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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Stromstoßschalter: Aufbau in 3D

Wie merkt sich ein Stromstoßschalter, ob das Licht an oder aus ist? Hier öffnest du einen elektromechanischen Stromstoßschalter in 3D, von der Spule über Anker und Schaltklinke bis zum Schaltrad mit Nockenscheibe, und schaltest ihn per Tastendruck um.

Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.

Schritt 1 von 9

Stromstoßschalter

Jeder kurze Stromstoß auf die Spule schaltet ihn um: einmal ein, beim nächsten Mal aus. Mit Weiter wird er Schritt für Schritt geöffnet. Jeder Druck auf Taster drücken gibt der Spule einen Impuls, und der Kontakt wechselt seine Stellung. Der Hebel vorn zeigt sie an.

Die Bauteile im Überblick

  1. Gehäuse mit Hutschienenclip

    Zwei Schalen aus Isolierstoff, im Modell ist eine abgenommen. Viele Stromstoßschalter sind eine Teilungseinheit breit, rund 18 mm. Hinten rastet das Gerät auf die 35-mm-Hutschiene, mit dem Schieber unten nimmst du es wieder ab.

  2. Klemmen A1, A2, 1 und 2

    A1 und A2 sind die Anschlüsse der Spule, 1 und 2 die des Kontakts. Wo sie sitzen, ist je nach Gerät verschieden. Die Schrauben mit dem Drehmoment des Herstellers anziehen. Vor der Arbeit an den Klemmen gelten die fünf Sicherheitsregeln.

  3. Spule mit Eisenkern (A1, A2)

    Solange ein Taster gedrückt ist, fließt Strom durch die Spule, und der Eisenkern wird zum Magneten. Die Spulenspannung steht auf dem Gerät, zum Beispiel 230 V AC. Viele Spulen sind nur für kurze Impulse gebaut: Klemmt ein Taster, bekommt die Spule Dauerstrom und kann heiß werden. Was das Gerät verträgt, steht im Datenblatt.

  4. Anker mit Schaltklinke und Feder

    Der Anker ist drehbar gelagert. Zieht ihn der Magnet an, nimmt die Schaltklinke an seinem Ende das Schaltrad um einen Zahn mit. Lässt du den Taster los, drückt die Feder den Anker zurück, und die Klinke greift hinter den nächsten Zahn.

  5. Schaltrad mit Nockenscheibe

    Das Schaltrad dreht sich bei jedem Impuls einen Schritt weiter, eine Rastfeder hält es danach fest. Auf derselben Achse sitzt die Nockenscheibe. Nach jedem zweiten Schritt steht ein Nocken unten und drückt den Kontakt zu, dazwischen bleibt er offen. So wechselt jeder Impuls zwischen ein und aus, auch ohne Strom bleibt die Stellung erhalten. Die Mechanik ist je nach Hersteller anders gebaut.

  6. Kontakt 1-2 (Schließer)

    Der Kontakt schaltet den Außenleiter zur Lampe: von Klemme 1 über die Kontaktfeder zum festen Kontakt und zu Klemme 2. Drückt ein Nocken auf den Stößel, schließt er. Wie viel Strom er schalten darf, steht auf dem Gerät.

  7. Handbetätigung und Stellungsanzeige

    Mit dem Hebel vorn lässt sich der Stromstoßschalter auch von Hand umschalten, etwa zum Prüfen. Bei vielen Geräten zeigt seine Stellung, ob der Kontakt geschlossen ist, im Modell steht er dann oben.

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Stromstoßschalter in der Praxis: Einsatz, Messpunkte, Fehlerbilder

Seine Stärke zeigt der Stromstoßschalter, wenn Licht von vielen Stellen aus geschaltet werden soll, etwa in langen Fluren oder Hallen. Jede weitere Stelle ist nur ein weiterer Taster parallel zu den anderen. Bei der Wechsel- und Kreuzschaltung braucht jede zusätzliche Stelle dagegen einen Kreuzschalter und zwei Korrespondierende mehr. Geht das Licht nach einer Zeit von selbst aus, ist es keine Stromstoßschaltung, sondern eine Treppenlichtschaltung mit Zeitschalter.

