Frequenzumrichter: Aufbau in 3D
Wie macht ein Frequenzumrichter aus dem starren 50-Hz-Netz eine einstellbare Drehzahl? Hier zerlegst du einen Frequenzumrichter in 3D, vom Bedienteil bis zum Kühlkörper. Danach geht es um die Verdrahtung, typische Störmeldungen und was du am Umrichter sinnvoll messen kannst.
Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.
Frequenzumrichter
Er macht aus dem Netz mit fester Frequenz eine Spannung, deren Frequenz und Höhe sich einstellen lassen. So läuft ein Drehstrommotor mit veränderbarer Drehzahl, sanft an und wieder aus. Mit Weiter wird er Schritt für Schritt zerlegt, mit Einschalten fährt er hoch.
Die Bauteile im Überblick
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Bedienteil
Anzeige und Tasten zum Einstellen: Motordaten vom Typenschild, Hoch- und Runterlaufzeit, Frequenz. Bei vielen Geräten ist es steckbar und lässt sich abnehmen.
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Gehäuse und Abdeckung
Schützt vor Berührung. Darunter liegen Teile mit gefährlicher Spannung, auch noch eine Weile nach dem Abschalten. Die Wartezeit steht auf dem Gerät.
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Steuerteil mit Steuerklemmen
Ein Mikrocontroller rechnet aus, wann welcher Transistor schalten muss. Über die Steuerklemmen kommen Start und Stopp, der Sollwert (zum Beispiel 0–10 V oder 4–20 mA) und die Rückmeldungen, etwa ein Relais für Störung.
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Leistungsklemmen
Links das Netz (L1, L2, L3, PE), rechts der Motor (U, V, W, PE). Nie vertauschen: Netzspannung an den Motorklemmen zerstört den Umrichter. Die Motorleitung ist geschirmt, den Schirm nach Herstellerangabe großflächig auflegen.
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Gleichrichter
Sechs Dioden in Brückenschaltung (B6) machen aus dem Drehstrom eine Gleichspannung. Am 400-V-Netz sind das ohne Last rund 565 V (400 V × √2), unter Last etwas weniger.
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Zwischenkreis
Große Kondensatoren (Elkos) glätten die Gleichspannung und puffern Energie. Sie bleiben nach dem Abschalten noch geladen. Darum die Wartezeit auf dem Gerät abwarten und vor dem Arbeiten die Spannungsfreiheit feststellen.
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Wechselrichter
Sechs Transistoren (IGBT) schalten die Gleichspannung mehrere tausend Mal pro Sekunde auf die Motorklemmen. Durch die Länge der Pulse (Pulsweitenmodulation) fließt im Motor ein Strom, der fast wie ein Sinus verläuft, mit der eingestellten Frequenz. Bei der einfachen U/f-Steuerung steigen Frequenz und Spannung gemeinsam.
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Kühlkörper und Lüfter
Dioden und Transistoren werden warm. Sie sitzen auf einem Kühlkörper aus Aluminium, ein Lüfter bläst Luft durch die Rippen. Die Mindestabstände über und unter dem Gerät aus der Anleitung einhalten, sonst staut sich die Wärme und der Umrichter drosselt oder schaltet ab.
Frequenzumrichter im Betrieb: Verdrahtung, Störungen, Messen
Leitungen richtig führen
Eaton nennt dazu klare Regeln: Die Motorleitung wird räumlich getrennt von Steuer- und Signalleitungen geführt, mit mehr als 30 cm Abstand, und nicht parallel zu Netzleitungen. Auch im Schaltschrank sollen Leitungen ab 30 cm Länge abgeschirmt werden (Schaltungsbuch 10/23, S. 5-65). Ein Sollwert 0–10 V, der im selben Kanal neben der Motorleitung liegt, zittert sonst, und die Drehzahl schwankt ohne erkennbaren Grund.
Erdung und Ableitströme
Umrichter und Funk-Entstörfilter haben betriebsbedingte Ableitströme. Deshalb müssen Umrichter, Filter, Motor und geschirmte Motorleitung geerdet sein, und zwar niederohmig und großflächig, weil die Ströme hochfrequent sind. Bei Ableitströmen ab 3,5 mA verlangt Eaton nach VDE 0160 bzw. EN 60335 einen Schutzleiter mit mindestens 10 mm², eine Überwachung des Schutzleiters auf Unterbrechung oder einen zweiten Schutzleiter (Schaltungsbuch 10/23, S. 5-66). Welcher Wert für dein Gerät gilt, steht in der Anleitung.
