Schaltzeichen und Kennbuchstaben
Ein Stromlaufplan besteht aus wenigen Zeichen, die immer wiederkehren. Hier stehen die Schaltzeichen aus unseren Plänen, dazu die Kennbuchstaben und die Klemmenbezeichnungen. Tippe ein Zeichen an und sieh seine zweite Stellung.
So sind Pläne gezeichnet: Ein Plan auf Papier zeigt alle Kontakte in Ruhestellung, also ohne Spannung und unbetätigt. Der Strom läuft meist von oben nach unten.
Spule und Kontakte eines Geräts sind oft an verschiedenen Stellen gezeichnet. Sie tragen dann dieselbe Bezeichnung, zum Beispiel Q1. Das nennt man aufgelöste Darstellung.
Kontakte
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Schließer
In Ruhe offen. Wird er betätigt, schließt er den Stromweg. Bei Hilfskontakten enden seine Klemmen auf 3 und 4, zum Beispiel 13-14.
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Öffner
In Ruhe geschlossen. Wird er betätigt, unterbricht er den Stromweg. Bei Hilfskontakten enden seine Klemmen auf 1 und 2, zum Beispiel 21-22.
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Wechsler
Ein gemeinsamer Anschluss, der zwischen zwei Wegen umschaltet. So arbeitet der Wechselschalter in der Wechselschaltung.
Wie ein Kontakt betätigt wird
Die gestrichelte Linie links am Kontakt führt zu dem, was ihn bewegt. Ein Kontakt ohne diese Linie gehört zu einer Spule mit derselben Bezeichnung.
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Schalter
Der Querstrich steht für die Betätigung von Hand. Ein Schalter bleibt in seiner Stellung, bis man ihn wieder umlegt. Kennbuchstabe S.
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Taster
Die eckige Klammer steht für Betätigung durch Drücken. Ein Taster geht von selbst zurück, sobald man loslässt. Ein-Taster sind Schließer, Aus-Taster sind Öffner. Kennbuchstabe S.
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Öffner des Motorschutzrelais
Das Zeichen an der gestrichelten Linie steht für den thermischen Auslöser. Bei Überlast öffnet der Kontakt 95-96 und unterbricht den Steuerstromkreis, wie in der Selbsthaltung.
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Kontakt eines Zeitrelais
Der Halbkreis steht für die Verzögerung. In unseren Plänen schaltet der Kontakt erst, wenn das Zeitrelais angezogen hat und die eingestellte Zeit abgelaufen ist, wie in der Stern-Dreieck-Schaltung.
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Kontakt eines abfallverzögerten Zeitrelais
Der Halbkreis ist hier andersherum gezeichnet. Der Kontakt schaltet sofort, wenn das Zeitrelais anzieht, und geht erst nach Ablauf der Zeit zurück, wenn die Spule keinen Strom mehr hat, wie beim Zeitrelais K2 auf der Seite Zeitrelais.
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Not-Halt-Taster
Ein Öffner mit Raststellung, betätigt durch Schlagen auf den Pilzkopf. Der Halbkreis steht für den Pilz, die Kerbe in der Wirklinie für die Rastung: Er bleibt gedrückt, bis man ihn entriegelt (Eaton Schaltungsbuch 10/23, S. 9-29). Kennbuchstabe S, siehe Selbsthaltung mit Not-Halt.
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Endschalter
Der kleine Kreis steht in unseren Plänen für eine Rolle, die das bewegte Teil anfährt, zum Beispiel ein Tor in der Endlage. Der Endschalter erfasst eine Lage und bekommt deshalb den Kennbuchstaben B, siehe Rolltor mit Endschaltern.
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Schwimmerschalter
Der liegende Schwimmer an der Wirklinie zeigt die Betätigung durch den Flüssigkeitsstand (Eaton Schaltungsbuch 10/23, S. 9-30). Erreicht das Wasser seine Höhe, schaltet der Kontakt. Als Sensor bekommt er den Kennbuchstaben B, siehe Pumpensteuerung.
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Kreuzschalter
Vier Anschlüsse, zwei Stellungen: gerade durch oder über Kreuz. In unseren Plänen ist er vereinfacht gezeichnet: durchgezogen die Stellung, in der er gerade steht, gepunktet die andere. Der gestrichelte Kasten zeigt, dass beide Wege gemeinsam umschalten, siehe Kreuzschaltung.