Reagiert der Stromstoßschalter auf keinen Taster, hilft die Handbetätigung beim Eingrenzen: Lässt sich das Licht damit schalten, sind Kontakt 1-2, Lampe und Neutralleiter in Ordnung, und der Fehler liegt im Steuerkreis, also an der Spule, am Neutralleiter an A2 oder an der gemeinsamen Zuleitung der Taster. Bleibt das Licht auch von Hand aus, suchst du im Laststromkreis weiter. Klemmt ein Taster, bekommt die Spule Dauerstrom: Der Stromstoßschalter reagiert dann auf keinen anderen Taster mehr und wird warm.

Die Messpunkte ergeben sich aus dem Plan: zuerst Spannung an A1 gegen N, während jemand einen Taster drückt, dann an Klemme 1 gegen N, dann an Klemme 2 bei eingeschaltetem Licht. So trennst du Steuer- und Laststromkreis mit wenigen Messungen. Üben kannst du das an der Fehlersuche an der Stromstoßschaltung.

Zum Arbeiten an Lampe oder Leuchte reicht es nicht, das Licht auszuschalten: Lichtschalter und Halbleiterschalter sind zum Trennen nicht geeignet, freigeschaltet wird über LS-Schalter, RCD, Hauptschalter oder das Herausnehmen der Schmelzsicherungen (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 104). Der Kontakt 1-2 trennt außerdem nur den Außenleiter, der Neutralleiter bleibt an der Lampe angeschlossen.

Bedienen und Arbeiten am Stromstoßschalter

Das Einschalten eines Lichtschalters zählt nach DGUV Information 203-001 zum Bedienen, also zu den Tätigkeiten der bestimmungsgemäßen Betriebsführung. Laien dürfen bedienen, wenn vollständiger Berührungsschutz besteht, zum Beispiel beim Betätigen eines RCD in einem Verteilerkasten (DGUV Information 203-001, Oktober 2015, S. 37). Für die Handbetätigung am Stromstoßschalter heißt das: mit geschlossener Abdeckung ja, bei abgenommener Abdeckung ist es Sache der Elektrofachkraft. Ein Taster mit gebrochener Wippe oder fehlender Abdeckung im Treppenhaus erfüllt die Bedingung für das Bedienen durch Laien nicht mehr.

In Wohnungen laufen Beleuchtungsstromkreise über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit höchstens 30 mA (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 139, nach DIN VDE 0100-410). Löst der RCD aus, sobald jemand einen bestimmten Taster drückt, liegt der Fehler zwischen diesem Taster und der Spule, etwa ein Schluss gegen den Schutzleiter in der Tasterdose. Taster setzt man wie Schalter bevorzugt 105 cm über dem Fußboden, die Leitungen dazu laufen in den Installationszonen (S. 144).

Eine Verwechslung mit Folgen: Wird beim Tausch versehentlich ein Schalter statt eines Tasters eingesetzt, bekommt die Spule in einer Stellung Dauerstrom, genau wie bei einem klemmenden Taster. Ein Taster federt nach dem Drücken zurück, ein Schalter bleibt stehen. Löst dagegen der RCD aus, sobald irgendein Taster gedrückt wird, lohnt der Blick auf A2: Liegt die Spule dort am Schutzleiter statt am Neutralleiter, fließt der Steuerstrom über PE zurück, und der RCD erkennt ihn als Fehlerstrom.

