Fehlersuche Rolltor mit Endschaltern üben
Das Tor fährt nicht auf, nicht zu oder bleibt in der Endlage nicht stehen: Hier steckt im Steuerstromkreis des Rolltors mit Endschaltern ein Fehler deiner Wahl. Fahr das Tor auf und zu, miss an den Messpunkten und grenze ein, wo es hakt. Neu gegenüber der Fehlersuche Wendeschützschaltung: Die Endschalter hängen von der Torlage ab.
Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.
So gehst du vor
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Fehler einbauen
Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 6. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber eine Stelle ist defekt. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung. Das Tor steht am Anfang unten.
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Beobachten: Wohin fährt das Tor?
Drück S1 und sieh zu, bis das Tor oben ist. Dann S2, bis es wieder unten ist. Fährt es los? Fährt es nach dem Loslassen weiter? Bleibt es in der Endlage stehen? Die Zeile unter dem Plan zeigt, wie der Motor läuft und wo das Tor steht. Die Messpunkte liegen alle im Steuerstromkreis.
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Messen: Bis wohin ist Spannung da?
Eine Prüfspitze liegt an N. Tippe im Plan auf einen Messpunkt oder auf seine Nummer unter dem Plan. Die Punkte 1 bis 3 liegen im gemeinsamen Teil. Für die Punkte 4 bis 7 im Pfad von Q1 musst du S1 gedrückt halten, für die Punkte 8 bis 11 im Pfad von Q2 S2. Achte auf die Torlage: Steht das Tor oben, ist B1 offen, und hinter Punkt 4 fehlt die Spannung auch ohne Fehler. Steht es unten, gilt das für B2 hinter Punkt 8. So geht es auch mit der Maus: erst den Messpunkt antippen, dann den Taster gedrückt halten. Der Messwert unter dem Plan läuft mit und zeigt an, welcher Taster gerade gedrückt ist.
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Eingrenzen
Der Fehler sitzt zwischen dem letzten Punkt mit 230 V und dem ersten Punkt mit 0 V. Was dort im Plan liegt, ist verdächtig: im Pfad der gestörten Richtung ihr Taster, ihr Endschalter, der Öffner des anderen Tasters, der Öffner 21-22 des anderen Schützes und die Spule.
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Auflösung ansehen
Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.
An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht.
Repariert wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.
Die Messpunkte
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Punkt 1 bis 3: hinter F3, hinter 95-96 von F2, hinter S0
Hier muss immer Spannung anliegen, solange F2 nicht ausgelöst hat und S0 nicht gedrückt ist. Hinter Punkt 3 teilt sich der Weg: links über S1 und den Haltekontakt 13-14 von Q1, rechts über S2 und 13-14 von Q2.
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Punkt 4 und 8: vor dem Endschalter
Spannung liegt an, wenn der Taster der Richtung gedrückt ist (S1 für Punkt 4, S2 für Punkt 8) oder das Schütz sich selbst hält.
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Punkt 5 und 9: hinter dem Endschalter
B1 und B2 sind Öffner. Punkt 5 bekommt Spannung, solange das Tor nicht oben ist, Punkt 9, solange es nicht unten ist.
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Punkt 6 und 10: hinter dem Öffner des anderen Tasters
Hier kommt die Spannung nur an, wenn der Taster der anderen Richtung nicht gedrückt ist (Tasterverriegelung).
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Punkt 7 und 11: vor der Spule, an A1
Hier kommt die Spannung nur an, wenn das andere Schütz abgefallen ist und sein Öffner 21-22 geschlossen ist (Schützverriegelung).
Im freigeschalteten Zustand prüfen
Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei, und alle Schütze sind abgefallen. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L1 und N gehen: Der Durchgangsprüfer zeigt, ob zwischen ihnen eine leitende Verbindung besteht. Taster kannst du dabei weiter drücken, wie an der echten Anlage.
Steht dort „Durchgang über die Spule …“, führt der Weg nicht direkt von Punkt zu Punkt, sondern über einen Verbraucher. Solche Umwege sind eine typische Falle: Der Prüfer misst alles, was zwischen den beiden Punkten verbunden ist, nicht nur das Bauteil dazwischen. Das Tor bleibt beim Freischalten, wo es ist, und mit ihm die Endschalter: Steht es oben, ist zwischen 4 und 5 auch ohne Fehler kein Durchgang. Steht es unten, gilt das für 8 und 9.
Was du hier damit findest:
- Fehler 1: Das Tor steht unten, trotzdem ist zwischen 8 und 9 Durchgang. B2 öffnet nicht.
- Fehler 5: Das Tor steht unten, trotzdem ist zwischen 4 und 5 kein Durchgang. B1 schließt nicht.
- Fehler 6: Zwischen 6 und 7 ist kein Durchgang. Der Öffner 21-22 von Q2 schließt nicht.
- Fehler 4: Mit gedrücktem S2 ist zwischen 3 und 8 kein Durchgang.
- Fehler 3: Zwischen 11 und N ist kein Durchgang. Mit heiler Spule zeigt der Prüfer dort „Durchgang über die Spule Q2“.
- Fehler 2 findest du so nicht: 13-14 schließt nur, wenn Q1 anzieht, und freigeschaltet zieht keines an.
An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.
Auflösungen
Fehler 1: Auflösung
Beobachtung: Das Tor fährt normal auf und mit S2 auch zu. Unten fällt Q2 aber nicht ab: Der Motor läuft im Linkslauf weiter, obwohl das Tor zu ist. Erst S0 hält ihn an. Steht das Tor unten, zieht Q2 mit S2 sogar wieder an.
Messung: Tor unten, Q2 angezogen: Punkt 8 und 9 zeigen 230 V. Ohne Fehler zeigt Punkt 9 bei geschlossenem Tor 0 V.
