Fehlersuche Meldeleuchten üben
Der Motor läuft, aber die Betriebsleuchte bleibt dunkel. Oder die Maschine steht, und keine Leuchte sagt, warum: Hier steckt in der Schaltung mit Meldeleuchten ein Fehler deiner Wahl. Drück die Taster, lös eine Überlast aus, miss an den Messpunkten und grenze ein, wo es hakt. Die Leuchten helfen dir dabei, wenn du weißt, was sie verraten.
Der Schaltplan braucht JavaScript. Das Vorgehen und die Auflösungen unten funktionieren auch ohne.
So gehst du vor
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Fehler einbauen
Wähle über dem Plan eine Nummer von 1 bis 6. Der Plan sieht danach aus wie vorher, aber eine Stelle ist defekt. Mit Ohne ist die Schaltung wieder in Ordnung.
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Beobachten: Passt jede Leuchte zum Motor?
Schau zuerst, was in Grundstellung leuchtet: Nur P3 (Aus) darf an sein. Drück S2: Der Motor läuft, P1 (Betrieb) geht an, P3 geht aus. Lös dann F2 aus: Der Motor steht, P2 (Störung) und P3 leuchten. Stell F2 zurück. Passt eine einzelne Leuchte nicht zum Motor, ist ihr Meldepfad verdächtig. Sind alle drei dunkel, fehlt die Steuerspannung. Ob der Motor läuft, siehst du im Hauptstromkreis und in der Zeile unter dem Plan.
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Messen: Bis wohin ist Spannung da?
Eine Prüfspitze liegt an N. Tippe im Plan auf einen Messpunkt oder auf seine Nummer unter dem Plan. Die Punkte 1 bis 3 liegen im Pfad des Schützes, die Punkte 4 bis 6 jeweils zwischen Meldekontakt und Leuchte. Miss an einer Leuchte in dem Zustand, in dem sie leuchten müsste: Punkt 4 bei laufendem Motor, Punkt 5 nach einer Überlast, Punkt 6 bei stehendem Motor.
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Eingrenzen
Der Fehler sitzt zwischen dem letzten Punkt mit 230 V und dem ersten Punkt mit 0 V. Kommt die Spannung bis vor eine Leuchte, und sie leuchtet trotzdem nicht, ist die Leuchte selbst verdächtig oder ihr Anschluss an N. Fehlt die Spannung vor der Leuchte, ist es ihr Meldekontakt oder eine Ader daran.
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Auflösung ansehen
Wenn du eine Vermutung hast, klapp unten die Auflösung zu deiner Nummer auf.
An einer echten Anlage: Messen unter Spannung ist Arbeit für Elektrofachkräfte. Auszubildende messen nur unter Aufsicht.
Repariert wird erst, wenn die Anlage freigeschaltet ist, nach den fünf Sicherheitsregeln. Diese Seite ist eine Übung am Plan und ersetzt keine Unterweisung.
Die Messpunkte
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Hinter der Sicherung F3
Hier muss immer Spannung anliegen. Von hier gehen der Pfad des Schützes und die drei Meldepfade ab.
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Hinter dem Öffner 95-96 von F2
Spannung liegt an, solange das Motorschutzrelais nicht ausgelöst hat.
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Hinter dem Aus-Taster S1
Spannung liegt an, solange zusätzlich S1 nicht gedrückt ist.
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Vor P1, hinter dem Schließer 23-24 von Q1
Spannung liegt an, solange Q1 angezogen hat, also wenn der Motor läuft.
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Vor P2, hinter dem Schließer 97-98 von F2
Spannung liegt an, solange das Motorschutzrelais ausgelöst hat.
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Vor P3, hinter dem Öffner 31-32 von Q1
Spannung liegt an, solange Q1 abgefallen ist, also wenn der Motor steht.
Im freigeschalteten Zustand prüfen
Unter dem Plan stellst du die Messart auf Durchgang (freigeschaltet). Dann ist die Anlage spannungsfrei, und das Schütz ist abgefallen. Tippe auf zwei Punkte, auch die Klemmen L1 und N gehen: Der Durchgangsprüfer zeigt, ob zwischen ihnen eine leitende Verbindung besteht. Taster kannst du dabei weiter drücken, und F2 lässt sich auslösen und zurückstellen.
