Blindleistungskompensation berechnen

Q = P · (tan φ1 − tan φ2)

kW
Mittlere Last der Anlage, nicht Anschlusswert
Aus der Netzbetreiber-Abrechnung oder Messung
Üblich 0,90–0,95 (nicht 1,0 — Resonanzgefahr)
V
Nur für den Strom: gerechnet wird für Drehstrom, I = P / (√3 · U · cos φ)
Benötigte Kondensatorleistung
– kvar
Wirkleistung und Ist-cos-φ eingeben
Formel und Praxis der Kompensation
QC = P · (tan φ1 − tan φ2)

Motoren, Trafos und Drosseln brauchen Blindleistung für ihr Magnetfeld. Sie pendelt zwischen Netz und Verbraucher, verrichtet keine Arbeit — belastet aber Leitungen, Trafo und Zähler. Ein Kondensator liefert diese Blindleistung vor Ort, das Netz wird entlastet.

Warum überhaupt kompensieren

Netzbetreiber stellen Blindarbeit in Rechnung, wenn der cos φ unter etwa 0,9 fällt (Blindarbeit über rund 50 % der Wirkarbeit). Bei einem Betrieb mit vielen älteren Motoren kommt da schnell ein vierstelliger Jahresbetrag zusammen — die Kompensationsanlage amortisiert sich oft in zwei bis drei Jahren. Der Blick auf die Stromrechnung (Position „Blindarbeit“ / „Blindmehrarbeit“) lohnt sich.

Warum nicht auf 1,0 kompensieren

Überkompensation macht die Anlage kapazitiv und kann mit Netzinduktivitäten Resonanzen bilden — besonders kritisch mit Frequenzumrichtern und deren Oberschwingungen. Üblich sind 0,90 bis 0,95, bei viel Umrichterlast eine verdrosselte Anlage. Die Auslegung einer echten Kompensationsanlage (Stufung, Verdrosselung, Rundsteuerfrequenz-Sperre) gehört in die Hand des Herstellers oder Planers — dieser Rechner liefert die Größenordnung.

Blindleistung / Kompensation berechnen — Rechner der Elektro-Toolbox · Diesen Rechner auch einbinden
Richtwert. Ersetzt weder Messung noch Planung durch eine Elektrofachkraft.