 zeigt 230 V.

Ursache: Der Außenleiter kommt bis S1, aber umgeschaltet gibt S1 ihn auf keine Korrespondierende weiter. An S1 sind Außenleiter und rechte Korrespondierende vertauscht: Der Außenleiter sitzt an der Klemme der Korrespondierenden, die Korrespondierende am gemeinsamen Anschluss. In Grundstellung geht der Strom trotzdem durch, umgeschaltet verbindet S1 nur die beiden Korrespondierenden miteinander. Das zeigt auch der Durchgangsprüfer.

Fehler 2: Auflösung

Beobachtung: Alles wie ohne Fehler: Die Lampe leuchtet in zwei Stellungen, und jeder Schalter schaltet sie um.

Messung: Punkt 5 zeigt in jeder Stellung 230 V. Ist die Lampe aus, zeigt auch Punkt 4 230 V.

Ursache: Außenleiter und Neutralleiter sind vertauscht, zum Beispiel in der Abzweigdose. Der Außenleiter liegt dauernd am N-Anschluss der Lampe, die Schalter schalten den Neutralleiter. Die Lampe geht an und aus, steht aber auch ausgeschaltet unter Spannung. Wer dann das Leuchtmittel wechselt und die Fassung berührt, kann einen elektrischen Schlag bekommen. Die Funktionsprüfung zeigt diesen Fehler nicht, erst die Messung. Vorsicht an der echten Leuchte: Die Ader am N-Anschluss ist genau die vertauschte, gegen sie gemessen sieht alles normal aus. An der Leuchte misst du deshalb auch gegen PE: Am N-Anschluss darf gegen PE keine Spannung liegen.

Fehler 3: Auflösung

Beobachtung: Die Lampe leuchtet, sobald S1 umgeschaltet ist, egal wie S2 steht. S2 schaltet nichts.

Messung: Punkt 4 zeigt in jeder Stellung dasselbe wie Punkt 3, auch mit umgeschaltetem S2.

Ursache: Der Schaltdraht hängt direkt an der linken Korrespondierenden: Er ist an S1 angeklemmt statt am gemeinsamen Anschluss von S2. S2 liegt damit nicht mehr im Stromweg, sein gemeinsamer Anschluss ist leer. Dasselbe Messbild gibt ein S2, der mechanisch in Grundstellung hängt. Dass es eine falsch angeklemmte Ader ist, zeigt der leere gemeinsame Anschluss von S2.

Fehler 4: Auflösung

Beobachtung: Wie bei Fehler 1: Die Lampe leuchtet nur, wenn S1 in Grundstellung steht und S2 umgeschaltet ist.

Messung: Steht S2 in Grundstellung, zeigen Punkt 2 und Punkt 3 beide 230 V, egal wie S1 steht. Punkt 4 zeigt dabei 0 V.

Ursache: Beide Korrespondierenden haben Spannung, also verbindet S2 sie miteinander. An S2 sind Schaltdraht und rechte Korrespondierende vertauscht: Die Korrespondierende sitzt am gemeinsamen Anschluss, der Schaltdraht an ihrer Klemme. Von außen sieht Fehler 4 aus wie Fehler 1. Erst die Punkte 2 und 3 trennen sie: Bei Fehler 1 haben beide keine Spannung, hier haben beide Spannung.

Fehler 5: Auflösung

Beobachtung: Die Lampe leuchtet in allen vier Stellungen. Kein Schalter schaltet sie aus.

Messung: Punkt 4 zeigt immer 230 V. Die Punkte 2 und 3 zeigen dasselbe wie ohne Fehler.

Ursache: Der Schaltdraht hängt direkt am Außenleiter: Er ist am gemeinsamen Anschluss von S1 angeklemmt statt an S2. S1 verteilt die Spannung noch richtig auf die Korrespondierenden, aber S2 hat keinen Einfluss mehr. Sein gemeinsamer Anschluss ist leer.

Fehler 6: Auflösung

Beobachtung: Die Lampe leuchtet, sobald S2 umgeschaltet ist, egal wie S1 steht. S1 schaltet nichts.

Messung: Punkt 2 zeigt in jeder Stellung 230 V, Punkt 3 nie.

Ursache: Der Außenleiter kommt nicht über S1, sondern direkt auf die rechte Korrespondierende: Er ist an S2 angeklemmt statt am gemeinsamen Anschluss von S1. S1 liegt damit nicht mehr im Stromweg, sein gemeinsamer Anschluss ist leer. Dasselbe Messbild gibt ein S1, der mechanisch in Grundstellung hängt. Dass es eine falsch angeklemmte Ader ist, zeigt der leere gemeinsame Anschluss von S1. Fehler 3 und 6 sehen ähnlich aus. Welcher Schalter nichts tut, zeigt die Tabelle.