Steht dort „Durchgang über die Spule …“ oder „über die Lampe …“, führt der Weg nicht direkt von Punkt zu Punkt, sondern über einen Verbraucher. Solche Umwege sind eine typische Falle: Der Prüfer misst alles, was zwischen den beiden Punkten verbunden ist, nicht nur das Bauteil dazwischen. Hier gibt es viele solcher Umwege, denn die drei Leuchten und die Spule hängen alle an L1 und N.
Was du hier damit findest:
- Fehler 1: Zwischen 4 und N ist kein Durchgang. Mit heiler Leuchte zeigt der Prüfer dort „Durchgang über die Lampe P1“.
- Fehler 3: Mit ausgelöstem F2 zeigt der Prüfer zwischen 1 und 5 nur „Durchgang über die Lampe P3 und die Lampe P2“, also einen Umweg. Ohne Fehler ist dort direkt Durchgang.
- Fehler 5: Zwischen 2 und 3 ist kein Durchgang, auch ohne dass S1 gedrückt ist.
- Fehler 6: Zwischen L1 und 1 ist kein Durchgang. Ohne Fehler ist dort Durchgang über die Sicherung F3.
- Fehler 2 und 4 findest du so nicht: Freigeschaltet ist Q1 abgefallen. Dann ist 23-24 ohnehin offen und 31-32 ohnehin geschlossen. Ob die Hilfskontakte umschalten, zeigt erst der Betrieb unter Spannung.
An einer echten Anlage heißt freigeschaltet: nach den fünf Sicherheitsregeln, mit festgestellter Spannungsfreiheit. Erst dann setzt du den Durchgangsprüfer an.
Auflösungen
Fehler 1: Auflösung
Beobachtung: Mit S2 läuft der Motor, und P3 geht aus. P1 bleibt aber dunkel. Aus und Störung werden richtig gemeldet.
Messung: Motor läuft: Punkt 4 zeigt 230 V.
Ursache: Die Spannung kommt bis an die Leuchte, trotzdem leuchtet sie nicht. Hier ist die Leuchte P1 defekt, zum Beispiel ein durchgebranntes Leuchtmittel. Dasselbe Bild gibt ein fehlender Rückleiter von P1 zu N. Die Steuerung selbst arbeitet normal, nur die Anzeige fehlt.
Fehler 2: Auflösung
Beobachtung: Mit S2 läuft der Motor, und P3 geht aus. P1 bleibt dunkel, wie bei Fehler 1.
Messung: Motor läuft: Punkt 1 zeigt 230 V, Punkt 4 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 1 und 4, am Schließer 23-24 von Q1. Obwohl Q1 angezogen hat, schließt er nicht, zum Beispiel durch einen verschlissenen Kontakt oder eine lose Ader. Von außen sieht Fehler 2 aus wie Fehler 1. Erst Punkt 4 trennt sie. Ein neues Leuchtmittel hilft hier nicht.
Fehler 3: Auflösung
Beobachtung: Ein und Aus gehen normal. Nach einer Überlast steht der Motor, und P3 leuchtet. P2 bleibt aber dunkel.
Messung: F2 ausgelöst: Punkt 1 zeigt 230 V, Punkt 5 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 1 und 5, am Schließer 97-98 von F2. Er schließt bei Überlast nicht, zum Beispiel durch einen verschlissenen Kontakt oder eine lose Ader. Wäre stattdessen die Leuchte P2 defekt, zeigte Punkt 5 230 V. Der Fehler ist tückisch: Die Maschine steht, und die Leuchten sagen nur „Aus“. Wer davorsteht, sieht nicht, dass das Motorschutzrelais ausgelöst hat, und sucht den Grund an der falschen Stelle. Hängt am Kontakt statt einer Leuchte ein Eingang der SPS, bekommt auch die Steuerung keine Störmeldung.
Fehler 4: Auflösung
Beobachtung: Mit S2 läuft der Motor, und P1 leuchtet. P3 bleibt aber an: Betrieb und Aus leuchten gleichzeitig.
Messung: Motor läuft: Punkt 6 zeigt 230 V, obwohl 31-32 jetzt offen sein müsste.
Ursache: Der Öffner 31-32 von Q1 öffnet nicht, zum Beispiel weil der Hilfskontakt mechanisch klemmt oder jemand ihn überbrückt hat. Bei heiler Schaltung kann das nicht vorkommen: Schließer und Öffner desselben Schützes schalten gegensinnig, deshalb leuchtet immer genau eine der beiden Leuchten.
