Motor dreht falsch herum: Fehlersuche üben
Nach dem Motortausch fährt das Tor in die falsche Richtung: Hier steckt im Rolltor mit Endschaltern ein Fehler deiner Wahl, irgendwo sind Adern vertauscht. Fahr das Tor, miss gegen N und mit dem Drehfeldrichtungsanzeiger und grenze ein, wo es hakt. Neu gegenüber der Fehlersuche am Rolltor mit Endschaltern: Die Messpunkte liegen im Hauptstromkreis, und der Spannungsprüfer allein findet hier nichts.
Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.
So gehst du vor
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Fehler einbauen
Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 5. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber an einer Stelle sind Adern vertauscht. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung. Das Tor steht am Anfang halb offen, so siehst du gleich, wohin es fährt.
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Beobachten: Wohin fährt das Tor, und hält es an?
Drück S1 (Auf) und sieh zu: Welches Schütz zieht an, fährt das Tor auf, hält es oben an? Mit S0 hältst du es an, mit Alles zurücksetzen steht es wieder halb offen. Dann dasselbe mit S2 (Zu). Was gerade läuft, steht in der Zeile unter dem Plan.
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Messen: erst gegen N, dann das Drehfeld
Unter dem Plan wählst du die Messart. Bei Spannung gegen N liegt eine Prüfspitze an N, die andere am Punkt, den du antippst. Bei Drehfeld liegen drei Prüfspitzen an L1, L2 und L3 einer Messstelle: an der Einspeisung (Punkt 1 bis 3), hinter Q1 (4 bis 6) oder am Motor (7 bis 9). Hinter Q1 und am Motor liegt nur Spannung an, solange ein Schütz angezogen hat, sonst zeigt der Anzeiger „kein Drehfeld erkennbar“. Wähl darum erst die Messstelle, dann drück S1: Der Messwert läuft mit. An der echten Anlage misst du das Drehfeld im Schaltschrank oder an den Motoradern bei abgeklemmtem Motor, nicht am laufenden Antrieb.
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Eingrenzen
Mit angezogenem Q1 soll das Drehfeld an allen drei Messstellen rechts sein. Der Fehler sitzt zwischen der letzten Messstelle mit Rechtsdrehfeld und der ersten mit Linksdrehfeld. Zeigt schon die Einspeisung ein Linksdrehfeld, sitzt er davor. Stimmt das Drehfeld überall, liegt er im Steuerstromkreis oder am Antrieb: Ein neuer Antrieb kann bei gleichem Drehfeld anders herum drehen (andere Einbaulage, anderes Getriebe). Dann tauschst du freigeschaltet zwei Außenleiter am Motor.
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Auflösung ansehen
Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.
An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht. Wer unter dem Tor steht, kann eingeklemmt werden. Probelauf nur mit freiem Torbereich, Tor in Mittelstellung, Halt-Taster in Reichweite.
Repariert wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.
Die Messpunkte
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Punkt 1 bis 3: an der Einspeisung
Vor den Sicherungen F1, links der Punkt für L1, rechts der für L3. Hier liegt immer Spannung an. Das Drehfeld zeigt, was in den Schaltschrank kommt.
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Punkt 4 bis 6: hinter Q1
Spannung liegt an, wenn Q1 oder Q2 angezogen hat, denn die Ausgänge der beiden Schütze sind verbunden. Ohne Fehler zeigt der Anzeiger hier mit Q1 ein Rechtsdrehfeld, mit Q2 ein Linksdrehfeld: Q2 tauscht L1 und L3.
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Punkt 7 bis 9: am Motor
An den Klemmen U1, V1 und W1. Was hier ankommt, bestimmt die Drehrichtung. Im Plan läuft der Motor bei Rechtsdrehfeld rechts herum und fährt das Tor auf.
Im freigeschalteten Zustand prüfen
Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei, und beide Schütze sind abgefallen. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L1, L2 und L3 gehen. Eine Vertauschung findest du, indem du jede Ader von Ende zu Ende prüfst: Sie soll beim selben Außenleiter ankommen, zum Beispiel von L2 nach Punkt 2 oder von 4 nach 7.
