Kleinverteiler: Aufbau in 3D

Was steckt hinter der Tür eines Sicherungskastens? Hier zerlegst du einen Kleinverteiler in 3D, von Tür und Abdeckung über zwei FI-Schutzschalter, LS-Schalter und dreiphasige Kammschiene bis zu N- und PE-Schienen und der fünfadrigen Zuleitung.

Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.

Schritt 1 von 10

Kleinverteiler

Ein zweireihiger Kleinverteiler, wie er als Unterverteilung in Wohnung, Werkstatt oder Halle hängt. Mit Weiter wird er zerlegt, mit Prüftaste drücken siehst du, wie der obere FI-Schalter auslöst.

Die Bauteile im Überblick

  1. Tür

    Die Tür schützt die Geräte vor Staub und vor versehentlichem Verstellen. Durch die Scheibe sieht man die Schalterstellung, ohne zu öffnen. Innen steckt oft der Stromkreisplan, der sagt, welcher Schalter welchen Raum versorgt.

  2. Abdeckung (Berührungsschutz)

    Die Abdeckung verdeckt alle Klemmen und Leitungen, nur die Bedienteile der Geräte schauen heraus. Freie Plätze werden mit Blindstreifen geschlossen. Abgenommen wird sie nur von einer Elektrofachkraft, dahinter liegen spannungsführende Teile frei.

  3. Hutschienen

    Die Geräte rasten auf Hutschienen auf, eine pro Reihe. Die Breite wird in Teilungseinheiten gezählt: Ein einpoliger LS-Schalter ist eine Teilungseinheit breit, ein vierpoliger FI-Schalter vier.

  4. FI-Schutzschalter

    Jede Reihe beginnt hier mit einem FI-Schutzschalter, der mehrere Stromkreise gemeinsam überwacht. Die Prüftaste erzeugt einen künstlichen Fehlerstrom: Der FI muss dann auslösen. Wie oft geprüft werden soll, steht auf dem Gerät oder in der Anleitung.

  5. LS-Schalter

    Jeder Stromkreis bekommt einen eigenen Leitungsschutzschalter. Der Aufdruck, etwa B16, nennt die Auslösecharakteristik B und den Nennstrom 16 A. Er schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, der FI davor schützt Menschen bei einem Fehlerstrom.

  6. Kammschiene

    Die Kammschiene verbindet die Eingänge aller LS-Schalter einer Reihe, statt jeden einzeln zu verdrahten. Sie wird in die oberen Klemmen gesteckt und festgeschraubt. Im Modell ist sie dreiphasig: Sie hat drei getrennte Kupferstreifen für L1, L2 und L3, und ihre Zähne liegen abwechselnd auf L1, L2 und L3, so verteilen sich die Stromkreise gleichmäßig auf die drei Außenleiter. Wie viel Strom sie tragen darf, gibt der Hersteller an.

  7. N- und PE-Schienen

    Die Schutzleiter aller Stromkreise kommen auf die grün-gelbe PE-Schiene. Für die Neutralleiter gibt es je FI eine eigene blaue N-Schiene: Außenleiter und Neutralleiter eines Stromkreises müssen über denselben FI laufen, sonst löst er aus. Welche Ader welche Farbe hat, zeigt die Seite Aderfarben.

  8. Zuleitung und Verdrahtung

    Die fünfadrige Zuleitung (L1, L2, L3, N, PE) kommt von oben durch eine Einführung. Die drei Außenleiter und der Neutralleiter gehen auf die Eingangsklemmen des ersten FI und von dort, ebenfalls an den Eingang, weiter zum zweiten FI. Beide FI liegen also nebeneinander an der Zuleitung, nicht hintereinander. Vom FI-Ausgang gehen L1, L2 und L3 auf die dreiphasige Kammschiene, der Neutralleiter auf seine N-Schiene, der Schutzleiter auf die PE-Schiene. Das Modell zeigt die Verdrahtung vereinfacht.

Kleinverteiler: Aufbau in 3D: mit Erklärungen und Fragen aus der Praxis in der Elektro-Toolbox · Auch einbinden