NYM-Leitung: Aufbau in 3D
Was steckt in einer Mantelleitung, und wofür ist sie gedacht? Hier siehst du eine NYM-J 5×2,5 mm² in 3D, Schicht für Schicht abgemantelt und aufgefächert: Mantel, Füllmischung, fünf Adern mit Farbcode und die massiven Kupferleiter.
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Mantelleitung NYM-J
Die typische Installationsleitung im Gebäude. Der Name sagt, woraus sie besteht: N für Normleitung, Y für Isolierung aus PVC, M für Mantelleitung. Das J steht für eine grün-gelbe Schutzleiterader. Mit Weiter wird sie Schicht für Schicht zerlegt.
Die Lagen im Überblick
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Außenmantel
Der graue Mantel aus PVC schützt die Adern vor Beschädigung. Aufgedruckt sind Typ, Aderzahl und Querschnitt, etwa NYM-J 5×2,5, und die Nennspannung 300/500 V. Beim Abmanteln nicht in die Aderisolierung schneiden.
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Füllmischung
Zwischen Mantel und Adern liegt eine weiche Füllmischung. Sie macht die Leitung rund und lässt sich beim Abmanteln leicht von den Adern lösen.
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Adern mit Farbcode
Jede Ader hat ihre eigene PVC-Isolierung. Bei fünf Adern sind die Farben festgelegt: grün-gelb für den Schutzleiter, blau für den Neutralleiter, braun, schwarz und grau für die Außenleiter, üblich in der Reihenfolge L1, L2, L3. Grün-gelb ist allein dem Schutzleiter vorbehalten.
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Kupferleiter
Der Leiter aus Kupfer, bei den üblichen kleinen Querschnitten eindrähtig, also massiv. Der Querschnitt, hier 2,5 mm², bestimmt zusammen mit Verlegeart, Umgebungstemperatur und Häufung, wie viel Strom die Leitung tragen darf.
NYM in der Installation: wo sie hingehört und wo nicht
Das Tabellenbuch führt NYM als PVC-Mantelleitung für die feste Verlegung: Nennspannung 300/500 V, 1 bis 7 Adern, Querschnitte von 1,5 bis 35 mm². Der Leiter darf im Betrieb 70 °C warm werden, im Kurzschluss kurzzeitig 160 °C. Verlegt wird sie in trockenen und feuchten Räumen, auf, in und unter Putz (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 153).
Unter Putz gehört die Leitung in die Installationszonen nach DIN 18015-3: waagerecht 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Fußboden, senkrecht 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Raumecken. In Räumen mit Arbeitsflächen wie Küchen kommt eine Zone 100 bis 130 cm über dem Fußboden dazu. Außerhalb der Zonen sind nur senkrechte Leitungen zu einzelnen Betriebsmitteln erlaubt (S. 144). Wer in einer Wand bohrt, weiß damit, wo er mit Leitungen rechnen muss, aber nicht, ob sich der Errichter daran gehalten hat.
Im Bad sind Mantelleitung oder Aderleitung im Rohr üblich. Leitungen, die nur durch das Bad hindurch zu anderen Räumen führen, müssen dort mindestens 6 cm unter der Wandoberfläche liegen (S. 147, DIN VDE 0100-701).
Ob die verlegte Leitung in Ordnung ist, zeigt die Prüfung vor der Inbetriebnahme: Die Isolationsmessung soll Fehler durch schadhafte Isolation erkennen, etwa eine beim Abmanteln eingeschnittene Ader. Die Messung des Schutzleiterwiderstands weist nach, dass alle Schutzleiter sicher angeschlossen sind (S. 402). Mehr dazu bei der Erstprüfung.
Verlegeart, Leitungswiderstand und Kurzschluss bei NYM
Wie viel Strom eine NYM tragen darf, hängt davon ab, wie sie liegt. Das Tabellenbuch nennt NYM bei den Referenzverlegearten A2 (mehradrige Leitung in wärmegedämmten Wänden, im Rohr oder direkt), B2 (im Installationsrohr, etwa unter Putz, in oder auf der Wand oder im Kabelkanal), C (direkt auf der Wand, im Mauerwerk, im Beton oder unter der Decke) und E (frei in der Luft mit Abstand zur Wand, etwa auf gelochten Kabelrinnen, Kabelpritschen oder Kabelkonsolen) (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 156, DIN VDE 0298-4). Dieselbe NYM-J 3×2,5 hat also je nach Verlegeart eine andere Strombelastbarkeit, das zeigt der Rechner Strombelastbarkeit. Belastbarkeit, Spannungsfall und Abschaltung zusammen prüft der Leitungsassistent.
Kupfer hat bei 20 °C einen spezifischen Widerstand von 0,0179 Ω·mm²/m (= 1/56, so rechnen die Rechner der Toolbox; das Tabellenbuch nennt 0,0178). Für Kupferleitungen nennt das Tabellenbuch in seiner Tabelle bei 20 °C rund 12,7 mΩ je Meter für eine Ader mit 1,5 mm² und 7,6 mΩ für 2,5 mm² (S. 69), etwas mehr, als sich allein aus ρ · l / A ergibt. Bei 20 m NYM-J 3×2,5 kommen Hin- und Rückleiter zusammen auf 2 · 20 m · 7,6 mΩ/m ≈ 0,3 Ω. Daraus ergeben sich Spannungsfall und Schleifenimpedanz, nachzurechnen mit Leitungswiderstand und Spannungsfall.