Ursache: Der Endschalter B2 öffnet nicht, obwohl das Tor unten ist, zum Beispiel weil sein Kontakt klemmt oder der Endschalter verstellt ist. An einem echten Tor ist das gefährlich: Der Antrieb fährt über die Endlage hinaus.
Fehler 2: Auflösung
Beobachtung: Das Tor fährt nur auf, solange S1 gedrückt ist. Beim Loslassen fällt Q1 ab und das Tor bleibt stehen. Zu fährt es normal.
Messung: Nicht nötig. Der Weg über S1 ist in Ordnung, es fehlt nur der Weg über den Haltekontakt von Q1.
Ursache: Der Hilfskontakt 13-14 von Q1 schließt nicht, oder eine seiner Leitungen ist lose. Der Fahrt nach oben fehlt die Selbsthaltung.
Fehler 3: Auflösung
Beobachtung: Das Tor fährt normal auf. Oben angekommen, zieht Q2 mit S2 nicht an, das Tor bleibt oben.
Messung: Tor oben, S2 gedrückt: Punkt 8 bis 11 zeigen 230 V.
Ursache: An A1 von Q2 liegt die volle Spannung, trotzdem zieht das Schütz nicht an. Hier ist die Spule unterbrochen. Dasselbe Bild gibt ein fehlender Rückweg zu N an A2.
Fehler 4: Auflösung
Beobachtung: Das Tor fährt normal auf. Oben angekommen, passiert mit S2 nichts, wie bei Fehler 3.
Messung: Tor oben, S2 gedrückt: Punkt 3 zeigt 230 V, Punkt 8 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 3 und 8. Hier ist die Ader von der Abzweigung zum Taster S2 lose. Dasselbe Bild gibt ein Schließer von S2, der nicht schließt. Von außen sieht Fehler 4 aus wie Fehler 3. Erst die Messung trennt sie.
Fehler 5: Auflösung
Beobachtung: Mit S1 zieht Q1 nicht an, das Tor bleibt unten. S2 geht bei geschlossenem Tor ohnehin nicht, weil B2 betätigt ist. Es tut sich also gar nichts.
Messung: Tor unten, S1 gedrückt: Punkt 4 zeigt 230 V, Punkt 5 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 4 und 5, am Endschalter B1. Er schließt nicht, obwohl das Tor unten ist und ihn nicht betätigt, zum Beispiel durch einen verschlissenen Kontakt oder eine lose Ader. Dasselbe Messbild ist ohne Fehler richtig, wenn das Tor oben steht.
Fehler 6: Auflösung
Beobachtung: Mit S1 zieht Q1 nicht an, das Tor bleibt unten, wie bei Fehler 5.
Messung: Tor unten, S1 gedrückt: Punkt 4, 5 und 6 zeigen 230 V, Punkt 7 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 6 und 7, am Öffner 21-22 von Q2. Das ist die Schützverriegelung: Er schließt nicht, obwohl Q2 abgefallen ist, zum Beispiel durch einen verschlissenen Kontakt oder eine lose Ader. Von außen sieht Fehler 6 aus wie Fehler 5. Erst die Messung trennt sie: Der Endschalter ist in Ordnung.
Rolltor im Betrieb: Endschalter, Totmann und Prüfung
Für kraftbetätigte Tore in Arbeitsstätten konkretisiert die Technische Regel ASR A1.7 „Türen und Tore“ die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Zwei Stellen daraus passen direkt zu diesem Plan:
- Endstellungen: Kraftbetätigte Tore müssen in ihren Endstellungen selbsttätig zum Stillstand kommen. Können sie beim Versagen der Begrenzung darüber hinausfahren, müssen Notendschalter oder feste Anschläge mit Überlastsicherung vorhanden sein (Abschnitt 7.2 Abs. 2). Fehler 1 zeigt, warum: Öffnet B2 nicht, fährt der Antrieb weiter.
- Selbsthaltung oder Totmann: Der Plan fährt mit Selbsthaltung, ein kurzer Druck genügt. Die ASR nennt das Impulssteuerung. Beschäftigte müssen dann zum Beispiel gegen Quetschen geschützt sein, durch Schutzeinrichtungen, die auch bei einem Fehler wirken oder ihn erkennen. Bei Steuerung ohne Selbsthaltung, der Totmannsteuerung, kann unter Bedingungen darauf verzichtet werden, unter anderem muss die Bewegung beim Loslassen sofort stoppen und der Gefahrenbereich vom Bedienort voll einsehbar sein (Abschnitt 8.1 und 8.2).
Für die Fehlersuche heißt das: Ein Tor, das die Endlage überfährt, wird sofort stillgesetzt und nicht weiter betrieben, bis der Endschalter wieder sicher abschaltet.
Was passiert, wenn die Ader zu einem Endschalter abreißt?
B1 und B2 sind Öffner und liegen in Reihe im Pfad ihres Schützes. Eine abgerissene Ader unterbricht diesen Pfad genauso wie der betätigte Endschalter. Das Tor fährt in diese Richtung nicht mehr los oder bleibt stehen, so als wäre die Endlage erreicht. Am Messpunkt hinter dem Endschalter fehlt dann die Spannung, obwohl das Tor nicht in der Endlage steht, wie bei Fehler 5.
Muss ein Rolltor regelmäßig geprüft werden?
Ja. Nach der ASR A1.7 werden kraftbetätigte Türen und Tore nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen und wiederkehrend geprüft. Die wiederkehrende Prüfung soll mindestens einmal jährlich erfolgen. Prüfen dürfen nur Sachkundige, und die Ergebnisse werden aufgezeichnet (Abschnitt 10.2).