Fehlersuche Pumpensteuerung üben
Der Behälter läuft über, die Pumpe läuft trocken oder schaltet ständig ein und aus: Hier steckt im Steuerstromkreis der Pumpensteuerung mit Füllstand ein Fehler deiner Wahl. Lass den Behälter steigen und fallen, miss an den Messpunkten und grenze ein, wo es hakt. Neu gegenüber der Fehlersuche am Rolltor: Die Schwimmerschalter hängen vom Füllstand ab, und der ändert sich auch, wenn niemand etwas drückt.
Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.
So gehst du vor
-
Fehler einbauen
Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 6. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber eine Stelle ist defekt. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung. Der Behälter steht am Anfang bei 30 %, der Zulauf ist offen, S1 steht auf Automatik.
-
Beobachten: Was macht der Füllstand?
Sieh zu, bis der Behälter 80 % erreicht. Läuft die Pumpe an? Läuft sie bis kurz unter 20 % weiter? Hält sie dort an? Leuchtet P1, solange sie läuft? Die Zeile unter dem Plan zeigt, ob die Pumpe läuft und wie voll der Behälter ist. Mit Zulauf sperren hältst du den Füllstand an, solange die Pumpe steht. Die Messpunkte liegen alle im Steuerstromkreis.
-
Messen: Bis wohin ist Spannung da?
Eine Prüfspitze liegt an N. Tippe im Plan auf einen Messpunkt oder auf seine Nummer unter dem Plan. Achte auf den Füllstand: Unter 80 % ist B1 offen, und hinter Punkt 3 fehlt die Spannung auch ohne Fehler, solange die Pumpe nicht schon läuft. Unter 20 % ist B2 offen, beim Abpumpen öffnet er erst bei 16 %. Am besten misst du, wenn der Behälter über 80 % steht: Sperr den Zulauf, sobald er dort ist, falls die Pumpe nicht anläuft.
-
Eingrenzen
Der Fehler sitzt zwischen dem letzten Punkt mit 230 V und dem ersten Punkt mit 0 V. Was dort im Plan liegt, ist verdächtig: F3, F2, der Wahlschalter S1, die beiden Schwimmerschalter, der Haltekontakt und die Spule. Bevor du einen Schwimmerschalter verdächtigst, schau auf den Füllstand.
-
Auflösung ansehen
Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.
An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht.
Repariert wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.
Die Messpunkte
-
Punkt 1 bis 3: hinter F3, hinter 95-96 von F2, hinter S1
Hier muss immer Spannung anliegen, solange F2 nicht ausgelöst hat und S1 auf Automatik steht. Hinter Punkt 3 teilt sich der Weg: links über B1 und den Haltekontakt 13-14 von Q1 zur Spule, rechts über 23-24 von Q1 zur Meldeleuchte.
-
Punkt 4: hinter B1 und dem Haltekontakt, vor B2
Spannung liegt an, wenn B1 betätigt ist (Füllstand ab 80 %) oder Q1 sich über 13-14 selbst hält.
-
Punkt 5: hinter B2, an A1 von Q1
B2 ist geschlossen, solange der Füllstand über seinem Schaltpunkt liegt. Dann kommt hier die Spannung von Punkt 4 an.
-
Punkt 6: hinter 23-24 von Q1, vor P1
Hier liegt Spannung an, solange Q1 angezogen hat.
Im freigeschalteten Zustand prüfen
Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei, und das Schütz ist abgefallen. Der Zulauf läuft weiter, wenn du ihn nicht sperrst. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L1 und N gehen: Der Durchgangsprüfer zeigt, ob zwischen ihnen eine leitende Verbindung besteht.
Steht dort „Durchgang über die Spule …“ oder „über die Lampe …“, führt der Weg nicht direkt von Punkt zu Punkt, sondern über einen Verbraucher. Die Schwimmer bleiben beim Freischalten, wo der Füllstand sie hinstellt: Unter 80 % ist zwischen 3 und 4 auch ohne Fehler kein Durchgang, unter 20 % zwischen 4 und 5 (nach dem Abpumpen erst unter 16 %).
Was du hier damit findest:
- Fehler 1: Der Behälter steht über 80 %, trotzdem ist zwischen 3 und 4 kein Durchgang. B1 schließt nicht.
- Fehler 6: Der Behälter steht über 20 %, trotzdem ist zwischen 4 und 5 kein Durchgang. B2 schließt nicht.
- Fehler 3: Der Behälter ist leer, trotzdem ist zwischen 4 und 5 Durchgang. B2 öffnet nicht. Sperr dazu den Zulauf, solange der Behälter leer ist, sonst füllt er sich beim Freischalten wieder.
- Fehler 4: Zwischen 5 und N ist kein Durchgang. Mit heiler Spule zeigt der Prüfer dort „Durchgang über die Spule Q1“.
- Fehler 5: Zwischen 6 und N ist kein Durchgang. Mit heiler Lampe zeigt der Prüfer „Durchgang über die Lampe P1“.
