PV-Modul: Aufbau in 3D
Wie ist ein Photovoltaik-Modul aufgebaut, und warum steht es unter Spannung, sobald Licht darauf fällt? Hier zerlegst du ein PV-Modul in 3D, vom Solarglas über Einbettfolie und Zellen bis zur Anschlussdose mit den Bypassdioden.
Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.
PV-Modul
Ein Modul ist ein Schichtpaket: Glas, Einbettfolie, Solarzellen, noch eine Einbettfolie und die Rückseitenfolie, zusammen in einem Rahmen. Mit Weiter wird es Schicht für Schicht zerlegt, oder du tippst direkt auf eine Lage.
Die Lagen im Überblick
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Aluminiumrahmen
Er macht das Modul steif und nimmt die Klemmen der Unterkonstruktion auf. Das Schichtpaket ist in den Rahmen eingeklebt. Ob und wie der Rahmen geerdet wird, legen Hersteller und Planung fest.
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Solarglas
Gehärtetes Glas, meist rund 3 mm dick und eisenarm, damit möglichst viel Licht durchkommt. Es schützt die Zellen vor Hagel, Schnee und Wetter.
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Einbettfolie
Die Zellen liegen zwischen zwei Kunststofffolien, meist aus EVA. Beim Laminieren werden sie unter Wärme und Vakuum miteinander verschmolzen und schließen die Zellen dicht ein, so kommt keine Feuchtigkeit an die Zellen.
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Solarzellen und Zellverbinder
Hier 60 Zellen aus Silizium. Jede liefert nur rund 0,6 bis 0,7 V, deshalb sind sie über dünne Bändchen in Reihe geschaltet. Feine Kontaktfinger auf der Zelle sammeln den Strom ein, die breiteren Bändchen leiten ihn zur nächsten Zelle.
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Rückseitenfolie
Die weiße Folie auf der Rückseite isoliert elektrisch und schützt vor Feuchtigkeit. Bei Glas-Glas-Modulen sitzt dort stattdessen eine zweite Glasscheibe.
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Anschlussdose mit Bypassdioden
Hier kommen die Enden der Zellstränge heraus, im Modell ist die Dose offen. Die Zellen sind meist in drei Gruppen aufgeteilt, jede hat eine Bypassdiode. Wird eine Zelle verschattet, leitet die Diode den Strom an ihrer Gruppe vorbei, so bremst eine einzelne Zelle nicht das ganze Modul aus. Zwei Leitungen mit Steckverbindern führen zum nächsten Modul.
PV-Module verkabeln, messen und anmelden
Gefährlich wird es nicht erst bei einem ganzen String: Nach der Musterarbeitsanweisung der BG BAU kann schon bei zwei verbundenen Modulen an offenen Kontakten eine gefährlich hohe Berührungsspannung entstehen. Deshalb gilt eine feste Reihenfolge. Zuerst wird die Strangleitung vom Generatorfeld bis zum Wechselrichter verlegt, aber nicht angeschlossen. Dann bekommt sie am Wechselrichter-Ende ihre Steckverbinder, solange die blanken Enden noch spannungsfrei sind. Erst danach werden die Steckverbinder auf dem Dach montiert, und ganz am Ende wird die Strangleitung mit dem Generatorfeld verbunden.
Steckverbindungen werden nur mit dem vom Hersteller vorgegebenen Crimpwerkzeug und nach seiner Anleitung hergestellt. Die Leitungen werden mit UV-beständigem Material am Montagegestell befestigt, sie dürfen die Dachhaut nicht berühren (BG BAU, Musterarbeitsanweisung „Montage von PV-Generatorfeldern“, Stand 04/2024).
Beim Messen hilft die Reihenschaltung: Im String addieren sich die Spannungen der Module, der Strom bleibt so groß wie in einem einzelnen Modul. Die gemessene Leerlaufspannung eines Strings vergleichst du deshalb mit der Summe der Modulwerte aus dem Datenblatt, zum Beispiel mit dem Rechner PV-String. Passt sie deutlich nicht, stimmt etwas im String nicht, etwa die Zahl der Module oder eine Steckverbindung.
Wer eine PV-Anlage am Netz betreibt, muss sie im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren, und zwar innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Anlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind, sind davon ausgenommen (§ 5 Abs. 1, 2 und 5 Marktstammdatenregisterverordnung).
Gefährdungen auf dem Dach und was die Arbeitsanweisung dagegen vorsieht
Die Musterarbeitsanweisung der BG BAU nennt als elektrische Gefährdungen die Körperdurchströmung durch beschädigte Module, den Kontakt mit unisolierten Leitungsenden unter Spannung und den Kontakt mit Freileitungen. Dazu kommen Absturz und die UV-Strahlung der Sonne. Ein Modul mit gesprungenem Glas oder beschädigter Rückseitenfolie ist also kein Schönheitsfehler, sondern eine Stelle, an der spannungsführende Teile erreichbar sein können.
Daraus folgen klare Regeln. Leitungsenden, an denen noch kein Steckverbinder sitzt, werden mit Endkappen oder Schrumpfschlauch und Isolierband gegen zufälliges Berühren geschützt. Strangleitungen, die ins Gebäude führen, laufen durch geeignete Dachdurchführungen. Der Potentialausgleichsleiter wird nach Plan oder nach Anweisung der Elektrofachkraft verlegt, Blitz- und Überspannungsschutz nach Anweisung der Blitzschutzfachkraft oder der Elektrofachkraft. Zieht ein Gewitter auf, wird die Montage abgebrochen, und zu beschädigten Niederspannungsfreileitungen bleibt mindestens 1 m Abstand (BG BAU, Musterarbeitsanweisung, Stand 04/2024).
