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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Wechselschalter: Aufbau in 3D

Wie schaltet man eine Lampe von zwei Stellen aus? Hier zerlegst du einen Unterputz-Wechselschalter in 3D, von der Wippe über die Kontaktwippe im Einsatz bis zu den drei Klemmen und der Gerätedose.

Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.

Schritt 1 von 8

Wechselschalter

Mit zwei Wechselschaltern schaltest du eine Lampe von zwei Stellen aus, zum Beispiel oben und unten an der Treppe. Mit Weiter wird der Schalter zerlegt, mit Umschalten siehst du, wie die Wippe den Kontakt umlegt.

Die Bauteile im Überblick

  1. Wippe

    Die Wippe betätigt die Kontakte im Einsatz. Von außen sieht ein Wechselschalter oft genauso aus wie ein Ausschalter, den Unterschied macht der Einsatz dahinter.

  2. Abdeckrahmen

    Der Rahmen deckt die Dose ab. Für mehrere Schalter und Steckdosen nebeneinander gibt es Mehrfachrahmen.

  3. Schaltereinsatz mit Tragring

    Der Einsatz sitzt mit dem Tragring in der Gerätedose, Krallen oder Schrauben halten ihn fest. Viele Einsätze sind Universalschalter und lassen sich als Aus- oder als Wechselschalter anschließen.

  4. Kontaktwippe

    Innen legt eine Kontaktwippe den Anschluss L entweder auf den einen oder auf den anderen Korrespondierenden. Eine Aus-Stellung gibt es nicht: Der Schalter verbindet immer einen der beiden Wege.

  5. Anschlussklemmen

    Drei Klemmen: der gemeinsame Anschluss, meist mit L gekennzeichnet, und die beiden Korrespondierenden. Am ersten Schalter kommt an L der Außenleiter, am zweiten geht von L der Schaltdraht zur Lampe. Die Korrespondierenden verbinden die beiden Schalter.

  6. Gerätedose

    In der Unterputzdose sitzen Einsatz und Anschlüsse. Zwischen den beiden Schaltern liegen die zwei Korrespondierenden und der Schutzleiter.

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Wechselschalter erkennen, anschließen und durchmessen

Ausschalter und Wechselschalter sehen von vorn gleich aus. Am Einsatz erkennst du den Wechselschalter an seinen drei Klemmen: dem gemeinsamen Anschluss, meist mit L gekennzeichnet, und den beiden Korrespondierenden. Ein Kreuzschalter hat vier Klemmen und sitzt zwischen zwei Wechselschaltern, wenn eine dritte Schaltstelle dazukommt, siehe Kreuzschaltung. Für die Höhe nennt das Tabellenbuch als Vorzugsmaß 105 cm über dem Fußboden (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 144).

Durchmessen lässt sich die Schaltung in beiden Zuständen. Spannungslos prüfst du jeden Korrespondierenden auf Durchgang, zum Beispiel indem du am anderen Ende zwei Adern miteinander verbindest und am Anfang zwischen ihnen misst. Unter Spannung liegt an der L-Klemme des ersten Schalters der Außenleiter, und an seinen Korrespondierenden wandert die Spannung beim Umschalten von der einen Klemme zur anderen. Bleibt sie an einer Klemme immer weg, steckt der Fehler im Schalter selbst.

Zum Arbeiten an der Leuchte reicht der Schalter nicht: Lichtschalter sind zum Trennen nicht geeignet, freigeschaltet wird zum Beispiel über den LS-Schalter des Stromkreises (S. 104). Bei der Wechselschaltung kommt dazu, dass jemand am anderen Ende das Licht jederzeit wieder einschalten kann.

Wo die Leitung zum Schalter läuft

Ob die Korrespondierenden beim Bohren getroffen werden, hängt davon ab, ob sie in den Installationszonen nach DIN 18015-3 liegen. Senkrechte Zonen verlaufen 10 bis 30 cm neben der Rohbaukante von Fenstern und Türen, bei Standardtüren aber nur auf der Schlossseite. Die waagerechte obere Zone liegt 15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung. Außerhalb der Zonen sind nur senkrechte Leitungen zu einem Betriebsmittel erlaubt (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 144). Unter einem Wechselschalter läuft die Leitung also senkrecht nach oben in die Zone, nicht schräg durch die Wand.

Typische Fehlerbilder und ihre Logik

Die Wechselschaltung hat zwei Schalter mit je zwei Stellungen, also vier Kombinationen. Aus den Zuständen der Lampe lässt sich der Fehler eingrenzen. Leuchtet sie in jeder Kombination, sind die beiden Korrespondierenden irgendwo miteinander verbunden, oder der Außenleiter liegt direkt auf dem Lampendraht. Leuchtet sie nur in einer Kombination, ist einer der beiden Korrespondierenden unterbrochen. Leuchtet sie nie, fehlt der Außenleiter, der Lampendraht oder der Neutralleiter, oder das Leuchtmittel ist defekt. Ein Lichtschalter wird auch von Laien bedient. Ist seine Abdeckung gebrochen, fehlt der vollständige Berührungsschutz, den die DGUV Information 203-001 für das Bedienen durch Laien verlangt (Ausgabe Oktober 2015, S. 37). So ein Schalter gehört getauscht.