Bremsen: wohin mit der Energie?
Wird ein Motor schnell heruntergefahren oder von einer Last angetrieben, arbeitet er als Generator. Die Energie fließt in den Zwischenkreis, und dessen Spannung steigt. Hat der Umrichter einen Brems-Transistor, schaltet er ab einer bestimmten Spannung einen Bremswiderstand zu, der die Energie in Wärme umsetzt (Eaton, S. 5-72). Ohne Bremswiderstand meldet der Umrichter bei zu kurzer Runterlaufzeit eine Überspannung im Zwischenkreis und schaltet ab. Abhilfe: längere Runterlaufzeit oder ein passender Bremswiderstand nach Herstellerangabe.
Typische Störungen am Verhalten erkennen
Überstrom beim Hochlauf deutet auf eine zu kurze Hochlaufzeit, eine schwergängige Mechanik oder falsch eingegebene Motordaten. Übertemperatur kommt von einem verdreckten Kühlkörper, einem stehenden Lüfter oder zu wenig Abstand im Schrank. Ein Erdschluss-Fehler zeigt, dass Strom über den Schutzleiter abfließt, meist in Motorleitung oder Motor. Wie die Meldungen heißen und was sie genau bedeuten, ist je nach Hersteller verschieden und steht in der Fehlerliste der Anleitung. Den Fehlerspeicher vor dem Quittieren abschreiben, bei manchen Geräten ist der Hinweis danach weg.
Was sich sinnvoll messen lässt
An U, V und W liegt keine Sinusspannung, sondern eine gepulste. Ein einfaches Multimeter zeigt dort oft keinen brauchbaren Wert. Zuverlässiger sind die Anzeigen im Bedienteil: Ausgangsfrequenz, Ausgangsstrom und Zwischenkreisspannung. Den Motorstrom kannst du mit einer Stromzange gegenprüfen, die für Umrichterausgänge geeignet ist. Vor einer Isolationsmessung am Motor die Anleitung des Umrichters lesen, denn die Messspannung darf nicht auf seine Halbleiter kommen.
Netzseite und mehrere Motoren
Netzdrosseln vor dem Umrichter verringern die Netzrückwirkungen und verbessern den Leistungsfaktor. Eaton empfiehlt sie besonders, wenn mehrere Umrichter an einem Einspeisepunkt hängen (S. 5-79). Hängen hinter einem Umrichter mehrere Motoren, braucht jeder einen eigenen Überlastschutz. Motorschutzschalter PKZM0 und PKZM4 dürfen laut Eaton hinter einem Umrichter nur mit vorgeschaltetem Sinusfilter betrieben werden, sonst können sie überhitzen (S. 4-39).
Motordaten richtig eingeben
Der Umrichter kennt den Motor nur aus den Daten, die du ihm gibst: Bemessungsspannung, Bemessungsstrom, Frequenz, Drehzahl und Leistung vom Typenschild. Die Werte müssen zur Schaltung passen, in der der Motor am Umrichter läuft, Stern oder Dreieck. Stimmen sie nicht, regelt der Umrichter ungenau, und sein Motorschutz arbeitet mit falschen Grenzen. Den Aufbau eines Motors und sein Klemmbrett zeigen Motor in 3D und Klemmbrett in 3D.
Sicher arbeiten am Umrichter
Netz abschalten heißt nicht spannungsfrei: Der Zwischenkreis bleibt eine Weile geladen, die Wartezeit steht auf dem Gerät. Dazu kommen Stromkreise, die von außen gespeist werden, etwa Relaisausgänge mit fremder Steuerspannung. Erst nach der Wartezeit und der Feststellung der Spannungsfreiheit nach den fünf Sicherheitsregeln an Leistungsklemmen und Steuerklemmen arbeiten.