Zwischen zwei Außenleitern am Motor zeigt ein echter Prüfer Durchgang über die Wicklungen, der Plan zeigt diesen Weg nicht. An der echten Anlage prüfst du die Adern zum Motor darum bei abgeklemmtem Motor.
Was du hier damit findest:
- Fehler 1: Zwischen 4 und 7 ist kein Durchgang, zwischen 4 und 8 schon. Die Ader aus L1 liegt am Motor an V1.
- Fehler 3: Zwischen L2 und Punkt 2 ist kein Durchgang, zwischen L2 und Punkt 3 schon. Die Zuleitung ist vertauscht angeklemmt.
- Fehler 5 findest du so nicht: Zwischen F1 und Q1 hat der Plan keinen Messpunkt, und freigeschaltet sind die Hauptkontakte offen.
- Fehler 2 und 4 findest du hier so nicht: Sie sitzen im Steuerstromkreis, und dort hat dieser Plan keine Messpunkte.
An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.
Auflösungen
Fehler 1: Auflösung
Beobachtung: Mit S1 zieht Q1 an, aber das Tor fährt zu. Unten bleibt Q1 angezogen, der Motor läuft weiter, erst S0 hält ihn an. Mit S2 fährt das Tor auf und hält oben nicht an.
Messung: Q1 angezogen: Gegen N zeigen alle neun Punkte 230 V. Das Drehfeld ist an der Einspeisung und hinter Q1 rechts, am Motor links.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen Q1 und dem Motor. Beim Motortausch sind zwei Außenleiter vertauscht angeklemmt worden: Die Ader aus L1 liegt an V1, die aus L2 an U1. Der Motor dreht falsch herum, das Tor fährt von seinem Endschalter weg. Den Endschalter, den es erreicht, hat das laufende Schütz nicht im Pfad. An einem echten Tor ist das gefährlich: Der Antrieb fährt über die Endlage hinaus, das kann Tor und Antrieb beschädigen. Und wer Auf drückt, rechnet nicht damit, dass das Tor herunterkommt.
Fehler 2: Auflösung
Beobachtung: Das Tor fährt mit S1 auf und mit S2 zu, wie es soll. Es hält aber in der Endlage nicht an: Oben bleibt Q1 angezogen, unten Q2. Steht das Tor oben, tut sich mit S2 nichts, steht es unten, tut sich mit S1 nichts.
Messung: Gegen N zeigen alle Punkte 230 V. Das Drehfeld stimmt: Mit Q1 ist es an allen drei Messstellen rechts.
Ursache: Die Adern der Endschalter B1 und B2 sind vertauscht angeklemmt. B1 liegt jetzt im Pfad von Q2, B2 im Pfad von Q1. Oben öffnet B1, aber Q1 bekommt weiter Strom über B2. Dasselbe Bild gibt es, wenn die beiden Endschalter vertauscht eingebaut sind. Gefährlich wie Fehler 1: Der Antrieb fährt über die Endlage hinaus.
Fehler 3: Auflösung
Beobachtung: Wie bei Fehler 1: Mit S1 fährt das Tor zu und hält unten nicht an, mit S2 fährt es auf und hält oben nicht an.
Messung: Gegen N zeigen alle Punkte 230 V. Schon an der Einspeisung zeigt der Anzeiger ein Linksdrehfeld, mit Q1 auch hinter Q1 und am Motor.
Ursache: Der Fehler liegt vor der Einspeisung: In der Zuleitung zum Schaltschrank sind L2 und L3 vertauscht. Im Schaltschrank und am Motor ist alles richtig angeschlossen. Von außen sieht Fehler 3 aus wie Fehler 1, erst das Drehfeld trennt sie. Darum misst du es zuerst an der Einspeisung.
Fehler 4: Auflösung
Beobachtung: Mit S1 fährt das Tor zu, mit S2 auf. In der Endlage hält es an. Die Zeile unter dem Plan zeigt: Mit S1 zieht Q2 an, nicht Q1.
Messung: Gegen N zeigen alle Punkte 230 V. Mit S2 zieht Q1 an, dann ist das Drehfeld an allen drei Messstellen rechts. Mit S1 zeigt der Anzeiger hinter Q1 und am Motor links, wie bei Fehler 5. Hier ist das richtig, denn Q2 hat angezogen.