Fehler 5: Auflösung
Beobachtung: Mit S2 zieht Q1 nicht an, der Motor startet nicht. P3 leuchtet die ganze Zeit, P1 und P2 sind dunkel.
Messung: Punkt 2 zeigt 230 V, Punkt 3 zeigt 0 V, auch ohne dass S1 gedrückt ist.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen 2 und 3, am Aus-Taster S1. Sein Öffner schließt nicht mehr, oder eine Ader daran ist lose. Die Leuchten haben schon vorher eingegrenzt: P3 leuchtet, also ist die Steuerspannung da und F3 in Ordnung. P2 ist dunkel, F2 hat also wohl nicht ausgelöst. Sicher ist das erst, wenn Punkt 2 Spannung zeigt, denn auch ein defekter Meldekontakt lässt P2 dunkel (Fehler 3).
Fehler 6: Auflösung
Beobachtung: Alle drei Leuchten sind dunkel. Mit S2 zieht Q1 nicht an, der Motor startet nicht.
Messung: Punkt 1 zeigt 0 V.
Ursache: Der Fehler liegt zwischen L1 und Punkt 1. Hier ist die Zuleitung zur Sicherung F3 unterbrochen, zum Beispiel durch eine lose Ader. Dasselbe Bild gibt eine ausgelöste Sicherung F3, deshalb siehst du sie dir zuerst an. Dass drei Leuchten gleichzeitig ausfallen, ist sehr unwahrscheinlich. Sind alle dunkel, fehlt fast immer die Steuerspannung.
Meldeleuchten in der Schaltschranktür
Die Leuchtmelder sitzen oft in der Tür des Schaltschranks oder im Bedienpult, die Meldekontakte dagegen an den Geräten: 23-24 und 31-32 am Schütz Q1, 97-98 am Motorschutzrelais F2. Die Punkte 4 bis 6 liegen zwischen beiden. Wo die Leitung zur Tür über eine Klemmleiste läuft, ist das die erste Stelle zum Messen: Kommt die Spannung bis zur Klemme, aber nicht an der Leuchte, liegt es an der Leitung in der Tür oder an der Leuchte selbst.
- P1 und P3 gehören zusammen: Beide hängen an Kontakten desselben Schützes, einem Schließer und einem Öffner. Im Betrieb leuchtet immer genau eine von beiden. Leuchten beide oder keine, obwohl die Steuerspannung da ist, ist einer der beiden Meldekontakte oder eine Leuchte verdächtig.
- Die Störmeldung wird oft gebraucht, aber selten geprüft: Ob P2 bei einer Überlast leuchtet, merkt man erst im Störfall. Lässt sich das Motorschutzrelais von Hand auslösen, zeigt das bei der Prüfung der Anlage, ob 97-98 schaltet.
Die Ziffern an den Kontakten verraten die Art: Ist die zweite Ziffer, die Funktionsziffer, eine 3-4, ist es ein Schließer, bei 1-2 ein Öffner. Am Motorschutzrelais ist 95-96 der Öffner und 97-98 der Schließer. Mehr dazu zeigt das Hilfsschütz in 3D.
Können Schließer und Öffner eines Schützes gleichzeitig geschlossen sein?
Bei Schützen mit zwangsgeführten Kontakten nicht. Das Eaton-Schaltungsbuch beschreibt Zwangsführung so: Öffner und Schließer sind mechanisch so verbunden, dass sie nie gleichzeitig geschlossen sein können, auch wenn ein Kontakt verschweißt (Ausgabe 10/23, S. 4-2). Ob ein Schütz das hat, steht in seinem Datenblatt. Leuchten P1 und P3 trotzdem gleichzeitig, ist eher ein Kontakt überbrückt oder falsch verdrahtet.
Wie finde ich heraus, ob eine Meldeleuchte selbst defekt ist?
Miss am Anschluss der Leuchte gegen N in dem Zustand, in dem sie leuchten müsste. 230 V und trotzdem dunkel: Die Leuchte oder ihr Rückleiter ist defekt. 0 V: Der Meldekontakt oder die Leitung davor ist es, und ein neues Leuchtmittel hilft nicht. Die Leuchte auszutauschen, bevor du gemessen hast, kostet oft nur Zeit.