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Elektro-Toolbox
von Felix Albers, Betriebselektriker
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Elektro-Toolbox — Blindleistung / Kompensation
Berechnet am · Richtwert, kein prüffähiger Nachweis · https://erechner.alberssystems.de/blindleistung/
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Blindleistungskompensation berechnen

Blindleistung pendelt zwischen Netz und induktiven Verbrauchern wie Motoren hin und her, ohne nutzbare Arbeit zu verrichten. Kondensatoren gleichen sie aus und verbessern so den Leistungsfaktor cos φ.

Wie viel Kondensatorleistung in kvar braucht es, um den cos φ einer Anlage auf den Zielwert zu bringen? Aus Wirkleistung, Ist- und Soll-Leistungsfaktor.

Q = P · (tan φ1 − tan φ2)
kW
Mittlere Last der Anlage, nicht Anschlusswert
Aus der Netzbetreiber-Abrechnung oder Messung
Üblich 0,90–0,95 (nicht 1,0 — Resonanzgefahr)
V
Nur für den Strom: gerechnet wird für Drehstrom, I = P / (√3 · U · cos φ)
Benötigte Kondensatorleistung
– kvar
Wirkleistung und Ist-cos-φ eingeben
Formel und Praxis der Kompensation
QC = P · (tan φ1 − tan φ2)

Motoren, Trafos und Drosseln brauchen Blindleistung für ihr Magnetfeld. Sie pendelt zwischen Netz und Verbraucher, verrichtet keine Arbeit — belastet aber Leitungen, Trafo und Zähler. Ein Kondensator liefert diese Blindleistung vor Ort, das Netz wird entlastet.

Warum überhaupt kompensieren

Netzbetreiber stellen Blindarbeit in Rechnung, wenn der cos φ unter etwa 0,9 fällt (Blindarbeit über rund 50 % der Wirkarbeit). Bei einem Betrieb mit vielen älteren Motoren kommt da schnell ein vierstelliger Jahresbetrag zusammen — die Kompensationsanlage amortisiert sich oft in zwei bis drei Jahren. Der Blick auf die Stromrechnung (Position „Blindarbeit“ / „Blindmehrarbeit“) lohnt sich.

Warum nicht auf 1,0 kompensieren

Überkompensation macht die Anlage kapazitiv und kann mit Netzinduktivitäten Resonanzen bilden — besonders kritisch mit Frequenzumrichtern und deren Oberschwingungen. Üblich sind 0,90 bis 0,95, bei viel Umrichterlast eine verdrosselte Anlage. Die Auslegung einer echten Kompensationsanlage (Stufung, Verdrosselung, Rundsteuerfrequenz-Sperre) gehört in die Hand des Herstellers oder Planers — dieser Rechner liefert die Größenordnung.

Fragen aus der Praxis

Beispiel aus der Praxis

Ein Betrieb zieht im Mittel 100 kW Wirkleistung bei einem cos φ von 0,75 — viele ältere Motoren, kaum Kompensation. Auf der Stromrechnung steht seit Monaten eine Position „Blindmehrarbeit“. Ziel: cos φ 0,95.

QC = P · (tan φ₁ − tan φ₂) = 100 kW · (0,882 − 0,329) = 55,3 kvar

Rund 55 kvar Kondensatorleistung. Der Strom in der Zuleitung sinkt dabei von 192 A auf 152 A — gut 40 A oder 21 % weniger, ohne dass eine einzige Maschine weniger leistet. Das entlastet Trafo und Leitungen zusätzlich und schafft Reserve für die nächste Erweiterung.

Wie viel kvar brauche ich zur Kompensation?

Über QC = P · (tan φ₁ − tan φ₂): Wirkleistung mal der Differenz der Tangenswerte von Ist- und Ziel-Leistungsfaktor. Wichtig ist, die tatsächliche mittlere Last einzusetzen und nicht die Anschlussleistung — sonst wird die Anlage deutlich zu groß. Die Werte dafür stehen im Lastgang deines Netzbetreibers oder lassen sich über einen Zwischenzähler mitschreiben.

Ab wann lohnt sich eine Kompensationsanlage?

Sobald auf der Stromrechnung Blindarbeit auftaucht. Netzbetreiber berechnen sie üblicherweise, wenn der cos φ unter etwa 0,9 fällt (Blindarbeit über rund 50 % der Wirkarbeit) — den genauen Wert und den Preis je kvarh findest du in deinem Netznutzungsvertrag. In Betrieben mit vielen Motoren kommt schnell ein vierstelliger Jahresbetrag zusammen, sodass sich die Anlage oft in zwei bis drei Jahren bezahlt macht. Der zweite Nutzen ist der kleinere Strom: mehr Reserve in Trafo und Zuleitung.

Warum kompensiert man nicht auf cos φ = 1?

Weil die Anlage dann leicht ins Kapazitive kippt und mit den Induktivitäten des Netzes Resonanzen bilden kann — besonders kritisch dort, wo Frequenzumrichter Oberschwingungen einspeisen. Üblich sind deshalb Zielwerte zwischen 0,90 und 0,95. Auch die Rundsteuerfrequenz des Netzbetreibers darf die Anlage nicht kurzschließen; dafür gibt es Sperrkreise.

Was bedeutet „verdrosselte“ Kompensation?

Vor jede Kondensatorstufe wird eine Drossel geschaltet, sodass der Schwingkreis unterhalb der ersten störenden Oberschwingung liegt. Damit saugt die Anlage keine Oberschwingungsströme an und wird nicht überlastet. Sobald nennenswert Umrichter, LED-Technik oder Schaltnetzteile im Betrieb laufen, führt an einer verdrosselten Ausführung praktisch kein Weg vorbei — die konkrete Auslegung mit Stufung und Verdrosselungsgrad gehört zum Hersteller oder Fachplaner, dieser Rechner liefert die Größenordnung.

Asynchronmotor in 3D zerlegt → Jedes Bauteil einzeln gezeigt und erklärt, vom Klemmbrett bis zum Käfigläufer. Kompensationskondensator in 3D zerlegt → Wickel, Entladewiderstände und Abreißsicherung: So ist ein Leistungskondensator aufgebaut. Leuchtstofflampe in 3D zerlegt → Starter, Drossel und Röhre: So zündet eine Leuchtstofflampe mit KVG.
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Geprüft aus der Praxis: erstellt von Felix Albers, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Betriebselektriker in der Industrie. Die Rechenwege folgen den genannten Normen; Richtwerte ersetzen keine Messung und keine Planung durch eine Elektrofachkraft. Stand: · Quellen & Normstand