Netzfreischalter im Schlafzimmer

In Schlafräumen sitzt manchmal ein Netzfreischalter, auch Netzabkoppler oder Feldfreischalter genannt, als Reiheneinbaugerät in der Unterverteilung oder in einer Abzweigdose. Er soll elektromagnetische Felder in Wohnräumen verringern. Sinkt der Laststrom unter eine Schaltschwelle, je nach Hersteller 5 bis 200 mA, schaltet er das Netz ab und legt eine Überwachungsspannung von 5 bis 230 V DC an. Wird ein Verbraucher eingeschaltet, fließt zunächst Gleichstrom, und das löst die Umschaltung zurück aufs Netz aus. Gesundheitsschädliche Auswirkungen durch Felder bei 230 V sind nach dem Tabellenbuch nicht bewiesen. Wichtig für die Arbeit an Schalter und Leuchte: Ein Netzfreischalter bewirkt kein Freischalten im Sinne der Sicherheitsregeln, der Außenleiter führt weiterhin Spannung (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 117). Wer bei ausgeschaltetem Licht nur eine kleine Gleichspannung misst, hat also nicht freigeschaltet.

Im Aufbaubeispiel des Tabellenbuchs besteht ein Netzfreischalter aus Transformator, Gleichrichter mit Glättungskondensator, Umschaltkontakt, einem Stromwandler als Spule zur Laststromerfassung und einem Unterspannungsauslöser, der maximale Laststrom liegt bei 16 A (S. 117). Bleibt im Schlafzimmer das Licht dunkel, obwohl der Schalter stimmt, gehört dieses Gerät in der Verteilung mit auf die Liste der Verdächtigen.

Wie viele Lichtauslässe ein Raum bekommt

Wie gut eine Wohnung ausgestattet ist, beschreibt RAL-RG 678 mit drei Ausstattungswerten. Schon beim Ausstattungswert 1, der Mindestausstattung nach DIN 18015-2, sind für ein Wohnzimmer über 20 m² drei Beleuchtungsanschlüsse vorgesehen und für eine Küche zwei. Beim Ausstattungswert 2 bekommt auch ein Flur bis 3 m Länge zwei Beleuchtungsanschlüsse (S. 145). Sollen mehrere Leuchten oder eine Leuchte von zwei Stellen aus geschaltet werden, ist das die Aufgabe der Wechselschaltung, ab drei Schaltstellen kommt der Kreuzschalter dazu.

Die fünf Regeln am Lichtstromkreis

Zum Erden und Kurzschließen, der vierten Sicherheitsregel, hält das Tabellenbuch fest: In Anlagen bis 1000 V ist es nicht erforderlich, wenn die Regeln 1 bis 3 vorschriftsmäßig durchgeführt wurden. Wo geerdet wird, verbindet man die Erdungsspinne zuerst mit der Erdungsanlage und dann mit den zu erdenden Leitern, und die Erdung muss sichtbar sein. Für die fünfte Regel nennt es isolierende Tücher, Schläuche und Formstücke (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 104). Beim Tausch eines Wechselschalters in einer Kombination mit weiteren Schaltern oder Steckdosen kann im selben Rahmen ein anderer Stromkreis unter Spannung bleiben. Dann sind die Regeln 1 bis 3 für den eigenen Stromkreis zu erfüllen und die Nachbarteile nach Regel 5 abzudecken. Zum Feststellen der Spannungsfreiheit gehört nach dem Tabellenbuch das allpolige Prüfen mit einem zweipoligen Spannungsprüfer oder einem anderen zugelassenen Prüfgerät, nachdem der Spannungsprüfer auf Funktion geprüft wurde (S. 104).

Wechselschaltung zum Ausprobieren →Eine Lampe von zwei Stellen: Wechselschalter antippen und den Strompfad verfolgen.

Weitere 3D-Modelle

Not-Halt-Taster in 3D zerlegt → Pilz, Rastung und zwangsöffnende Öffner: So stoppt ein Not-Halt die Maschine. Induktiver Näherungsschalter in 3D zerlegt → Spule, Oszillator und Schaltabstand: So erkennt ein Sensor Metall ohne Berührung. Relais in 3D zerlegt → Spule, Anker und Wechsler 11-12-14: So schaltet ein Relais, mit Knopf zum Einschalten. Frequenzumrichter in 3D zerlegt → Gleichrichter, Zwischenkreis und Wechselrichter: So regelt ein FU die Drehzahl. Schütz in 3D zerlegt → Spule, Anker und Kontakte: So schaltet ein Schütz, mit Knopf zum Ein- und Ausschalten.

Alle 3D-Modelle →

Wie funktioniert eine Wechselschaltung?

Beide Schalter sind über die zwei Korrespondierenden verbunden. Die Lampe leuchtet, wenn beide Schalter L auf denselben Korrespondierenden legen. Wird einer der beiden umgeschaltet, ist der Weg unterbrochen, und das gilt von beiden Seiten aus.

Wie schalte ich eine Lampe von drei oder mehr Stellen?

Außen je ein Wechselschalter, dazwischen für jede weitere Stelle ein Kreuzschalter. Bei vielen Schaltstellen ist ein Stromstoßschalter mit Tastern oft einfacher.

Welcher Leiter wird geschaltet?

Immer der Außenleiter, nie der Neutralleiter. Sonst liegt an der Lampe auch ausgeschaltet Spannung an. Welche Farbe welcher Leiter hat, zeigt der Rechner Aderfarben.

Das Licht geht nur noch in einer Schalterstellung an. Woran liegt das?

Normal leuchtet die Lampe in zwei von vier Stellungen der beiden Schalter. Ist ein Korrespondierender unterbrochen, bleibt nur noch eine übrig: Dann lässt sich das Licht von einer Seite aus nur noch schalten, wenn der andere Schalter zufällig richtig steht. Dasselbe Bild entsteht, wenn an einem Schalter Außenleiter und Korrespondierender vertauscht geklemmt sind. Klarheit bringt nur das Nachmessen in den Dosen. Üben kannst du das in der Fehlersuche an der Wechselschaltung.

Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau, keinen bestimmten Schalter. Mechanik, Kennzeichnung der Klemmen und Befestigung unterscheiden sich je nach Hersteller.

Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand

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