- Fehler 2 findest du so nicht: 13-14 schließt nur, wenn Q1 anzieht, und freigeschaltet zieht es nicht an.
An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.
Auflösungen
Fehler 1: Auflösung
Beobachtung: Der Behälter steigt über 80 %, die Pumpe läuft nicht an. Er läuft über.
Messung: Behälter über 80 %: Punkt 1 bis 3 zeigen 230 V, Punkt 4 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 3 und 4, am Schwimmerschalter B1. Er schließt nicht, obwohl der Schwimmer oben ist, zum Beispiel weil der Schwimmer klemmt oder eine Ader lose ist. Dasselbe Messbild ist ohne Fehler richtig, solange der Behälter unter 80 % steht.
Fehler 2: Auflösung
Beobachtung: Bei 80 % läuft die Pumpe an, bleibt aber kurz darauf wieder stehen. Danach läuft sie wieder an und steht wieder: Sie schaltet in kurzen Abständen ein und aus. Der Behälter wird nie leer.
Messung: Nicht nötig. Der Weg über B1 ist in Ordnung, es fehlt nur der Weg über den Haltekontakt.
Ursache: Der Hilfskontakt 13-14 von Q1 schließt nicht, oder eine seiner Leitungen ist lose. Die Pumpe läuft nur, solange B1 betätigt ist. Ständiges Ein- und Ausschalten belastet Schütz und Motor.
Fehler 3: Auflösung
Beobachtung: Bei 80 % läuft die Pumpe an und pumpt den Behälter leer. Kurz unter 20 % bleibt sie nicht stehen, sondern läuft weiter, obwohl der Behälter leer ist: Sie läuft trocken.
Messung: Behälter leer, Pumpe läuft: Punkt 4 und 5 zeigen 230 V. Ohne Fehler zeigt Punkt 5 bei leerem Behälter 0 V.
Ursache: Der Schwimmerschalter B2 öffnet nicht, obwohl der Füllstand unter seinem Schaltpunkt liegt, zum Beispiel weil der Kontakt klebt oder der Schwimmer hängt. An einer echten Pumpe kann Trockenlauf sie beschädigen.
Fehler 4: Auflösung
Beobachtung: Der Behälter steigt über 80 %, die Pumpe läuft nicht an, P1 bleibt dunkel. Er läuft über, wie bei Fehler 1.
Messung: Behälter über 80 %: Punkt 1 bis 5 zeigen 230 V, Punkt 6 zeigt 0 V.
Ursache: An A1 von Q1 liegt die volle Spannung, trotzdem zieht das Schütz nicht an. Hier ist die Spule unterbrochen. Dasselbe Bild gibt ein fehlender Rückweg zu N an A2.
Fehler 5: Auflösung
Beobachtung: Die Pumpe läuft bei 80 % an und hält kurz unter 20 % wieder an, wie sie soll. Nur P1 bleibt dunkel, obwohl die Pumpe läuft.
Messung: Pumpe läuft: Punkt 6 zeigt 230 V.
Ursache: Bis zur Leuchte kommt die Spannung, also schließt 23-24. Hier ist die Leuchte selbst defekt, zum Beispiel das Leuchtmittel. Dasselbe Bild gibt ein fehlender Rückleiter von P1 zu N. Zeigt Punkt 6 dagegen 0 V, liegt der Fehler am Kontakt 23-24 oder seiner Leitung.
Fehler 6: Auflösung
Beobachtung: Der Behälter steigt über 80 %, die Pumpe läuft nicht an. Er läuft über, wie bei Fehler 1 und 4.
Messung: Behälter über 80 %: Punkt 1 bis 4 zeigen 230 V, Punkt 5 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 4 und 5, am Schwimmerschalter B2. Er schließt nicht, obwohl der Behälter voll ist. B1 ist in Ordnung. Von außen sehen Fehler 1, 4 und 6 gleich aus. Erst die Messung trennt sie.
Wenn die Steuerung stimmt und der Behälter trotzdem überläuft
Nicht jeder Fehler an einer Pumpenanlage sitzt im Steuerstromkreis. Die Leuchte P1 hängt am Schließer 23-24 von Q1. Sie zeigt also nur, dass das Schütz angezogen hat, nicht, dass die Pumpe Flüssigkeit fördert. Und auch eine heile Anlage kann überlaufen: Fließt mehr zu, als die Pumpe abführt, steigt der Füllstand, obwohl die Pumpe läuft. Das ist eine Frage der Anlage, nicht der Schaltung.
Mit S1 auf Aus lässt sich die Steuerung jederzeit abschalten. Wer an einem Schwimmerschalter arbeiten will, stellt S1 auf Aus, schaltet dann frei und stellt die Spannungsfreiheit fest. Der Wahlschalter allein trennt nur den Steuerstromkreis.
P1 leuchtet, aber der Füllstand sinkt nicht. Was ist los?
