NH-Sicherung: Aufbau in 3D
Wie ist eine NH-Sicherung aufgebaut, wie sie im Hausanschlusskasten oder in der Hauptverteilung sitzt? Hier zerlegst du eine NH-Sicherung mit Unterteil in 3D, von den federnden Kontakten bis zum Schmelzleiter im Quarzsand. Danach geht es um die Schutzausrüstung beim Wechseln, um das Prüfen eines Einsatzes und um die Frage, warum eine NH-Sicherung auslöst.
Lädt einmalig rund 0,2 MB. Die Erklärungen unten funktionieren auch ohne 3D-Modell.
NH-Sicherung mit Unterteil
NH heißt Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherung. Sie ist für große Ströme gebaut und kann sehr hohe Kurzschlussströme sicher abschalten. Mit Weiter wird sie zerlegt, mit Kurzschluss siehst du, was im Einsatz passiert.
Die Bauteile im Überblick
-
Sicherungsunterteil mit Anschlüssen
Das Unterteil wird auf eine Montageplatte geschraubt. Sein Sockel aus Isolierstoff trägt die Kontakte und hält sie auf Abstand. An den beiden Anschlüssen werden die Leiter festgeschraubt, zum Beispiel mit Kabelschuh. Das Anzugsdrehmoment steht im Datenblatt. Viele Unterteile haben zusätzlich eine Abdeckung als Berührungsschutz.
-
Federnde Kontakte
In diese Kontakte werden die Messer des Einsatzes gesteckt. Die Kontaktteile aus Kupfer werden von Stahlfedern zusammengedrückt, so sitzt das Messer fest und der Übergang bleibt gut. Lockere oder verfärbte Kontakte werden heiß und müssen getauscht werden.
-
Keramikkörper
Der Körper aus Keramik ist hitzefest und sehr stabil. Er hält dem Druck stand, der beim Abschalten eines Kurzschlusses im Inneren entsteht. Auf ihm stehen Baugröße (zum Beispiel NH00 oder NH1), Nennstrom, Nennspannung und Betriebsklasse, für den Schutz von Kabeln und Leitungen gG. Im Modell ist er vorn aufgeschnitten.
-
Messerkontakte und Grifflaschen
An beiden Enden sitzt eine Metallkappe mit einem flachen Messerkontakt. Die Messer stecken in den federnden Kontakten des Unterteils. Oben an den Kappen sind die Grifflaschen, in die der Aufsteckgriff greift. Je nach Ausführung sind die Grifflaschen aus Metall und damit spannungsführend oder isoliert.
-
Schmelzleiter mit Engstellen
Zwischen den Kappen sind mehrere dünne Bänder aus Kupfer oder Silber gespannt. Sie haben viele Engstellen. Bei einem Kurzschluss werden diese sehr schnell heiß und schmelzen fast gleichzeitig durch. Ein Lotdepot auf dem Band sorgt dafür, dass der Leiter bei länger anhaltender Überlast an dieser Stelle durchschmilzt.
-
Quarzsand als Löschmittel
Der Einsatz ist mit Quarzsand gefüllt. Schmilzt ein Band, entstehen an den Engstellen kleine Lichtbögen. Der Sand nimmt ihre Wärme auf, so verlöschen sie schnell im Inneren des Einsatzes. Bei hohen Kurzschlussströmen schaltet die Sicherung dadurch ab, bevor der Strom seinen vollen Wert erreicht.
-
Kennmelder
Der Kennmelder zeigt, ob die Sicherung ausgelöst hat. Ein dünner Haltedraht parallel zu den Schmelzleitern hält ihn fest. Brennen die Leiter durch, schmilzt auch dieser Draht, und eine kleine Feder drückt den Kennmelder heraus. Manche Einsätze haben stattdessen einen Schlagmelder, der einen Meldeschalter betätigen kann.
-
Aufsteckgriff mit Stulpe
Mit dem Aufsteckgriff wird der Einsatz gezogen und gesteckt. Er greift in die Grifflaschen, die Stulpe schützt Hand und Unterarm vor einem Lichtbogen. Wechseln darf nur eine Elektrofachkraft mit passender Schutzausrüstung, möglichst im spannungsfreien Zustand nach den fünf Sicherheitsregeln. Einen Einsatz nie unter Last ziehen.