Für die Fehlersuche an einer laufenden Anlage gilt dasselbe wie beim Aufbau: Solange Licht auf die Module fällt, lässt sich die Gleichstromseite nicht einfach abschalten. Messungen und Arbeiten am String werden deshalb vorher geplant.
Auf dem Dach: Absturz und Durchsturz
Bei der Modulmontage kommt zur Spannung eine zweite große Gefahr: Arbeiten auf Dächern bergen ein hohes Unfallrisiko, und zwar nicht nur durch Absturz, sondern auch durch Durchsturz durch nicht tragende Dachflächen. Die DGUV Information 203-001 nennt Wellplatten, die wegen der geschlossenen Fläche einen tragfähigen Untergrund vortäuschen, und Lichtkuppeln oder Lichtbänder, deren Tragkraft falsch eingeschätzt wird oder die unter Schmutz oder Schnee nicht zu erkennen sind. Solche Arbeiten dürfen nur höhentaugliche Personen ausführen (Ausgabe Oktober 2015, S. 47). Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz muss mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden. Die Rettung wird schon vor der Benutzung geplant und geübt, denn wer im Auffanggurt hängt, kann je nach Konstitution bereits nach 10 bis 30 Minuten einen lebensbedrohlichen Schock erleiden (S. 48 und 49).
Messen, dokumentieren und im Notfall richtig handeln
Für die messtechnische Prüfung der Gleichstromseite sieht die Musterarbeitsanweisung der BG BAU vor, die Strangleitung vor dem Wechselrichter mit einem geeigneten Messgerät und Messadaptern mindestens der Messkategorie CAT II nach Anweisung einer Elektrofachkraft zu messen. Die Messwerte werden in einem Messprotokoll dokumentiert und unterzeichnet, die abschließende Prüfung mit Funktionsprobe macht die Elektrofachkraft. Bei Verdacht auf Körperdurchströmung wird eine verunglückte Person erst berührt, wenn sicher ist, dass sie weder direkt noch indirekt mit einer Spannungsquelle in Berührung steht. Auf leitfähigem Untergrund darf man sich erst nähern, wenn die Stromversorgung abgeschaltet ist, und eine ärztliche Vorstellung ist immer notwendig (BG BAU, Musterarbeitsanweisung, Stand 04/2024).
Weitere 3D-Modelle
Stromzähler in 3D zerlegt → Strommessung, Messchip und Prüf-LED: So zählt ein elektronischer Zähler die Kilowattstunden. Stromzange in 3D zerlegt → Eisenkern, Hall-Sensor und Backen: So misst eine Stromzange, und warum nur eine Ader. Kompensationskondensator in 3D zerlegt → Wickel, Entladewiderstände und Abreißsicherung: So ist ein Leistungskondensator aufgebaut. Widerstand in 3D zerlegt → Farbringe, Schicht mit Wendel und Keramikkörper: So bekommt ein Widerstand seinen Wert. Zweipoliger Spannungsprüfer in 3D zerlegt → Stufenanzeige, Lastzuschaltung und Prüfspitzen: So stellst du die Spannungsfreiheit fest.Kann man ein PV-Modul abschalten?
Nein. Solange Licht darauf fällt, liegt an den Anschlüssen Spannung an. Mehrere Module in Reihe erreichen mehrere hundert Volt Gleichspannung. Steckverbinder deshalb nie unter Last trennen.
Warum sind die Zellen in Reihe geschaltet?
Eine Zelle liefert nur rund 0,6 bis 0,7 V. Erst viele Zellen in Reihe ergeben eine brauchbare Spannung, bei 60 Zellen rund 36 bis 42 V im Leerlauf. Wie groß die Leitung zum Wechselrichter sein muss, zeigt der Rechner PV-Leitung.
Warum ist Verschattung so schlimm?
In einer Reihenschaltung bestimmt die schwächste Zelle den Strom. Ohne Bypassdiode würde eine verschattete Zelle das ganze Modul ausbremsen und sich dabei selbst erhitzen, man spricht von einem Hotspot.
Wer darf ein PV-Generatorfeld verkabeln?
Die Musterarbeitsanweisung der BG BAU lässt das Verkabeln der Module, das Verlegen der Strangleitung bis zum Wechselrichter und das Montieren der Steckverbinder im spannungsfreien Zustand eine elektrotechnisch unterwiesene Person erledigen, die unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft steht. Treten Unstimmigkeiten auf oder sind Änderungen nötig, ist immer eine Elektrofachkraft hinzuzuziehen (Stand 04/2024).
Muss ich eine Balkon- oder Dachanlage anmelden?
Ja, sobald sie an ein Stromnetz angeschlossen ist: Einheiten zur Stromerzeugung werden im Marktstammdatenregister registriert, spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme. Solaranlagen eines Betreibers, die am selben Standort gleichzeitig in Betrieb gehen, werden dort als eine Einheit eingetragen (§ 5 MaStRV).
Zum Modell: Es ist vereinfacht und zeigt den grundsätzlichen Aufbau, kein bestimmtes Modul. Zellzahl, Zellform, Rahmen und Anschlussdose unterscheiden sich je nach Hersteller. Welche Werte gelten, steht auf dem Typenschild und im Datenblatt.
Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand
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