Parameter sichern
Ein Umrichter ist erst mit seinen Parametern ein funktionierender Antrieb. Darum die Einstellungen nach der Inbetriebnahme sichern, je nach Gerät im abnehmbaren Bedienteil, auf einer Speicherkarte oder per Software, und eine Liste der geänderten Werte in den Schaltschrank legen. Fällt das Gerät aus, ist ein Ersatzgerät so in Minuten statt in Stunden wieder eingestellt.
Lüfter und Staub
Der Lüfter läuft, solange das Gerät warm ist, oft jahrelang ohne Pause. Lagergeräusche, ein stehendes Lüfterrad oder eine Übertemperaturmeldung im Sommer sind typische Zeichen, dass er getauscht werden muss. Staub in den Kühlrippen wirkt wie eine Decke. Bei der Wartung deshalb den Kühlkörper ansehen und die Filtermatten am Schaltschrank tauschen.
Sollwert über 4–20 mA
Kommt der Sollwert als Strom von 4 bis 20 mA, bedeutet 4 mA den kleinsten Wert und nicht null. Fließen weniger als 4 mA, stimmt etwas nicht: Drahtbruch oder Ausfall des Gebers. Viele Umrichter lassen sich so einstellen, dass sie das erkennen und eine Störung melden. Wie das Signal aufgebaut ist, zeigt der Rechner 4–20 mA.
Drehrichtung ändern
Die Drehrichtung wird am Umrichter per Parameter oder Steuerbefehl gewählt. Soll sie fest getauscht werden, tauschst du zwei Motorleitungen an U, V, W. Das Vertauschen zweier Netzleiter an L1, L2, L3 bewirkt dagegen nichts: Der Gleichrichter macht aus jeder Phasenfolge dieselbe Gleichspannung, und die Ausgangsseite bestimmt der Umrichter selbst.
Weitere 3D-Modelle
Induktiver Näherungsschalter in 3D zerlegt → Spule, Oszillator und Schaltabstand: So erkennt ein Sensor Metall ohne Berührung. Not-Halt-Taster in 3D zerlegt → Pilz, Rastung und zwangsöffnende Öffner: So stoppt ein Not-Halt die Maschine. Wechselschalter in 3D zerlegt → Kontaktwippe, L und Korrespondierende: So funktioniert die Wechselschaltung. Relais in 3D zerlegt → Spule, Anker und Wechsler 11-12-14: So schaltet ein Relais, mit Knopf zum Einschalten. Schütz in 3D zerlegt → Spule, Anker und Kontakte: So schaltet ein Schütz, mit Knopf zum Ein- und Ausschalten.Warum braucht ein Frequenzumrichter eine geschirmte Motorleitung?
Die Transistoren schalten sehr schnell. Die steilen Spannungssprünge auf der Motorleitung strahlen Störungen ab. Der Schirm hält sie in der Leitung und führt sie zum Umrichter zurück. Deshalb den Schirm großflächig auflegen, nach der Anleitung des Herstellers.
Welchen FI-Schutzschalter braucht ein Frequenzumrichter?
Drehstrom-Umrichter können glatte Gleichfehlerströme verursachen. Dann ist ein RCD Typ B nötig, denn ein Typ A kann dadurch blind werden. Was für dein Gerät gilt, steht in der Anleitung. Wie ein FI-Schalter aufgebaut ist, zeigt FI-Schalter in 3D.
Warum wird der Motor bei kleiner Drehzahl warm?
Der Lüfter des Motors sitzt auf der Welle. Dreht der Motor langsam, kühlt er schlechter. Läuft er dauernd langsam mit viel Last, braucht er je nach Hersteller einen Fremdlüfter. Den Aufbau zeigt Motor in 3D.
Warum meldet der Umrichter beim Bremsen Überspannung?
Beim schnellen Abbremsen speist der Motor Energie zurück in den Zwischenkreis, und dessen Spannung steigt. Ohne Bremswiderstand schaltet der Umrichter zum Schutz ab. Eine längere Runterlaufzeit oder ein Bremswiderstand, wie ihn der Hersteller vorgibt, löst das Problem.
Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau, keinen bestimmten Umrichter. Anordnung, Größe und Klemmen unterscheiden sich je nach Hersteller und Leistung. Maßgeblich ist die Anleitung zum Gerät.
Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand
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