Im Kurzschluss darf der PVC-isolierte Kupferleiter von 70 °C Betriebstemperatur auf höchstens 160 °C erwärmt werden. Dafür nennt das Tabellenbuch den Materialkoeffizienten k = 115 A·√s/mm². Mit ihm wird geprüft, ob die Schutzeinrichtung schnell genug abschaltet: t ≤ (k · A / Ik)² (S. 157). Wie groß Ik direkt am Trafo werden kann, schätzt der Rechner Kurzschlussstrom ab. Ob der Fehlerstrom am Ende einer langen Leitung noch für die Abschaltung reicht, prüft die Abschaltbedingung.
Aderfarben in der Mantelleitung
Bei drei Adern mit Schutzleiter sind die Farben grün-gelb, blau und braun. Bei vier Adern mit Schutzleiter gibt es zwei Varianten: grün-gelb, blau, braun, schwarz oder grün-gelb, braun, schwarz, grau. Für L1, L2 und L3 ist die Reihenfolge der Farben nicht festgelegt, empfohlen wird braun, schwarz, grau (Tabellenbuch, S. 151, DIN VDE 0293-308). Vor dem Anklemmen in Altanlagen hilft trotzdem nur Messen, siehe Was bedeutet eine graue Ader?
Wo NYM nicht hingehört
Die NYM-Leitung ist für eine Betriebstemperatur von 70 °C am Leiter ausgelegt (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 153). In Räumen mit Saunaheizung dürfen im oberen Bereich 3 aber nur Leitungen liegen, die bis 170 °C wärmefest sind, zum Beispiel H05SS-U oder -K oder N2GFA (S. 147). Dort ist NYM also die falsche Wahl. Auch als bewegliche Leitung auf der Baustelle taugt sie nicht: Die DGUV Information 203-001 verlangt dort Leitungen vom Typ H07RN-F oder H07BQ-F. An handgeführten Elektrowerkzeugen sind als Anschlussleitung bis 4 m Länge auch H05RN-F oder H05BQ-F zulässig, soweit die Produktnorm nicht H07RN-F vorschreibt (Ausgabe Oktober 2015, S. 52).
Durch Wände und Decken: Brandschutz mitdenken
Unter den Punkten, mit denen sich eine Brandausbreitung verhindern lässt, nennt die DGUV Information 203-001 fachgerecht ausgeführte Kabelabschottungen und fragt ausdrücklich, ob sie bei nachträglichen Installationen fachgerecht ergänzt wurden (S. 60). Wer eine neue Leitung durch eine vorhandene Abschottung zieht, stellt diese danach also wieder her. Sichtbar verlegte Leitungen dürfen nach dem Tabellenbuch auch außerhalb der Installationszonen liegen (S. 144).
Zum Vergleich: die Baustellenleitung H07RN-F entschlüsselt
NYM ist eine Leitung nach nationaler Norm, das N steht für Normenleitung. Harmonisierte Leitungen tragen dagegen ein H am Anfang, und ihr Kurzzeichen folgt einem anderen Schema. Am Beispiel der schweren Schlauchleitung H07RN-F 5G1,5 erklärt das Tabellenbuch: H steht für harmonisiert, 07 für die Bemessungsspannung 450/750 V, R für eine Aderisolierung aus Natur- oder Synthesekautschuk, N für einen Mantel aus Chloropren-Kautschuk und F für feindrähtige, flexible Leiter. Danach folgen Aderzahl, G für „mit Schutzleiter“ oder X für „ohne Schutzleiter“ und der Querschnitt in mm² (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 152). Zum Vergleich: NYM hat die Bemessungsspannung 300/500 V (S. 153). Weitere Kurzzeichen schlüsselt der Rechner Leitungstyp entschlüsseln auf.
Auch die nationalen Kurzzeichen haben mehr Buchstaben als nur N, Y und M. Das Tabellenbuch nennt unter anderem I für Stegleitung, O für ohne Schutzleiter, Ö für ölfest, W für wärmebeständig und Y allgemein für eine Kunststoffisolierung wie PVC. Bei den harmonisierten Leitungen steht 03 für 300/300 V und 05 für 300/500 V (S. 152).
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N steht für Normleitung, Y für die Isolierung aus PVC, M für Mantelleitung. Das J am Ende heißt: mit grün-gelber Schutzleiterader. Bei NYM-O fehlt sie.
Darf NYM in die Erde?
Nein. Für die Verlegung direkt im Erdreich ist NYM nicht gemacht, dafür gibt es zum Beispiel NYY.
Wie viel Strom darf eine NYM-Leitung tragen?
Das hängt vom Querschnitt, von der Verlegeart, der Umgebungstemperatur und der Häufung mit anderen Leitungen ab. Den Wert für deinen Fall zeigt der Rechner Strombelastbarkeit.
Was ist der Unterschied zwischen NYM und Stegleitung NYIF?
Die Stegleitung NYIF ist flach, hat eine Nennspannung von 230/400 V, 2 bis 5 Adern bis 4 mm² und ist nur für trockene Räume zugelassen, in und unter Putz. NYM darf dagegen auch in feuchte Räume und auf Putz (Tabellenbuch Elektrotechnik, Cornelsen, S. 153).
Welche Leitung nehme ich, wo es brennen oder explodieren kann?
Für feuer- oder explosionsgefährdete Bereiche nennt das Tabellenbuch die Installationsleitung NHXMH mit verbessertem Verhalten im Brandfall. Sie hat dieselben Eckwerte wie NYM: 300/500 V, 1 bis 7 Adern, 1,5 bis 35 mm² (S. 153). Welche Leitung dort vorgeschrieben ist, legt die Planung fest.
Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau, keine bestimmte Leitung. Wanddicken, Anordnung der Adern und Farbtöne weichen je nach Hersteller ab.
Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand
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