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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Fehlersuche Folge mit Zeitrelais üben

M2 startet nicht von selbst, oder es startet sofort mit M1 statt nach Ablauf der Zeit: Hier steckt im Steuerstromkreis der Folgeschaltung mit Zeitrelais ein Fehler deiner Wahl. Schalte ein, beobachte das Zeitrelais K1, miss an den Messpunkten und grenze ein, wo es hakt. Neu gegenüber der Fehlersuche an der Folgeschaltung mit Tastern: Hier schaltet kein Taster M2 ein, sondern die abgelaufene Zeit.

Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.

Messen an Punkt:

So gehst du vor

  1. Fehler einbauen

    Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 6. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber eine Stelle ist defekt. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung.

  2. Beobachten: Was macht das Zeitrelais?

    Drück S2. Ohne Fehler ziehen Q1 und K1 an, M1 läuft, und neben K1 läuft die Restzeit von 5 Sekunden. Ist sie abgelaufen, zieht Q2 an und M2 läuft. Achte auf drei Dinge: Läuft M1? Läuft neben K1 die Zeit? Startet M2 nach Ablauf der Zeit, zu früh oder gar nicht? Welcher Motor läuft, siehst du im Hauptstromkreis und in der Zeile unter dem Plan. Die Messpunkte liegen alle im Steuerstromkreis.

  3. Messen: Bis wohin ist Spannung da?

    Eine Prüfspitze liegt an N. Tippe im Plan auf einen Messpunkt oder auf seine Nummer unter dem Plan. Die Punkte 5 und 6 haben nur Spannung, solange S2 gedrückt ist oder Q1 sich selbst hält. Punkt 7 hat auch ohne Fehler erst nach Ablauf der Zeit Spannung. Miss dort also erst, wenn neben K1 keine Restzeit mehr steht. Der Messwert unter dem Plan läuft mit, du siehst also, wann sich an einem Punkt etwas ändert.

  4. Eingrenzen

    Der Fehler sitzt zwischen dem letzten Punkt mit 230 V und dem ersten Punkt mit 0 V. Was dort im Plan liegt, ist verdächtig: der Kontakt, seine Klemmen, die Leitung. Liegt an A1 eines Geräts Spannung und es reagiert trotzdem nicht, ist das Gerät selbst verdächtig.

  5. Auflösung ansehen

    Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.

An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht.

Repariert wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.

Die Messpunkte

  1. Hinter der Sicherung F3

    Hier muss immer Spannung anliegen. Fehlt sie, kommt im ganzen Steuerstromkreis nichts an.

  2. Hinter dem Öffner 95-96 von F2

    Spannung liegt an, solange das Motorschutzrelais von M1 nicht ausgelöst hat.

  3. Hinter dem Öffner 95-96 von F4

    Spannung liegt an, solange auch das Motorschutzrelais von M2 nicht ausgelöst hat. Beide Öffner liegen in Reihe vor allem anderen.

  4. Hinter dem Aus-Taster S1

    Spannung liegt an, solange S1 nicht gedrückt ist.

  5. Vor der Spule von Q1, an A1

    Spannung liegt an, solange S2 gedrückt ist oder Q1 sich selbst hält. Über die Schiene versorgt derselbe Punkt auch K1 und den Kontakt 17-18.

  6. Vor dem Zeitrelais K1, an A1

    Hier muss dieselbe Spannung ankommen wie an Punkt 5. Liegt sie an und neben K1 läuft trotzdem keine Zeit, ist K1 verdächtig.

  7. Hinter dem Kontakt 17-18 von K1, an A1 von Q2

    Spannung liegt erst an, wenn die Zeit von K1 abgelaufen ist und 17-18 geschlossen hat. Das ist die Bedingung für den Start von M2.

Im freigeschalteten Zustand prüfen

Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei, und alle Schütze und Relais sind abgefallen. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L1 und N gehen: Der Durchgangsprüfer zeigt, ob zwischen ihnen eine leitende Verbindung besteht. Taster kannst du dabei weiter drücken, wie an der echten Anlage.

Steht dort „Durchgang über die Spule …“, führt der Weg nicht direkt von Punkt zu Punkt, sondern über einen Verbraucher. Solche Umwege sind eine typische Falle: Der Prüfer misst alles, was zwischen den beiden Punkten verbunden ist, nicht nur das Bauteil dazwischen.

Was du hier damit findest:

An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.

Auflösungen

Fehler 1: Auflösung

Beobachtung: M1 läuft normal, und neben K1 läuft die Restzeit ganz ab. Danach zieht Q2 nicht an, M2 bleibt stehen.

