Blindleistungskompensation berechnen
Q = P · (tan φ1 − tan φ2)
Formel und Praxis der Kompensation
Motoren, Trafos und Drosseln brauchen Blindleistung für ihr Magnetfeld. Sie pendelt zwischen Netz und Verbraucher, verrichtet keine Arbeit — belastet aber Leitungen, Trafo und Zähler. Ein Kondensator liefert diese Blindleistung vor Ort, das Netz wird entlastet.
Warum überhaupt kompensieren
Netzbetreiber stellen Blindarbeit in Rechnung, wenn der cos φ unter etwa 0,9 fällt (Blindarbeit über rund 50 % der Wirkarbeit). Bei einem Betrieb mit vielen älteren Motoren kommt da schnell ein vierstelliger Jahresbetrag zusammen — die Kompensationsanlage amortisiert sich oft in zwei bis drei Jahren. Der Blick auf die Stromrechnung (Position „Blindarbeit“ / „Blindmehrarbeit“) lohnt sich.
Warum nicht auf 1,0 kompensieren
Überkompensation macht die Anlage kapazitiv und kann mit Netzinduktivitäten Resonanzen bilden — besonders kritisch mit Frequenzumrichtern und deren Oberschwingungen. Üblich sind 0,90 bis 0,95, bei viel Umrichterlast eine verdrosselte Anlage. Die Auslegung einer echten Kompensationsanlage (Stufung, Verdrosselung, Rundsteuerfrequenz-Sperre) gehört in die Hand des Herstellers oder Planers — dieser Rechner liefert die Größenordnung.