Die aktuellen Aderfarben nach VDE 0293-308 — und die alten Farbschemata, die dir in Altanlagen bis heute begegnen. Mit den Regeln, was erlaubt ist und was nie.
| Leiter | Farbe | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Schutzleiter | grün-gelb | PE |
| Neutralleiter | blau | N |
| Außenleiter 1 | braun | L1 |
| Außenleiter 2 | schwarz | L2 |
| Außenleiter 3 | grau | L3 |
| Zeitraum | Farben | Achtung |
|---|---|---|
| BRD bis ~1965 | L: schwarz · N: grau · PE: rot | Roter PE! Grau war N, nicht L3 |
| BRD 1965–2003 | L: schwarz/braun/schwarz · N: blau · PE: grün-gelb | Zwei schwarze Außenleiter in 5-Adern-Leitungen |
| DDR (TGL) | teils PE: rot · N: grau oder blau | In Ostdeutschland weiterhin anzutreffen |
| Klassische Nullung | PEN kombiniert, oft grau oder rot | Kein separater PE vorhanden |
Erlaubt nur, wenn die Leitung keinen Neutralleiter führt (z. B. 3-adrig für einen Schalterdraht) — und dann an beiden Enden dauerhaft gekennzeichnet. Sobald ein N gebraucht wird, ist Blau dafür reserviert.
Bei Aderleitungen (H07V-U) gilt dieselbe Farblogik. Historisch wurde aber quer durch alle Farben verdrahtet — die Farbe in einer Altanlage ist ein Hinweis, kein Beweis.
Farbe ersetzt keine Messung. In jeder Altanlage gilt: erst freischalten, Spannungsfreiheit feststellen, Leiter identifizieren — dann anfassen. Der rote Draht kann der PE von 1960 sein, die geflickte Phase von 1985 oder beides hintereinander in derselben Dose.
In TN-C-Altanlagen ist der PEN sowohl Schutz- als auch Neutralleiter. Er darf nie unterbrochen werden (weder Schalter noch Sicherung) — bei einer PEN-Unterbrechung steht auf allen Gehäusen der angeschlossenen Geräte Außenleiterspannung. Das ist der gefährlichste Einzelfehler in alten Netzen.