Lernplakate zum Aushängen
Zehn Lernplakate für den Klassenraum und die Werkstatt — kostenlos, werbefrei und frei zum Ausdrucken und Aushängen. Jedes Blatt behandelt ein Thema auf einer DIN-A4-Seite, mit den wichtigsten Formeln so groß, dass man sie auch aus der letzten Reihe lesen kann. Der QR-Code unten rechts führt zum passenden Rechner: Dort lässt sich jede Formel mit eigenen Werten nachrechnen, mit Rechenweg Schritt für Schritt.
Ohmsches Gesetz und Leistung
Das Formelrad: Zwei bekannte Größen legen die anderen beiden fest. Gesuchte Größe wählen, dort die Formel mit den zwei bekannten Werten nehmen.
U = P / I
U = √(P · R)
I = P / U
I = √(P / R)
P = I² · R
P = U² / R
R = U² / P
R = P / I²
- U
- Spannung in V (Volt)
- I
- Strom in A (Ampere)
- R
- Widerstand in Ω (Ohm)
- P
- Leistung in W (Watt)
Merke: Gilt für Gleichstrom und ohmsche Last — bei Motoren und anderen Wechselstromverbrauchern kommt cos φ dazu.
Beispiel: Heizpatrone spannungsfrei gemessen: 26,5 Ω, Netz 230 V → I = 230 V / 26,5 Ω = 8,68 A und P = (230 V)² / 26,5 Ω = 1996 W.
erechner.alberssystems.de/ohm-rechner/
Leistung bei Gleich-, Wechsel- und Drehstrom
- P
- Wirkleistung in W, kW
- S
- Scheinleistung in VA, kVA
- Q
- Blindleistung in var, kvar
- cos φ
- Leistungsfaktor, ohmsche Last = 1
- U
- Drehstrom: Außenleiterspannung 400 V
- I
- Drehstrom: Strom je Außenleiter
Merke: √3 nur bei Drehstrom. Bei cos φ = 1 sind 1 kW rund 4,3 A an 230 V und rund 1,4 A an 400 V Drehstrom. Bei cos φ < 1 ist S immer größer als P.
Beispiel: Heizregister 9 kW, 400 V, cos φ = 1: I = 9000 W / (√3 · 400 V) = 13,0 A
erechner.alberssystems.de/leistung-strom/
Leitungswiderstand und Spannungsfall
- ΔU
- Spannungsfall in V
- U
- Nennspannung in V
- l
- einfache Leitungslänge in m
- I
- Betriebsstrom in A
- A
- Querschnitt in mm²
- γ
- Cu 56 · Al 35 m/(Ω·mm²) bei 20 °C
- ρ
- Cu 0,0179 · Al 0,0286 Ω·mm²/m
Merke: Der Faktor 2 enthält schon Hin- und Rückleiter — die Länge nicht zusätzlich verdoppeln. Grenzen: 4 % (DIN VDE 0100-520, ab Hausanschlusskasten), 3 % (DIN 18015-1, Wohngebäude ab Messeinrichtung).
Beispiel: 65 m, 16 A, 2,5 mm² Cu, Drehstrom 400 V, cos φ 0,95 → ΔU = 12,22 V → 3,06 %
erechner.alberssystems.de/spannungsfall/
Leitungsquerschnitt: die drei Kriterien
Drei Kriterien bestimmen den Querschnitt — der ungünstigste gewinnt.
Immer auf den nächsten Normquerschnitt aufrunden (mm²):
- IB
- Betriebsstrom in A
- In
- Nennstrom der Sicherung in A
- Iz
- zulässige Belastbarkeit der Leitung
- Itab
- Tabellenwert VDE 0298-4 (30 °C, ein Stromkreis)
- f
- Faktoren für Umgebungstemperatur und Häufung
- ΔUzul
- erlaubter Spannungsfall (3 % von 400 V = 12 V)
Beispiel: 16 A Drehstrom, cos φ 0,95, B16, 50 m, Verlegeart B2 → Belastbarkeit: 1,5 mm² trägt nur 15 A, also 2,5 mm² · Spannungsfall (3 %): A = 1,96 mm² → 2,5 mm² · Abschaltung: rechnerisch schon mit 1,5 mm². Ergebnis: 2,5 mm² Cu.
erechner.alberssystems.de/leitungsassistent/
Abschaltbedingung im TN-System und RCD
| Charakteristik | Ia (oberer Wert) | 16 A: Ia → Zs,max |
|---|---|---|
| B | 5 × In | 80 A → 2,875 Ω |
| C | 10 × In | 160 A → 1,4375 Ω |
| D | 20 × In | — |
Abschaltzeit bei 230 V: 0,4 s (Endstromkreise: Steckdosen bis 63 A, fest bis 32 A) ·
5 s (Verteilungs- und größere Endstromkreise).
