Vier Maße mit dem Zollstock nehmen — die App sagt dir, wie viele Meter noch auf der Trommel liegen. Mit eigener Kabeltyp-Verwaltung, damit du den Durchmesser nicht jedes Mal nachschlagen musst.
Die Restlänge ergibt sich aus dem Ringquerschnitt des Wickels multipliziert mit der Wickelbreite, geteilt durch die Querschnittsfläche einer Kabellage:
D ist der Durchmesser des Wickels außen — nicht der Flanschdurchmesser der Trommel, sondern dort, wo das Kabel tatsächlich endet. d ist der Kerndurchmesser, also die nackte Trommelachse. B ist die lichte Weite zwischen den beiden Wangen. dk ist der Außendurchmesser des Kabels; den findest du im Datenblatt oder misst ihn mit dem Messschieber.
Kabel liegen nie perfekt nebeneinander — es bleiben Lücken, Lagen verrutschen. Bei sauber maschinell gewickelter Ware liegt f bei etwa 0,75 bis 0,80, bei einer Trommel, von der schon mehrfach ab- und wieder aufgewickelt wurde, eher bei 0,60 bis 0,66. Im Zweifel den kleineren Wert nehmen — dann ist am Ende eher zu viel Kabel da als zu wenig.
Bei sorgfältiger Messung liegt das Ergebnis typisch innerhalb von ±10 %. Für eine Bestellentscheidung reicht das; für einen exakt abzurechnenden Zuschnitt nicht.
Eine aufgerollte Leitung unter Strom staut ihre Wärme im Wickel. Kabeltrommeln mit Thermoschutz nennen deshalb zwei Werte — z. B. 3.500 W abgerollt, aber nur 1.000 W aufgerollt. Wer eine Trommel unter Volllast betreibt, wickelt sie komplett ab.
Freitagnachmittag im Lager: Auf einer angebrochenen Trommel liegt noch NYM-J 5x2,5, und am Montag sollen 75 m neue Zuleitung zur Absauganlage gezogen werden — bestellen oder reicht der Rest? Zollstock dran: Wickel außen 40 cm, Kern 16 cm, Innenbreite 24 cm, Kabel-Ø 1,32 cm. Die Trommel wurde schon mehrfach ab- und aufgewickelt, also Füllgrad 0,66.
Rund 96 m liegen noch auf der Trommel — selbst am unteren Ende der ±10-%-Spanne sind es etwa 86 m, die 75 m sind also sicher drin, keine Eilbestellung nötig. Bei so einer Strecke lohnt vor dem Ziehen der Blick auf den Spannungsfall; ob die Abschaltbedingung am Ende der Leitung eingehalten wird, zeigt erst die Messung.
Vier Zollstock-Maße reichen: Wickel außen, Kern, Innenbreite und Kabeldurchmesser — den Rest macht der Rechner. Wenn du dem Wickel nicht traust, hilft die Waage als zweiter Weg: Trommel wiegen, Leergewicht abziehen und durch das Metergewicht aus dem Datenblatt teilen (NYM-J 3x1,5: rund 0,14 kg/m). Liegen beide Ergebnisse beieinander, kannst du dich auf die Zahl verlassen.
±10 % sind realistisch — mehr gibt die Geometrie nicht her. Größter Hebel ist der Kabeldurchmesser: Er geht quadratisch ein, 5 % Messfehler bei dk machen rund 10 % beim Ergebnis aus. Deshalb dk mit dem Messschieber messen, nicht mit dem Zollstock. Muss ein Zuschnitt exakt stimmen, hilft nur Abrollen und Nachmessen.
Mit Induktion hat das nichts zu tun — Hin- und Rückleiter liegen im selben Kabel, die Magnetfelder heben sich praktisch auf. Das Problem ist Wärmestau: Die inneren Lagen werden ihre Verlustwärme nicht los, bis die Isolierung verschmilzt. Hat der Thermoschutz ausgelöst, gehört die Trommel vor dem nächsten Einsatz von einer Elektrofachkraft geprüft — den Schaden sieht man außen nicht.
Rund 100 m — eine kleine Einwegtrommel mit 30 cm Wickel und 20 cm Breite fasst bei Füllgrad 0,66 ungefähr die klassische Handelslänge. Die Werte unten sind Richtwerte für NYM-J 3x1,5 mit 8,7 mm Außendurchmesser; straff maschinell gewickelt geht mehr drauf. Wer die Strecke plant, prüft am besten gleich den passenden Leitungsquerschnitt.
| Wickel D | Kern d | Breite B | Fasst ca. |
|---|---|---|---|
| 30 cm | 12 cm | 20 cm | ≈ 100 m |
| 40 cm | 16 cm | 24 cm | ≈ 220 m |
| 50 cm | 20 cm | 30 cm | ≈ 430 m |
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