Verbraucher und Antriebe
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Lampe
Ein Kreis mit Kreuz. In unseren Plänen heißt die Leuchte E1. Eine Meldeleuchte, die nur etwas anzeigt, bekommt den Kennbuchstaben P.
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Spule
Ein Rechteck mit den Anschlüssen A1 und A2. Bekommt die Spule Spannung, zieht das Gerät an und alle seine Kontakte schalten. Q steht für Schütze, die Last schalten, K für Relais.
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Spule eines Zeitrelais
Das Zusatzfeld mit dem Kreuz steht in unseren Plänen für ein anzugverzögertes Zeitrelais: Seine Kontakte schalten erst nach Ablauf der eingestellten Zeit.
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Spule eines abfallverzögerten Zeitrelais
Das ausgefüllte Zusatzfeld steht in unseren Plänen für ein abfallverzögertes Zeitrelais: Seine Kontakte schalten sofort und fallen erst nach Ablauf der Zeit zurück, wenn die Spule keinen Strom mehr hat.
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Spule eines Stromstoßschalters
Das Zusatzfeld zeigt einen Impuls. Jeder Impuls schaltet den Kontakt um, siehe Stromstoßschaltung.
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Treppenlicht-Zeitschalter
Die Uhr im Zusatzfeld steht für die Zeitfunktion: Der Kontakt schließt beim Impuls und öffnet nach der eingestellten Zeit von selbst, siehe Treppenlichtschaltung.
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Drehstrommotor
Ein Kreis mit M, darunter 3~ für Drehstrom. Die drei Anschlüsse heißen U1, V1 und W1. Kennbuchstabe M.
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Drehstrommotor mit sechs Anschlüssen
Oben die Wicklungsanfänge U1, V1 und W1, unten die Enden U2, V2 und W2. So gezeichnet wird der Motor, wenn die Schaltung selbst Stern oder Dreieck bildet, wie in der Stern-Dreieck-Schaltung.
Schutz und Hauptstromkreis
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Sicherung
Ein schmales Rechteck auf der Leitung. Bei zu hohem Strom schmilzt der Schmelzleiter und unterbricht den Stromkreis. Kennbuchstabe F.
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Leitungsschutzschalter
Ein Schaltglied mit Kreuz am festen Kontakt: Das Kreuz steht für die Leistungsschalterfunktion. Die Zeichen für die Auslöser lassen unsere Pläne weg, wie viele Tabellenbücher. Er schaltet bei Überlast und Kurzschluss ab und lässt sich wieder einschalten. Kennbuchstabe F. In den klickbaren Plänen ist er eingeschaltet, auf den Arbeitsblättern steht er wie jeder Kontakt in Ruhestellung, also offen.
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Hauptkontakte eines Schützes
Drei Schließer, die gemeinsam schalten. Die gestrichelte Linie zeigt, dass sie mechanisch verbunden sind. Klemmen 1-2, 3-4 und 5-6.
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Motorschutzrelais
Drei Strombahnen mit thermischen Auslösern im gestrichelten Rahmen. Sie liegen vor dem Motor. Der zugehörige Öffner 95-96 sitzt im Steuerstromkreis. Kennbuchstabe F.
Leitungen
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Verbindung
Ein Punkt heißt: Hier sind die Leitungen miteinander verbunden.
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Kreuzung ohne Verbindung
Kreuzen sich zwei Linien ohne Punkt, laufen sie nur übereinander hinweg. Sie sind nicht verbunden.
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Schutzleiter
Grün-gelb ist in unseren Plänen der Schutzleiter PE, wie seine Ader in der Leitung: eine grüne Linie mit gelben Strichen, dazu die Beschriftung PE. Er führt keinen Betriebsstrom. Einfarbig gestrichelt heißt dagegen: mechanisch verbunden.