Ausgebaut prüfen: der Reparaturplatz

Wer einen ausgebauten Stromstoßschalter in der Werkstatt mit Netzspannung ausprobiert, arbeitet an einem Prüfplatz, an dem aktive Teile berührt werden können. Die DGUV Information 203-001 verlangt dafür einen Prüfplatz ohne zwangläufigen Berührungsschutz nach DIN VDE 0104 mit einer Arbeitsfläche aus nichtleitfähigem Werkstoff. Ist der Prüfstromkreis galvanisch mit dem einspeisenden Netz verbunden, wird er über einen RCD mit höchstens 30 mA abgesichert. Vorzugsweise wird der Prüfling über einen Trenntransformator eingespeist (Ausgabe Oktober 2015, S. 62). Für den Test reichen ein Taster an A1 und eine Lampe an Kontakt 1-2. Schaltet das Gerät bei jedem Tastendruck sauber um, spricht das gegen einen Defekt des Stromstoßschalters, und die Suche geht in der Anlage weiter.

Laststromkreis: Schutz und Messung

Für den Leitungsschutz in Licht- und Steckdosenstromkreisen nennt das Tabellenbuch LS-Schalter der Charakteristik B. Ihr elektromagnetischer Auslöser schaltet einen Kurzschluss ab dem 3- bis 5-fachen Bemessungsstrom unverzögert ab (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 142). Fällt der LS-Schalter genau dann, wenn der Stromstoßschalter das Licht einschaltet, liegt der Kurzschluss hinter dem Kontakt 1-2, also an Lampe, Leuchte oder Lampendraht.

Weitere 3D-Modelle

Relais in 3D zerlegt → Spule, Anker und Wechsler 11-12-14: So schaltet ein Relais, mit Knopf zum Einschalten. Wechselschalter in 3D zerlegt → Kontaktwippe, L und Korrespondierende: So funktioniert die Wechselschaltung. Schütz in 3D zerlegt → Spule, Anker und Kontakte: So schaltet ein Schütz, mit Knopf zum Ein- und Ausschalten. Not-Halt-Taster in 3D zerlegt → Pilz, Rastung und zwangsöffnende Öffner: So stoppt ein Not-Halt die Maschine. Induktiver Näherungsschalter in 3D zerlegt → Spule, Oszillator und Schaltabstand: So erkennt ein Sensor Metall ohne Berührung.

Alle 3D-Modelle →

Was ist der Unterschied zwischen Stromstoßschalter und Relais?

Ein Relais hält seinen Kontakt nur, solange die Spule Strom hat. Der Stromstoßschalter braucht nur einen kurzen Impuls und bleibt dann in der neuen Stellung, bis der nächste kommt. Den Aufbau eines Relais zeigt Relais in 3D.

Wie wird ein Stromstoßschalter angeschlossen?

Alle Taster liegen parallel und geben den Impuls auf A1, A2 geht bei einer 230-V-Spule an den Neutralleiter. Der Kontakt 1-2 schaltet den Außenleiter zur Lampe. Den ganzen Plan zum Ausprobieren findest du bei der Stromstoßschaltung.

Er klackt, aber die Lampe bleibt aus. Woran liegt das?

Dann bekommt die Spule ihren Impuls, und der Fehler liegt eher im Laststromkreis: am Kontakt 1-2, an einer losen Ader an Klemme 1 oder 2, an der Lampe oder am Neutralleiter. Wie du das eingrenzt, übst du in der Fehlersuche an der Stromstoßschaltung. An den Klemmen arbeitest du nur nach den fünf Sicherheitsregeln.

Von einem Taster aus geht das Licht nicht, von den anderen schon. Warum?

Weil alle Taster parallel auf die Spule arbeiten, ist der Stromstoßschalter selbst dann in Ordnung. Der Fehler liegt an diesem einen Taster oder an seiner Zuleitung, etwa an einer losen Klemme in seiner Dose. Prüfe dort, ob beim Drücken Spannung auf den abgehenden Draht kommt.

Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines elektromechanischen Stromstoßschalters, kein bestimmtes Gerät. Mechanik, Lage der Klemmen und Handbetätigung unterscheiden sich je nach Hersteller, elektronische Stromstoßschalter sind ganz anders aufgebaut. Welche Werte gelten, steht auf dem Gerät und im Datenblatt.

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