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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Hilfsschütz: Aufbau in 3D

Was unterscheidet ein Hilfsschütz vom Leistungsschütz? Hier zerlegst du ein Hilfsschütz mit aufgeschnapptem Hilfsschalterbaustein in 3D und schaltest die Spule ein und aus. Danach geht es um den Einsatz im Steuerstromkreis, um die Auswahl von Bausteinen und um die Fehlersuche, wenn es nicht anzieht.

Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.

Schritt 1 von 11

Hilfsschütz

Ein Hilfsschütz hat nur Hilfskontakte, keine Hauptstrombahnen. Es schaltet Steuerstromkreise und steuert so Motoren, Ventile oder Heizungen mittelbar. Mit Spule einschalten siehst du, wie die Schließer schließen und die Öffner öffnen, geschlossene Kontakte leuchten grün. Mit Weiter wird es Schritt für Schritt zerlegt.

Die Bauteile im Überblick

  1. Löschglied an der Spule

    Wird eine Schützspule abgeschaltet, kann eine hohe Induktionsspannung entstehen. Sie kann Elektronik in der Nähe stören oder sogar zerstören, etwa eine SPS oder ein Zeitrelais. Ein Löschglied, das vorn auf die Spulenklemmen gesteckt wird, begrenzt diese Spannungsspitze, zum Beispiel ein RC-Glied oder ein Varistor. Manche Hilfsschütze für Gleichspannung haben die Schutzbeschaltung schon eingebaut.

  2. Hilfsschalterbaustein

    Reichen die vier Kontakte des Grundgeräts nicht, wird vorn ein Baustein mit zwei oder vier weiteren Kontakten aufgeschnappt. Der Kontaktträger des Grundgeräts nimmt sie mit. Die Ordnungsziffern zählen dort weiter: hier 53/54 und 83/84 als Schließer, 61/62 und 71/72 als Öffner.

  3. Kontaktabdeckung

    Das Oberteil aus Isolierstoff deckt die Kontakte ab. Durch das Fenster vorn schaut der Kontaktträger heraus: An ihm sieht man die Schaltstellung, und an ihm greift der aufgeschnappte Baustein an.

  4. Schließer 13/14 und 43/44

    In Ruhe offen, bei angezogenem Schütz geschlossen. Die erste Ziffer ist die Ordnungsziffer, jeder Kontakt im Gerät bekommt eine eigene. Die zweite ist die Funktionsziffer: 3 und 4 stehen für einen Schließer. Über einen Schließer hält sich ein Schütz zum Beispiel in der Selbsthaltung.

  5. Öffner 21/22 und 31/32

    In Ruhe geschlossen, bei angezogenem Schütz offen. Die Funktionsziffern 1 und 2 stehen für einen Öffner. Öffner braucht man zum Beispiel, damit sich zwei Schütze gegenseitig sperren, wie in der Wendeschützschaltung.

  6. Kontaktträger mit Kontaktbrücken

    Die beweglichen Kontaktbrücken sitzen alle im selben Träger aus Isolierstoff. Jede Brücke trennt an zwei Stellen gleichzeitig, das heißt Doppelunterbrechung. Weil Öffner und Schließer mechanisch verbunden sind, können sie bei zwangsgeführten Kontakten nie gleichzeitig geschlossen sein, auch dann nicht, wenn ein Kontakt verschweißt ist.

  7. Anker und Rückholfedern

    Der Anker ist fest mit dem Kontaktträger verbunden. Zieht die Spule ihn an den Kern, nimmt er den Träger mit: Die Schließer schließen, die Öffner öffnen. Wird die Spule abgeschaltet, drücken die Federn Anker und Träger zurück in die Ruhestellung.

  8. Magnetspule A1/A2

    Die Spule wird an A1 und A2 angeschlossen, hier liegt A1 oben und A2 unten. Es gibt Hilfsschütze mit Spulen für Wechselspannung und für Gleichspannung. Welche Spannung die Spule braucht, steht auf dem Gerät.

  9. Eisenkern und Unterteil

    Der feste Teil des Magnetsystems sitzt im Unterteil. Das Magnetsystem arbeitet wie beim Leistungsschütz. Das Unterteil wird auf die Hutschiene geschnappt.