Messwert: Zs ≤ 2/3 · U0/Ia
(DIN VDE 0100-600): B16 ≈ 1,92 Ω, C16 ≈ 0,96 Ω.
- Zs
- Schleifenimpedanz in Ω
- U0
- Außenleiter gegen Erde (230 V)
- Ia
- Auslösestrom des Schutzorgans in A
- IΔn
- Bemessungsdifferenzstrom (z. B. 30 mA)
- IΔ
- gemessener Auslösestrom in mA
- t
- Auslösezeit in ms
Merke: Rechnung = Planungswert, den Nachweis liefert die Messung (VDE 0100-600). Mit RCD als Fehlerschutz: Zs · IΔn ≤ U0. Typ S: 130–500 ms bei IΔn.
erechner.alberssystems.de/abschaltbedingung/
Motor: Bemessungsstrom und Anlaufstrom
Faustregel 400 V: etwa 2 A pro kW
| Anlaufart | Anlaufstrom (Näherung) |
|---|---|
| direkt | 6–8 × IN |
| Stern-Dreieck | 2–2,7 × IN |
| Sanftanlauf | 2,5–4 × IN |
- IN
- Bemessungsstrom (Rechenwert) in A
- P
- abgegebene Wellenleistung vom Typenschild
- Pauf
- aufgenommene elektrische Leistung
- η
- Wirkungsgrad (z. B. 0,90 für 90 %)
- cos φ
- Leistungsfaktor vom Typenschild
- U
- Außenleiterspannung (400 V)
Beispiel: 7,5 kW, 400 V, cos φ 0,85, η 90 % → IN = 7500 W / (1,732 · 400 V · 0,85 · 0,90) ≈ 14,2 A. Den Motorschutz stellst du auf den Strom vom Typenschild ein, nicht auf den Rechenwert.
erechner.alberssystems.de/motorstrom/
Widerstands-Farbcode (IEC 60062)
| Farbe | Ziffer | Multiplikator | Toleranz | TK ppm/K |
|---|---|---|---|---|
| schwarz | 0 | × 1 | — | 250 |
| braun | 1 | × 10 | ±1 % | 100 |
| rot | 2 | × 100 | ±2 % | 50 |
| orange | 3 | × 1 k | — | 15 |
| gelb | 4 | × 10 k | — | 25 |
| grün | 5 | × 100 k | ±0,5 % | 20 |
| blau | 6 | × 1 M | ±0,25 % | 10 |
| violett | 7 | × 10 M | ±0,1 % | 5 |
| grau | 8 | × 100 M | ±0,05 % | 1 |
| weiß | 9 | × 1 G | — | — |
| gold | — | × 0,1 | ±5 % | — |
| silber | — | × 0,01 | ±10 % | — |
Merke: Gold und Silber stehen nie vorn — steht eine davon außen, liest du verkehrt herum.
Beispiel: braun – schwarz – orange – gold → 10 · 1.000 Ω = 10 kΩ ±5 %
erechner.alberssystems.de/farbcode/
SI-Vorsätze umrechnen
| Zeichen | Vorsatz | Faktor |
|---|---|---|
| G | Giga | 10⁹ |
| M | Mega | 10⁶ |
| k | Kilo | 10³ |
| — | Basiseinheit | 10⁰ = 1 |
| m | Milli | 10⁻³ |
| µ | Mikro | 10⁻⁶ |
| n | Nano | 10⁻⁹ |
| p | Piko | 10⁻¹² |
Merke: Jeder Schritt sind drei Kommastellen. m ≠ M: Zwischen 1 mΩ und 1 MΩ liegen neun Zehnerpotenzen.