Neue Wechselschaltung prüfen, bevor die Abdeckungen drauf sind

Die Fehler auf dieser Seite entstehen bei der Montage. Am leichtesten findest du sie, solange die Schalter noch offen sind. Prüf eine neu verdrahtete Wechselschaltung deshalb in derselben Reihenfolge wie bei der Erstprüfung einer neuen Anlage.

Warum reicht es nicht, einmal ein- und auszuschalten?

Schaltest du aus der Grundstellung nur an S2 ein und wieder aus, sehen Fehler 1, 4 und 6 ganz normal aus. Nimmst du nur S1, fällt Fehler 3 nicht auf. Erst wenn jeder Schalter in beiden Stellungen des anderen umgelegt wurde, hast du alle vier Stellungen gesehen. Dann zeigt die Tabelle jeden Fehler dieser Seite außer Fehler 2.

Muss die blaue Ader zwischen den Schaltern gekennzeichnet werden?

Ja, wenn sie eine Korrespondierende führt. Die Wechselschaltung braucht zwischen S1 und S2 keinen Neutralleiter. In einer dreiadrigen Leitung darf die blaue Ader dort deshalb eine Korrespondierende sein. Sie wird dann an beiden Enden dauerhaft gekennzeichnet, sonst hält sie später jemand für den Neutralleiter. Grün-gelb bleibt in jedem Fall dem Schutzleiter vorbehalten. Mehr dazu bei den Aderfarben.

Wechselschalter in 3D zerlegt →Kontaktwippe, L und Korrespondierende: So funktioniert die Wechselschaltung.

Weitere Fehlersuchen

Von leicht nach schwer. Alle Fehlersuchen →

Weitere Schaltungen

Wechselschaltung zum Ausprobieren → Eine Lampe von zwei Stellen: Wechselschalter antippen und den Strompfad verfolgen. Kreuzschaltung zum Ausprobieren → Eine Lampe von drei Stellen: zwei Wechselschalter und ein Kreuzschalter im Plan. Serienschaltung zum Ausprobieren → Zwei Lampen, ein Serienschalter mit zwei Wippen: Strompfad live im Plan. Stromstoßschaltung zum Ausprobieren → Taster und Stromstoßschalter: Jeder Tastendruck schaltet die Lampe um. Ausschaltung zum Ausprobieren → Ein Schalter, eine Lampe: Schalter im Plan antippen und sehen, wo Strom fließt.

Alle Schaltungen →

Warum geht die Wechselschaltung nur in manchen Stellungen?

Eine Ursache ist eine Ader an der falschen Klemme: Ist an S1 der Außenleiter oder an S2 der Schaltdraht mit einer Korrespondierenden vertauscht, leuchtet die Lampe nur noch in einer Stellung. Dasselbe Bild gibt eine unterbrochene Korrespondierende. Den Unterschied zeigt der Durchgangsprüfer: Sind die beiden Korrespondierenden über einen Schalter miteinander verbunden, sitzt eine von ihnen am gemeinsamen Anschluss.

Sind vertauschte Korrespondierende ein Fehler?

Nein. Sind die beiden Korrespondierenden an einem Schalter vertauscht, leuchtet die Lampe in den beiden anderen Stellungen. Jeder Schalter schaltet sie trotzdem um. Deshalb sagt die Stellung der Wippe nichts darüber, ob die Lampe an ist.

Warum gehört der Schalter in den Außenleiter?

Ein Schalter im Neutralleiter macht die Lampe zwar dunkel, aber nicht spannungsfrei: Über den Außenleiter steht die Fassung weiter unter Spannung. Darum gehört ein einpoliger Schalter wie der Wechselschalter immer in den Außenleiter. Welche Ader der Außenleiter ist, prüfst du bei der Montage mit einem zweipoligen Spannungsprüfer.

Wie genau ist die Übung?

Der Plan ist vereinfacht und kennt nur 230 V oder 0 V. Er zeigt die Schaltung immer so, wie sie sein soll: Die falsch angeklemmte Ader ist nicht eingezeichnet. Verlass dich deshalb auf die Lampe und die Messwerte, nicht auf die Zeichnung. An der echten Anlage findest du den Fehler durch genaues Hinsehen an den Klemmen und durch Messen. Moderne Leuchtmittel mit Elektronik verhalten sich beim Messen anders als ein einfacher Glühfaden. Kennzeichnung und Klemmen der Schalter unterscheiden sich je nach Hersteller.

Diese Fehlersuche auf der eigenen Seite einbinden

Für Lernplattformen wie Moodle, Schul- und Ausbildungsseiten: Diese Fehlersuche läuft dann direkt auf deiner Seite, kostenlos, werbefrei, ohne Tracking.

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