Messung: Nach Ablauf der Zeit zeigt Punkt 6 230 V, Punkt 7 zeigt 0 V.

Ursache: K1 bekommt Spannung und die Zeit läuft, aber sein Kontakt 17-18 schließt nicht. Der Fehler liegt zwischen 6 und 7, am Kontakt von K1, zum Beispiel ein verschlissener Kontakt oder eine lose Ader an 17 oder 18.

Fehler 2: Auflösung

Beobachtung: Mit S2 laufen M1 und M2 sofort zusammen an. Neben K1 läuft die Restzeit trotzdem ab. Mit S1 stehen beide Motoren.

Messung: Punkt 7 zeigt 230 V, sobald Q1 angezogen hat, obwohl die Zeit noch läuft.

Ursache: Der Kontakt 17-18 von K1 bleibt geschlossen, zum Beispiel weil er verschweißt ist oder jemand ihn überbrückt hat. Die Verzögerung wirkt nicht mehr: Beide Motoren laufen im selben Moment an, und die Anlage startet nicht mehr in der geplanten Reihenfolge. Ohne M1 läuft M2 aber auch hier nicht, denn ohne Q1 hat die Schiene zu K1 und Q2 keine Spannung.

Fehler 3: Auflösung

Beobachtung: M1 läuft normal, M2 startet nie. Neben K1 läuft keine Zeit, und in der Zeile unter dem Plan steht „K1 ist abgefallen“.

Messung: Punkt 6 zeigt 230 V, Punkt 7 zeigt 0 V, auch nach mehr als 5 Sekunden.

Ursache: An A1 von K1 liegt die volle Spannung, trotzdem startet keine Zeit: Das Zeitrelais ist defekt. Sein Kontakt 17-18 bleibt offen, und Q2 bekommt nie Spannung. Dasselbe Bild gibt ein unterbrochener N an A2 von K1. Die Messwerte sind dieselben wie bei Fehler 1. Der Unterschied: Bei Fehler 1 läuft die Zeit ab, hier läuft sie gar nicht erst los.

Fehler 4: Auflösung

Beobachtung: Mit S2 zieht nichts an, weder M1 noch M2 laufen. F4 hat nicht ausgelöst, sein Knopf zeigt „F4: Überlast auslösen“.

Messung: Punkt 2 zeigt 230 V, Punkt 3 zeigt 0 V, auch ohne dass S2 gedrückt ist.

Ursache: Der Fehler liegt zwischen 2 und 3, am Öffner 95-96 von F4. Er schließt nicht, obwohl das Motorschutzrelais nicht ausgelöst hat, oder eine Ader daran ist lose. Weil beide Öffner vorn im Steuerstromkreis liegen, legt ein Fehler am Motorschutz von M2 auch M1 still. An der echten Anlage schaust du zuerst am Gerät selbst, ob F4 ausgelöst hat.

Fehler 5: Auflösung

Beobachtung: M1 läuft, und die Zeit von K1 läuft ganz ab. Q2 zieht trotzdem nicht an, wie bei Fehler 1.

Messung: Nach Ablauf der Zeit zeigen Punkt 6 und Punkt 7 230 V.

Ursache: An A1 von Q2 liegt die volle Spannung, trotzdem zieht das Schütz nicht an. Hier ist die Spule von Q2 unterbrochen. Dasselbe Bild gibt ein fehlender Rückweg zu N an A2. Der Kontakt von K1 hat richtig geschaltet. Von außen sieht Fehler 5 aus wie Fehler 1. Erst Punkt 7 trennt sie, und nur nach Ablauf der Zeit.

Fehler 6: Auflösung

Beobachtung: M1 läuft normal, M2 startet nie. Neben K1 läuft keine Zeit, wie bei Fehler 3.

Messung: Punkt 5 zeigt 230 V, Punkt 6 zeigt 0 V.

Ursache: Der Fehler liegt zwischen 5 und 6: Die Leitung von der Schiene zu A1 von K1 ist unterbrochen, zum Beispiel durch eine lose Ader an einer Klemmstelle. K1 bekommt keine Spannung und startet keine Zeit. Von außen sieht Fehler 6 aus wie Fehler 3. Erst Punkt 6 trennt sie.

Folgeschaltung mit Zeitrelais: was anders ist als mit Tastern

In dieser Schaltung liegen beide Öffner 95-96, von F2 und von F4, in Reihe vor allem anderen. Löst eins der beiden Motorschutzrelais aus, verlieren Q1, K1 und Q2 gemeinsam ihre Spannung, und die ganze Anlage bleibt stehen, auch der Motor, der nicht überlastet ist. In der Folgeschaltung mit Tastern ist das anders: Dort hält ein Auslösen am zweiten Motor nur diesen an.