Kennbuchstaben
| Buchstabe | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| B | Erfassen, Sensor | Näherungsschalter, Druckschalter, Endschalter |
| E | Licht oder Wärme abgeben | Leuchte E1 |
| F | Schutz (Überstrom, Überlast, Fehlerstrom) | Sicherung F1, Leitungsschutzschalter, Motorschutzrelais F2 |
| G | Energie bereitstellen | Batterie |
| K | Signale verarbeiten | Relais, Zeitrelais K1 |
| M | Antreiben | Motor M1 |
| P | Anzeigen, Melden | Leuchtmelder, Messgerät |
| Q | Last schalten | Schütz Q1 |
| S | Von Hand betätigen | Schalter, Taster S1 |
Die Buchstaben richten sich nach der Aufgabe des Betriebsmittels (DIN EN IEC 81346-2). Die Zahl dahinter zählt durch: Q1, Q2, Q3. Genauere Pläne hängen einen zweiten Buchstaben an, zum Beispiel QA für Schütze und KF für Relais (so in den PAL-Prüfungen der IHK, Stand 06/2024).
Klemmenbezeichnungen
| Klemmen | Bedeutung |
|---|---|
| A1, A2 | Spule |
| 1-2, 3-4, 5-6 | Hauptkontakte eines Schützes, auf dem Gerät oft als 1L1-2T1, 3L2-4T2 und 5L3-6T3 |
| 13-14 | Hilfskontakt, Schließer. Die zweite Ziffer nennt die Funktion: 3-4 ist ein Schließer. |
| 21-22 | Hilfskontakt, Öffner. 1-2 ist ein Öffner. Die erste Ziffer zählt die Kontakte eines Geräts durch. |
| 95-96 | Öffner des Motorschutzrelais |
| 97-98 | Schließer des Motorschutzrelais |
| U1, V1, W1 | Wicklungsanfänge des Drehstrommotors. Die Enden heißen U2, V2 und W2. |
Weitere Schaltungen
Arbeitsblätter zu Schaltungen → Zum Ausdrucken, mit Lösungsblatt: Plan ergänzen, Schalttabelle, Fehler eingrenzen. Arbeitsblätter zur Fehlersuche → Sechs Blätter mit Messwerten und Lösungsblatt: Fehler eingrenzen, Ursache nennen. Fehlersuche-Leitfäden zum Ausdrucken → Vier A4-Blätter für die Werkstatt: Motor, Schütz, RCD und LS, Schritt für Schritt. Lernplakate zu Schaltungen → Vier A4-Blätter zum Aushängen: Schaltzeichen, Installationsschaltungen, Selbsthaltung, Klemmen. Lernplakate Sicherheitsregeln und Netzsysteme → Zwei A4-Blätter zum Aushängen: fünf Sicherheitsregeln, TN, TT und IT mit Prinzipbild.Warum zeigt ein Plan alle Kontakte in Ruhestellung?
Damit jeder Plan gleich gelesen wird: ohne Spannung und unbetätigt. Ein Schließer ist dann offen gezeichnet, ein Öffner geschlossen. In unseren interaktiven Plänen bewegen sich die Kontakte, damit man den Ablauf sieht.
Was ist der Unterschied zwischen Schließer und Öffner?
Ein Schließer ist in Ruhe offen und schließt beim Betätigen. Ein Öffner ist in Ruhe geschlossen und öffnet beim Betätigen. Ein-Taster sind deshalb Schließer, Aus-Taster Öffner.
Warum tragen Spule und Kontakte dieselbe Bezeichnung?
Weil sie zu einem Gerät gehören. In der aufgelösten Darstellung steht die Spule im Steuerstromkreis, die Hauptkontakte stehen im Hauptstromkreis. An der gemeinsamen Bezeichnung, zum Beispiel Q1, erkennt man, was zusammengehört.
Warum heißt das Schütz in meinem Buch K1 und hier Q1?
Ältere Pläne und viele Bücher nutzen noch die früheren Kennbuchstaben. Dort heißt ein Schütz K1 oder K1M und eine Meldeleuchte H1. Nach der heutigen Regel bekommt ein Schütz, das Last schaltet, ein Q und ein Leuchtmelder ein P. In Prüfungen und im Betrieb kommen beide Schreibweisen vor.
Sind die Zeichen hier die genormten Schaltzeichen?
Sie sind daran angelehnt, aber vereinfacht. Die genormten Schaltzeichen stehen in DIN EN 60617. Für Prüfungen und Firmenpläne gelten das Tabellenbuch und die Vorgaben des Betriebs.
Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand