Strombelastbarkeit nach VDE 0298-4

VDE 0298-4

Zulässige Dauerbelastung Iz
– A
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▤ Basiswerte VDE 0298-4
Kupfer, PVC-isoliert, 30 °C Umgebungstemperatur, ein Stromkreis. Die aktuell gewählte Zeile ist hervorgehoben. Werte nach DIN VDE 0298-4:2013-06, abgeglichen mit dem Auszug von ABB (Technische Information 2CDC401002D0106) und den Technischen Tabellen von Lapp.
Verlegearten, Umrechnungsfaktoren und Grenzen

Die Strombelastbarkeit begrenzt, wie viel Strom eine Leitung dauerhaft führen darf, ohne dass die Isolierung zu heiß wird. Bei PVC liegt die zulässige Leitertemperatur bei 70 °C. Die Tabellenwerte gelten für 30 °C Umgebungstemperatur und einen einzeln verlegten Stromkreis. Weicht die Situation ab, wird mit Faktoren umgerechnet:

Iz = Itab · fTemperatur · fHäufung

Die Verlegeart ist der größte Hebel

Dieselbe 2,5-mm²-Leitung darf frei auf einer Pritsche deutlich mehr Strom führen als eingeputzt in einer wärmegedämmten Wand — die Wärme muss ja irgendwo hin. Vor dem Aufdimensionieren lohnt der Blick, ob die Leitung nicht anders verlegt werden kann.

Häufung wird regelmäßig unterschätzt

Zehn gebündelte Stromkreise auf einer Trasse halbieren die Belastbarkeit praktisch (Faktor 0,48). Der Rechner nutzt die Faktoren für Leitungen, die gebündelt direkt auf der Wand, im Rohr oder im Kanal liegen. Einlagig verlegt oder auf Kabelrinnen sind die Faktoren günstiger: Vier mehradrige Leitungen einlagig auf der Wand mit Berührung haben 0,75, auf einer gelochten Kabelrinne mit Berührung 0,79. Der Rechner liegt dann auf der sicheren Seite.

Die Faktoren gelten für gleichartige, voll belastete Leitungen, deren Querschnitte sich höchstens um eine Stufe unterscheiden. Führt ein Stromkreis höchstens 30 % seiner Belastbarkeit, darf man ihn beim Zählen weglassen. Liegen die Leitungen mit einem lichten Abstand von mehr als dem Doppelten ihres Außendurchmessers nebeneinander, entfällt die Umrechnung.

Bedingung für das Schutzorgan (VDE 0100-430)

IB ≤ In ≤ Iz  und  I2 ≤ 1,45 · Iz

Der Betriebsstrom darf nicht größer sein als der Nennstrom der Sicherung, und dieser nicht größer als die zulässige Belastbarkeit der Leitung. Dazu kommt die zweite Bedingung: I2 ist der Strom, bei dem das Schutzorgan in der festgelegten Zeit sicher auslöst. Bei LS-Schaltern B und C ist I2 = 1,45 · In (DIN EN 60898-1), die zweite Bedingung ist mit In ≤ Iz also schon erfüllt. Bei Schmelzsicherungen gG liegt I2 höher — dort muss sie eigens geprüft werden, mit dem Wert aus den Herstellerangaben.

Grenzen dieses Rechners

Abgebildet sind Kupferleitungen mit PVC-Isolierung bis 120 mm². Für Gummi, VPE (90 °C), Aluminium, Erdverlegung (Verlegeart D) oder größere Querschnitte sind die Originaltabellen der Norm heranzuziehen.

Nicht im Rechner, aber oft gebraucht: Vieladrige Leitungen bis 10 mm² mit mehr als drei belasteten Adern, etwa Steuerleitungen, bekommen einen weiteren Faktor: 5 Adern 0,75, 7 Adern 0,65, 10 Adern 0,55, 14 Adern 0,50 (Verlegung in Luft). Aufgewickelte Leitungen auf Trommel oder Leitungsroller: 1 Lage 0,80, 2 Lagen 0,61, 3 Lagen 0,49, 4 Lagen 0,42, 5 Lagen 0,38. Beides nach DIN VDE 0298-4:2013-06 im Auszug von ABB und Lapp.

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