Ursache: Die Taster S1 und S2 sind vertauscht angeschlossen. Wer Auf drückt, schaltet Q2. Motor und Endschalter sind in Ordnung. Darum zuerst schauen, welches Schütz anzieht, dann messen.
Fehler 5: Auflösung
Beobachtung: Wie bei Fehler 1: Mit S1 zieht Q1 an, das Tor fährt zu und hält unten nicht an.
Messung: Gegen N zeigen alle Punkte 230 V. Mit Q1 ist das Drehfeld an der Einspeisung rechts, hinter Q1 und am Motor links.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen der Einspeisung und Q1: Hinter den Sicherungen F1 sind die Adern in L1 und L3 vertauscht. Die Abzweigung zu Q2 liegt dahinter, darum dreht der Motor in beiden Richtungen falsch herum. Fehler 1, 3 und 5 sehen von außen gleich aus. Erst die drei Messstellen zeigen, wo die Vertauschung sitzt.
Nach dem Motortausch: das Tor wieder in Betrieb nehmen
Ob der neue Motor richtig herum dreht, entscheidet sich beim Anklemmen. Die Klemmen eines Drehstrommotors sind so bezeichnet, dass er rechts herum läuft, wenn L1 an U1, L2 an V1 und L3 an W1 liegt. Rechts gilt dabei mit Blick auf die Antriebswelle. Werden zwei Anschlussphasen getauscht, kehrt sich die Drehrichtung um (Eaton Schaltungsbuch, Ausgabe 10/23, S. 3-10). So gehst du nach dem Tausch vor:
- Vor dem Abklemmen notierst du, welche Ader am alten Motor an U1, V1 und W1 lag, oder du markierst die Adern.
- Auf dem Leistungsschild müssen Spannung und Frequenz zum Netz passen. Danach richtet sich, ob der Motor im Klemmkasten in Stern oder Dreieck geschaltet wird (S. 3-9). Die Brücken dafür ändern die Drehrichtung nicht.
- Du klemmst den neuen Motor so an wie den alten und misst das Drehfeld an der Einspeisung. Erwartet wird ein Rechtsdrehfeld.
- Beim ersten Probelauf aus der Mittelstellung drückst du Auf und hältst das Tor mit Halt an, sobald die Richtung zu sehen ist.
- Fährt es falsch herum, schaltest du frei und tauschst am Motor zwei Außenleiter. Taster und Endschalter bleiben, wie sie sind.
- Zum Schluss fährst du in beide Endlagen. Oben und unten muss das Tor von selbst anhalten.
Was gehört nach dem Motortausch ins Protokoll?
Was ein Prüfprotokoll enthält, zählt die Seite Erstprüfung auf, darunter das verwendete Messgerät und die Messergebnisse. Für die Drehrichtung schreibst du dazu: das Drehfeld an der Einspeisung, welche Ader an U1, V1 und W1 liegt, wohin das Tor mit Auf fährt und dass beide Endschalter abschalten. Wer später den nächsten Motor tauscht, sieht dann, wie es vorher war.
Warum zeigt der Anzeiger links, obwohl alles richtig angeklemmt ist?
Prüf zuerst die eigenen Messleitungen. Der Anzeiger erwartet an seinen drei Leitungen L1, L2 und L3 in dieser Reihenfolge. Sind zwei davon vertauscht angesetzt, meldet er ein Linksdrehfeld, genau wie bei einer echten Vertauschung. Setz die Prüfspitzen deshalb an jeder Messstelle in derselben Reihenfolge an, sonst lassen sich die Messstellen nicht vergleichen.
Hilft ein Phasenfolgerelais gegen ein falsch fahrendes Tor?
Nur gegen ein falsches Drehfeld an der Stelle, an der es angeschlossen ist. Eaton nennt es für ortsveränderliche Motoren, bei denen die Drehrichtung wichtig ist, etwa Pumpen, Sägen und Bohrmaschinen: Bei rechts drehendem Drehfeld schaltet es die Steuerspannung für die Motorschaltgeräte durch (Ausgabe 10/23, S. 2-34). An der Einspeisung hätte es bei Fehler 3 das Anfahren verhindert. Eine Vertauschung am Motor wie bei Fehler 1 bemerkt es nicht.