Beispiele: 1500 mA = 1,5 A · 1500 W = 1,5 kW · 4,7 nF = 4700 pF
erechner.alberssystems.de/si-einheiten/
Analogsignal 4–20 mA
Merke: Durch 16 teilen, nicht durch 20 — die Spanne ist 16 mA. Bürde 250 Ω macht aus 4–20 mA genau 1–5 V. NAMUR NE 43: ≤ 3,6 mA (z. B. Drahtbruch) und ≥ 21 mA (z. B. Kurzschluss) sind Ausfallinformation, kein Messwert.
Beispiel: Drucksensor 0–16 bar, gemessen 12,4 mA → 0 bar + (12,4 mA − 4 mA) / 16 mA · 16 bar = 8,4 bar
erechner.alberssystems.de/4-20-ma/
Aderfarben heute und in Altanlagen
| Heute (HD 308 S2, seit 2003) | Farbe |
|---|---|
| PE · Schutzleiter | grün-gelb |
| N · Neutralleiter | blau |
| L1 · Außenleiter 1 | braun |
| L2 · Außenleiter 2 | schwarz |
| L3 · Außenleiter 3 | grau |
| Früher | Farben | Achtung |
|---|---|---|
| BRD bis ~1965 | L schwarz · N grau · PE rot | Roter PE. Grau war N, nicht L3 |
| BRD 1965–2003 | L schwarz/braun/schwarz · N blau · PE grün-gelb | Zwei schwarze Außenleiter möglich |
| DDR (TGL) | teils PE rot · N grau oder blau | In Ostdeutschland weiter anzutreffen |
| Klassische Nullung | PEN kombiniert, oft grau oder rot | Kein getrennter PE vorhanden |
Grundregel: In Altanlagen nie nach Farbe klemmen. Die alten Farben sind Erfahrungswerte ohne Normbeleg. Freischalten, Spannungsfreiheit feststellen, Adern messtechnisch zuordnen — und beim Wiederanschluss dauerhaft kennzeichnen. Grün-gelb ist ausschließlich dem Schutzleiter vorbehalten.
Beispiel: Im Altbau kommt schwarz, grau, rot aus der Decke. Bis etwa 1965 war grau der Neutralleiter und rot der Schutzleiter — nicht L3 und ein weiterer Außenleiter.
erechner.alberssystems.de/aderfarben/
Darf ich die Plakate in der Schule aufhängen und kopieren?
Ja. Die Lernplakate sind kostenlos und werbefrei, du darfst sie ausdrucken, kopieren und im Klassenraum, in der Werkstatt oder im Ausbildungsbetrieb aufhängen. Eine Anmeldung brauchst du nicht. Die Quelle erechner.alberssystems.de steht bereits auf jedem Blatt.
Wie drucke ich ein Plakat in A3?
Im Druckdialog als Papierformat A3 wählen und die Option „An Seite anpassen“ einschalten. Das Blatt ist für A4 hoch angelegt und wird dann gleichmäßig vergrößert. Einzelne Plakate druckst du über den Knopf „Nur dieses Blatt drucken“.
Was macht „Tonersparend drucken“?
Mit dem Haken druckt die Seite ohne graue Flächen und ohne Farbe, nur mit schwarzen Linien und schwarzer Schrift. Das spart Toner und sieht auf einem Schwarz-Weiß-Drucker sauberer aus. Farbfelder bleiben dann leer, jedes ist aber beschriftet. Der Haken gilt für „Alle drucken“ und für einzelne Blätter, die PDF-Datei bleibt, wie sie ist.
Wohin führt der QR-Code?
Zum passenden Rechner der Elektro-Toolbox. Dort lässt sich jede Formel des Plakats mit eigenen Werten nachrechnen, mit Rechenweg Schritt für Schritt — im Browser, ohne App und ohne Anmeldung.
Woher stammen die Formeln und Werte?
Aus der Formelsammlung und den Rechnern der Elektro-Toolbox. Annahmen und Grenzen stehen beim jeweiligen Rechner, die Normausgaben im Norm- und Quellenregister. Alle Angaben sind Richtwerte.
Von Felix Albers, Betriebselektriker · Stand: · Quellen & Normstand