Hilfsschütz im Steuerstromkreis: Einsatz, Auswahl, Fehlersuche

Wofür man Hilfsschütze braucht

Eaton beschreibt Hilfsschütze als Geräte zum mittelbaren Steuern von Motoren, Ventilen, Kupplungen und Heizeinrichtungen. Ein wichtiger Grund für ihren Einsatz ist die Sicherheit: Die Kontakte trennen den Ansteuerstromkreis galvanisch vom geschalteten Stromkreis (Schaltungsbuch 10/23, S. 4-2). Ein SPS-Ausgang mit 24 V DC kann so über die Spule einen 230-V-Kreis schalten, ohne dass beide Kreise leitend verbunden sind. Und weil ein Hilfsschütz mehrere Kontakte hat, verteilt es einen Befehl auf mehrere Stromkreise, etwa Freigabe, Meldeleuchte und Verriegelung.

Bausteine richtig kombinieren

Basisgeräte haben einen Wechselstrom- oder Gleichstromantrieb und vier Hilfskontakte, dazu kommen Bausteine mit zwei oder vier Kontakten. Welche Kombinationen sich ergeben, richtet sich nach EN 50011. Eaton empfiehlt Geräte mit dem Kennbuchstaben E: Bei sechs- und achtpoligen Hilfsschützen liegen dann in der unteren oder hinteren Kontaktebene vier Schließer (S. 4-3). Die Hilfsschalterbausteine der Leistungsschütze lassen sich bei Eaton nicht auf ein Hilfsschütz schnappen. So wird verhindert, dass dieselbe Klemmenbezeichnung zweimal vorkommt, etwa 21/22 im Grundgerät und noch einmal im Aufsatz (S. 4-2).

Kleine Ströme, etwa an SPS-Eingängen

Für das Schalten kleinster Signale in der Elektronik bietet Eaton eigene Hilfsschalter an, zum Beispiel den DILA-XHIR22 (S. 4-2). Für einen SPS-Eingang mit wenigen Milliampere ist das die bessere Wahl als ein Kontakt, der für große Steuerströme gebaut ist. Welche Mindestlast ein Kontakt braucht, steht im Datenblatt.

Es zieht nicht an

Zuerst an A1 und A2 direkt am Gerät messen, ob die Steuerspannung ankommt. Fehlt sie, liegt der Fehler davor: Taster, Endschalter, Sicherung des Steuerkreises oder eine offene Klemme. Mit dem Stromlaufplan gehst du den Pfad von der Spule rückwärts und misst an jeder Klemme gegen den Rückleiter, bis die Spannung auftaucht. Liegt die Spannung an, und das Hilfsschütz zieht trotzdem nicht an, spannungsfrei den Widerstand der Spule messen. Unendlich heißt Wicklung unterbrochen. Stimmt auch die Spulenspannung auf dem Gerät nicht mit der Steuerspannung überein, etwa 24 V DC gegen 230 V AC, ist das Gerät falsch eingesetzt.

Es zieht an, aber der Kreis dahinter tut nichts

Dann den betroffenen Kontakt im Betrieb prüfen. Über einem geschlossenen Kontakt darf kaum Spannung abfallen. Misst du über einem Schließer bei angezogenem Schütz die volle Steuerspannung, ist er offen, obwohl er geschlossen sein müsste: Kontakt verschlissen, verschmutzt oder Baustein nicht richtig eingerastet. Die Ordnungsziffern helfen beim Finden: Im Stromlaufplan steht unter der Spule meist ein Kontaktspiegel, der zeigt, in welchem Pfad Schließer 13/14 oder Öffner 21/22 verwendet werden.

Zwangsgeführt oder Spiegelkontakt?

Beide Begriffe tauchen bei Sicherheitsschaltungen auf und werden gern verwechselt. Zwangsgeführt beschreibt Hilfskontakte untereinander: Öffner und Schließer können nie gleichzeitig geschlossen sein. Ein Spiegelkontakt ist nach Eaton ein Öffner-Hilfskontakt eines Leistungsschützes, der nicht gleichzeitig mit den Schließer-Hauptkontakten geschlossen sein kann, nach IEC/EN 60947-4-1 Anhang F (S. 4-19). Er meldet den Zustand der Hauptkontakte, zum Beispiel an den Rückführkreis eines Sicherheitsrelais (S. 2-25).

Löschglied passend wählen

Beim Hilfsschütz DILA werden RC-Löschglieder oder Varistor-Löschglieder vorn aufgesteckt, die gleichstrombetätigten Ausführungen haben eine Schutzbeschaltung schon eingebaut. Für empfindliche Elektronik gibt es zusätzlich ein Dioden-Löschglied (Eaton, S. 4-4). Ohne Beschaltung können beim Abschalten der Spule Spannungsspitzen entstehen, die benachbarte Elektronik stören oder zerstören, genannt werden SPS, Zeitrelais und Koppelbausteine.