Nach jedem Halt beginnt die Zeit von vorn. Fällt Q1 ab, verliert K1 seine Spannung, und M2 bleibt beim nächsten Start wieder für die volle Zeit aus. Für die Fehlersuche heißt das: Steht alles, fang oben an, bei F3 und den beiden Öffnern 95-96. Läuft M1 und nur M2 fehlt, liegt der Fehler am Zeitrelais, an seinem Kontakt 17-18 oder an Q2.

Wann beginnt die Zeit zu laufen?

Mit dem Druck auf S2. Das Zeitrelais K1 hängt an derselben Schiene wie die Spule von Q1 und bekommt im selben Moment Spannung, nicht erst beim Loslassen. Danach hält es sich über die Selbsthaltung von Q1.

M2 startet später als erwartet. Ist das ein Fehler?

Nicht unbedingt. Wie lang M2 warten soll, gibt die Anlage vor, und die Zeit wird am Zeitrelais eingestellt. Prüf zuerst die Einstellung, bevor du misst. Ein Fehler liegt erst vor, wenn M2 nach Ablauf der eingestellten Zeit gar nicht startet, dann zeigt Punkt 7, ob der Kontakt 17-18 schließt.

Zeitrelais in 3D geöffnet →Drehknöpfe, Zeitglied und Ausgangsrelais: sehen, wie 15-18 erst nach Ablauf der Zeit schaltet.

Weitere Fehlersuchen

Von leicht nach schwer. Alle Fehlersuchen →

Weitere Schaltungen

Folgeschaltung mit Zeitrelais zum Ausprobieren → M1 per Taster, M2 startet nach Ablauf der Zeit von selbst. Dahlanderschaltung zum Ausprobieren → Zwei Drehzahlen mit einer Wicklung: Dreieck für langsam, Doppelstern für schnell. Stern-Dreieck-Wendeschaltung zum Ausprobieren → Rechts oder links, erst Stern, dann Dreieck: vier Schütze und ein Zeitrelais. Stern-Dreieck-Schaltung zum Ausprobieren → Anlauf im Stern, Betrieb im Dreieck: die Umschaltung live im Plan. Wendeschützschaltung zum Ausprobieren → Rechts- und Linkslauf mit zwei Schützen: sehen, wie die Verriegelung wirkt.

Alle Schaltungen →

Warum startet M2 nicht, obwohl M1 läuft?

Schau zuerst auf K1. Läuft neben K1 keine Zeit, bekommt K1 keine Spannung oder ist defekt: Punkt 6 zeigt, welches von beiden. Läuft die Zeit ab und M2 startet trotzdem nicht, liegt der Fehler dahinter: Punkt 7 zeigt, ob der Kontakt 17-18 schließt oder ob die Spule von Q2 nicht anzieht.

Warum startet M2 sofort statt nach Ablauf der Zeit?

Dann bleibt der Kontakt 17-18 von K1 geschlossen, zum Beispiel verschweißt oder überbrückt. Punkt 7 hat dann Spannung, sobald Q1 angezogen hat. Freigeschaltet zeigt der Durchgangsprüfer zwischen Punkt 6 und 7 direkt Durchgang. Am echten Zeitrelais prüfst du außerdem, welche Zeit eingestellt ist.

Warum wird hier gegen N gemessen?

Der Steuerstromkreis im Plan arbeitet mit 230 V zwischen L1 und N. Bleibt eine Prüfspitze an N, zeigt die andere an jedem Punkt, ob der Außenleiter bis dorthin durchkommt. So lässt sich der Strompfad Stück für Stück abgehen.

Wie genau ist die Übung?

Der Plan ist vereinfacht und kennt nur 230 V oder 0 V. Die Zeit ist hier fest 5 Sekunden, am echten Zeitrelais wird sie eingestellt. Im Plan ist K1 eine einfache Spule. Viele Zeitrelais arbeiten elektronisch und verhalten sich beim Durchgangsprüfen zwischen A1 und A2 anders als eine Schützspule. Der Prüfer im Plan nennt die Spule, über die er Durchgang findet, ein echter zeigt nur Durchgang. Die Steuerspannung ist hier 230 V zwischen L1 und N, in echten Anlagen gibt es oft einen Steuertransformator und andere Steuerspannungen. Kennzeichnung und Klemmenbezeichnung können abweichen.

Diese Fehlersuche auf der eigenen Seite einbinden

Für Lernplattformen wie Moodle, Schul- und Ausbildungsseiten: Diese Fehlersuche läuft dann direkt auf deiner Seite, kostenlos, werbefrei, ohne Tracking.

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