Die Steuerung hat Q1 eingeschaltet, sonst wäre P1 dunkel. Der Fehler liegt also nicht im Steuerstromkreis, sondern im Hauptstromkreis, am Motor oder an der Pumpe. Hier helfen die Messpunkte dieser Seite nicht mehr weiter, sondern die Fehlersuche im Hauptstromkreis.
Was passiert, wenn die Ader zum oberen Schwimmerschalter abreißt?
B1 schließt bei 80 % und gibt damit den Startbefehl. Reißt seine Ader ab, kommt dieser Befehl nie an, und die Pumpe läuft nicht an. Der Behälter füllt sich weiter, bis er überläuft. Freigeschaltet zeigt der Durchgangsprüfer zwischen Punkt 3 und Punkt 4 dann auch mit Schwimmer oben keinen Durchgang, wie bei Fehler 1. Eine abgerissene Ader an B2 hält die Pumpe ebenfalls an, auch mitten im Abpumpen. Gegen Trockenlauf ist das die sichere Seite, überlaufen kann der Behälter dann aber genauso.
Schütz in 3D zerlegt →Spule, Anker und Kontakte: So schaltet ein Schütz, mit Knopf zum Ein- und Ausschalten.Weitere Fehlersuchen
Von leicht nach schwer. Alle Fehlersuchen →
Weitere Schaltungen
Pumpensteuerung mit Füllstand zum Ausprobieren → Zwei Schwimmerschalter, eine Selbsthaltung: Pumpe ein bei 80 %, aus bei 20 %. Dahlanderschaltung zum Ausprobieren → Zwei Drehzahlen mit einer Wicklung: Dreieck für langsam, Doppelstern für schnell. Stern-Dreieck-Wendeschaltung zum Ausprobieren → Rechts oder links, erst Stern, dann Dreieck: vier Schütze und ein Zeitrelais. Stern-Dreieck-Schaltung zum Ausprobieren → Anlauf im Stern, Betrieb im Dreieck: die Umschaltung live im Plan. Wendeschützschaltung zum Ausprobieren → Rechts- und Linkslauf mit zwei Schützen: sehen, wie die Verriegelung wirkt.Warum läuft die Pumpe nicht an, obwohl alles in Ordnung ist?
Solange der Behälter unter 80 % steht und die Pumpe gerade nicht läuft, ist B1 offen und der Haltekontakt auch. Die Pumpe wartet dann auf den oberen Schaltpunkt. Prüf darum zuerst den Füllstand, bevor du einen Fehler suchst.
Woran erkenne ich einen defekten Schwimmerschalter?
Schließt er nicht mehr, wenn der Schwimmer oben ist, schaltet die Pumpe an diesem Punkt nicht. Öffnet er nicht mehr, wenn der Schwimmer unten ist, schaltet sie dort nicht ab. Mit der Messung vor und hinter dem Schalter siehst du, ob er schaltet, wie es der Füllstand verlangt.
Warum wird hier gegen N gemessen?
Im Plan liegen 230 V zwischen L1 und N. Mit einer Prüfspitze an N gehst du von F3 bis hinter S1 (Punkt 3), dann über B1 und B2 zur Spule (Punkt 4 und 5) und im Meldezweig zu P1 (Punkt 6). Weil sich der Füllstand ändert, misst du am besten über 80 % und mit gesperrtem Zulauf.
Wie genau ist die Übung?
Der Plan ist vereinfacht und kennt nur 230 V oder 0 V. Echte Fehler sind oft weniger eindeutig, zum Beispiel ein Schwimmer, der nur manchmal hängen bleibt. Füllen und Leeren gehen hier in Sekunden. Jeder Schwimmer schaltet im Plan erst 4 % der Füllhöhe unter seinem Schaltpunkt zurück, wie auf der Seite Pumpensteuerung: Die Pumpe hält darum bei 16 % an, nicht genau bei 20 %. Das ist ein Wert nur für die Darstellung. Die Steuerspannung ist 230 V zwischen L1 und N, in echten Anlagen gibt es oft einen Steuertransformator und andere Steuerspannungen. Kennzeichnung und Klemmenbezeichnung können abweichen.
Diese Fehlersuche auf der eigenen Seite einbinden
Für Lernplattformen wie Moodle, Schul- und Ausbildungsseiten: Diese Fehlersuche läuft dann direkt auf deiner Seite, kostenlos, werbefrei, ohne Tracking.
<iframe src="https://erechner.alberssystems.de/pumpensteuerung-fehlersuche/einbetten.html"
title="Fehlersuche Pumpensteuerung üben – Elektro-Toolbox" loading="lazy" allow="fullscreen"
style="width:100%;max-width:760px;height:900px;border:1px solid #d7dbe3;border-radius:12px">
</iframe>
<p style="font-size:13px">Fehlersuche Pumpensteuerung üben – kostenlos in der <a href="https://erechner.alberssystems.de/pumpensteuerung-fehlersuche/">Elektro-Toolbox</a></p>
Einzige Bitte: den Textlink unter dem Rahmen stehen lassen.