Ein Hilfsschütz tauschen

Vor dem Abklemmen jede Ader nach ihrer Klemmenbezeichnung kennzeichnen, nicht nach ihrer Lage. Das neue Gerät braucht dieselbe Spulenspannung und Stromart, dieselbe Kennzahl, also gleich viele Schließer und Öffner, und bei aufgesteckten Bausteinen dieselbe Bestückung. Weil die Klemmen nach Norm bezeichnet sind, landet 13/14 beim neuen Gerät wieder an 13/14, auch wenn es anders aussieht. Danach Spule und jeden Kontakt einmal im Betrieb prüfen. Wie die Kontakte in der Schaltung zusammenspielen, zeigt die Selbsthaltung.

Wenn es flattert oder abfällt

Zieht ein Hilfsschütz an und fällt kurz danach wieder ab, oder klappert es, ist die Spulenspannung oft zu klein. Bei einem schwachen Steuertransformator oder einer langen Steuerleitung bricht die Spannung ein, sobald mehrere Spulen gleichzeitig anziehen. Darum die Spannung an A1 und A2 genau im Moment des Einschaltens messen, nicht im Ruhezustand. Hängt die Spannung an einem Kontakt, der selbst wackelt, etwa an einem verschmutzten Taster, flattert das Hilfsschütz im selben Takt.

Hilfsschütz oder Koppelrelais?

Für das reine Verstärken eines SPS-Ausgangs reicht oft ein schmales Koppelrelais. Ein Hilfsschütz ist größer, hat mehr Kontakte, lässt sich mit Bausteinen erweitern und hat genormte Klemmenbezeichnungen. Sobald zwangsgeführte Kontakte gebraucht werden, ist ein dafür gebautes Hilfsschütz die richtige Wahl. Den Aufbau eines Relais zeigt Relais in 3D.

Weitere 3D-Modelle

Relais in 3D zerlegt → Spule, Anker und Wechsler 11-12-14: So schaltet ein Relais, mit Knopf zum Einschalten. Schütz in 3D zerlegt → Spule, Anker und Kontakte: So schaltet ein Schütz, mit Knopf zum Ein- und Ausschalten. Wechselschalter in 3D zerlegt → Kontaktwippe, L und Korrespondierende: So funktioniert die Wechselschaltung. Not-Halt-Taster in 3D zerlegt → Pilz, Rastung und zwangsöffnende Öffner: So stoppt ein Not-Halt die Maschine. Induktiver Näherungsschalter in 3D zerlegt → Spule, Oszillator und Schaltabstand: So erkennt ein Sensor Metall ohne Berührung.

Alle 3D-Modelle →

Was ist der Unterschied zwischen Hilfsschütz und Leistungsschütz?

Ein Leistungsschütz hat Hauptstrombahnen (1/L1 bis 6/T3), über die der Laststrom etwa eines Motors fließt, und kann zusätzlich Hilfskontakte wie 13/14 haben. Ein Hilfsschütz hat nur Hilfskontakte und schaltet Steuerstromkreise. Im Plan bekommt das Leistungsschütz den Kennbuchstaben Q, das Hilfsschütz K. Den Aufbau mit Hauptkontakten zeigt Schütz in 3D.

Was bedeutet zwangsgeführt?

Öffner und Schließer sind mechanisch so verbunden, dass sie nie gleichzeitig geschlossen sein können. Das muss auch im Fehlerfall gelten, etwa wenn ein Kontakt verschweißt ist: Über die ganze Lebensdauer bleiben dann zwischen den offenen Kontakten mindestens 0,5 mm Abstand. Gefordert wird das zum Beispiel für Steuerungen an kraftbetriebenen Pressen.

Was bedeutet die Kennzahl auf dem Hilfsschütz?

Sie nennt die Bestückung: Die erste Ziffer ist die Zahl der Schließer, die zweite die Zahl der Öffner. 40 heißt vier Schließer, 22 zwei Schließer und zwei Öffner, wie im Modell. Mit dem Baustein hat es hier vier Schließer und vier Öffner. Lage und Klemmenbezeichnung der Kontakte regelt die Norm EN 50011.

Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau, kein bestimmtes Gerät. Bauform, Lage der Spulenklemmen und Kontaktbestückung unterscheiden sich je nach Hersteller. Welche Werte gelten, steht auf dem Gerät und im Datenblatt.

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